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Thailand will Aufwertungsdruck auf den Bath verringern

Neue Goldhandelsregeln in Thailand sollen Bath-Aufwertung bremsen

 

Die Zentralbank Thailands will in Kürze den Handel von Gold in US-Dollar erlauben. Dies teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit.

Der Handel von Gold in US-Dollar sei aber nicht verpflichtend, sagte ein Mitarbeiter der Notenbank am Donnerstag. Mit dieser Entscheidung will Thailand den Einfluss von Edelmetallen auf den chronisch starken thailändischen Bath verringern.

Dieser hat sich zu einer relativen Fluchtwährung in Asien entwickelt, wie Chart 1 zeigt.

 

 

Die geänderten Handelsregeln sollen dabei die Volatilität der Wechselkurse des Bath verringern. Die steigenden Goldpreise hatten zu einem steigenden Umtauschvolumen in Bath geführt und damit seine Aufwertung gestärkt.

Mit den neuen Regeln haben nun Goldverkäufer die Möglichkeit, den Erlös automatisch in US-Dollar zu halten, was den Aufwertungsdruck auf den Bath verringern würde. Dies spiele insbesondere im Online-Handel mit Gold eine Rolle.

Der derzeitige Wechselkurs des Bath gegen den US-Dollar ist nach Ansicht thailändischer Exporteure deutlich zu stark und verringert damit ihre Exporterlöse.

Thailändische Haushalte haben bedeutende Anteile ihrer Ersparnisse in Gold investiert und verkaufen typischerweise, wenn der Goldpreis ansteigt oder eine ökonomische Krisensituation entsteht. Dieses Gold wird dann in der Regel exportiert.

Der Goldpreis in Bath hatte in diesem Jahr, wie auch in den meisten anderen Weltwährungen, ein neues Allzeithoch erreicht.

 

 

Zwischen Januar und Juli 2020 stiegen die Goldexporte Thailands um 107 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil an den Gesamtexporten des Landes betrug 7,1 %. Letztere fielen gleichzeitig um 7,7 %.

Am 28.08.2020 hatte der Präsident der Zentralbank Thailands, Veerathai Santiprabhob, der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass die Regeln für Devisenkonten gelockert würden, um sicherzustellen, dass der Goldhandel keinen zu großen Einfluss auf die Entwicklung des Außenwertes des thailändischen Baths bekommt.

 

Fazit

 

Die Lockerung der Devisenbestimmungen ist eine kurzfristige Maßnahme, um den Aufwertungsdruck auf den Bath zu lindern. Ein weiter steigender Goldpreis würde den Effekt allerdings zunehmend konterkarieren. Es bleiben also bedeutende Zweifel über die Nachhaltigkeit der neuen Goldhandelsregeln.

 

10.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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