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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 28.03.2020

Die Edelmetallwoche vom 23.03.2020 - 27.03.2020

 

Gold nutzte den Schwung der Abwärtsbewegung der letzten Woche, um wie auf der Achterbahn einen Großteil der entstandenen Verluste wieder aufzuholen. Dies dürfte insbesondere an einer erneuten Abschwächung des US-Dollars gelegen haben, der im Kontext der Verabschiedung des riesigen Hilfspaketes über 2,2 Bio. Dollar im Berichtszeitraum satte 4,06 % verlor. Der Goldpreis gewann 8,5 %Gold holte damit bis auf die zweite Nachkommastelle den Verlust der Vorwoche wieder auf. Die CoT-Daten vom 24.03.2020 zeigen eine leichte Zunahme der Short-Position der Commercials um 3 % auf 311.823 Kontrakte. Die Zahl der offenen Kontrakte stieg gleichzeitig um 5 % auf 547.334.

Ein Blick auf den langfristigen Verlauf der jahrelangen Korrektur auf Monatscandle-Basis zeigt, dass der Goldpreis sich Stück für Stück an den über ihm liegenden Widerständen abarbeitet. Ein Monatsschlusskurs über dem gerade überwundenen horizontalen Widerstand, der nun eine Unterstützung darstellt und welcher bei 1594 Dollar liegt, wäre ein ermutigendes Zeichen für den weiteren Jahresverlauf.

 

Gold

 

Silber

Auch Silber rappelte sich in der abgelaufenen Woche wieder auf und konnte ebenso einen bedeutenden Anteil der bisherigen Verluste wieder aufholen.

Wie wir ja bereits im letzten Wochenkommentar als eine Möglichkeit dargestellt hatten, ist bei Silber eine ,,Drehung auf der Hacke‘‘ immer möglich. Die technischen Wunden sind damit zwar noch nicht wieder verheilt. Aber die Chancen darauf haben sich deutlich verbessert, denn der Silberpreis hat auf der für die Heilungschancen wichtigen Monatscandle-Basis sein Tief vom Januar 2016 bei 13,65 Dollar wieder überschritten. Ein Monatsschlusskurs über dieser Marke am kommenden Dienstag könnte dann dazu führen, dass sich der Sell-off im Rückspiegel als charttechnisch glatter Durchschuss erweist und der lange Docht des Monatscandles März 2020 das Schwungholen für einen ,,Slingshot-Move‘‘ ist.

Im Wochenvergleich legte der Silberpreis wieder um knapp 14,7 % zu und holte den Verlust der Vorwoche von 15 % fast vollständig wieder auf. Der CoT-Report der Commercials per 24.03.2020 weist erneut einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 18 % auf nur noch 44.680 Kontrakte auf. Das Open Interest sank gleichzeitig um 10 % auf 150.700 Kontrakte. Man wird zwar erst in einigen Monaten wissen, ob der Ausverkauf des März 2020 eine ,,Bärenfalle‘‘ war. Die Berichtswoche war diesbezüglich aber schon einmal ermutigend!

 

Silber

 

Platin

Auch Platin konnte in der abgelaufenen Handelswoche einen Gutteil seiner Vorwochenverluste aufholen. Allerdings war die charttechnische Verwundung von Platin deutlich schwerer als bei Silber, denn Platin fiel letzte Woche unter das Tief aus der Finanzkrise vom Oktober 2008, welches bei 752,50 Dollar liegt. Der Wochenschlusskurs liegt mit 742,14 Dollar zwar noch gut 10 Dollar darunter, aber es wird sich am kommenden Dienstagabend zeigen, ob der Monatscandle für März wieder darüber liegt.

Im Wochenvergleich gewann der Platinpreis 21,3 %. Die CoT-Daten vom 24.03.2020 zeigen einen erneuten deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials um 14 % auf noch 27.479 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 4 % auf noch 63.571 Kontrakte zurück. Gesamturteil in dieser Woche: Die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt, aber daneben gibt es inzwischen auch neue Indizien, dass sich Platin wieder erholt.

 

Platin

 

Palladium

Palladium ging in dieser Woche daran, seine technischen Schrammen glattzubügeln. Der Preischart auf Monatsbasis zeigt, dass die Wochentiefstkurse der Vorwoche bislang nur einen langen unteren Docht produziert haben, der strategisch aktuell eher wie eine schnelle Konsolidierung aussieht anstatt wie eine Trendwende. Auch wenn eine Konsolidierung immer noch technisch geboten ist, dürfte das physische Angebotsdefizit durch die Turbulenzen in Südafrika nicht kleiner werden. Dies wiederum dürfte in der Berichtswoche auch Palladium gestützt haben.

Per saldo ergab sich für Palladium im Wochenvergleich ein Anstieg von 629,95 Dollar oder 38,5 %! Die Short-Position der Commercials ging per 24.03.2020 nochmals dramatisch zurück, und zwar um 69 % auf nur noch 412 Kontrakte. Das Open Interest fiel parallel um 14 % auf nur noch 8.237 offene Kontrakte. Palladium ist aktuell wohl selbst den Commercials zu heiß, denn das Risiko, physisch liefern zu müssen, dürfte die meisten davon abschrecken, Positionen gegen Palladium einzugehen. Denkt man einen Moment darüber nach, wie der zuvor erwähnte ,,Slingshot-Move‘‘ bei Palladium aussähe, so kommen schnell Kursziele von 3.500 Dollar in Sichtweite. Bis dahin hat Palladium seinen bisherigen Höchstkurs von 2.879,74 Dollar im Visier, seine Konsolidierung aber auch noch nicht beendet.

 

Palladium

 

28.03.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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