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Gold: Zentralbanken verkaufen netto im 3. Quartal

Zentralbanken verkaufen erstmals seit 2010 wieder Gold

 

Die Zentralbanken haben zum ersten Mal seit 2010 im 3. Quartal 2020 wieder per saldo Gold verkauft.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf den World Gold Council (WGC) berichtet, verkauften die Zentralbanken im 3. Quartal 2020 netto 12,1 Tonnen Gold. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatten sie noch netto 141,9 Tonnen zugekauft.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Verkäufe wurden von Usbekistan und der Türkei angeführt. Und auch Russland verkaufte auf Quartalsbasis zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder Gold. Im Berichtszeitraum verkaufte die Türkei 22,3 Tonnen Gold, Usbekistan hingegen veräußerte 34,9 Tonnen.

Usbekistan öffnet sich langsam aus jahrzehntelanger Isolation und diversifiziert nach Bloomberg-Angaben seine Währungsreserven.

Während in den Vorjahren 2018 und 2019 vor allem die Goldkäufe der Zentralbanken den Goldpreis angeschoben hatten, waren im laufenden Jahr insbesondere Zuflüsse in Gold-ETF’s für den Aufwärtstrend verantwortlich.

Gleichwohl ist im kommenden Jahr mit einer Rückkehr der Zentralbanken als Goldkäufer zu rechnen.

Der WGC stellt zudem fest, dass im 3. Quartal 2020 die Gesamtnachfrage nach Gold-Bullion um 19 % gegenüber dem Vorjahr auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen ist. Dies verwundert allerdings angesichts der rekordhohen Goldpreise nicht.

Insbesondere die Nachfrage der Schmuckindustrie in Indien halbierte sich faktisch, und auch in China schwächte sich die Nachfrage nach Goldschmuck deutlich ab.

Das weltweite Goldangebot ging allerdings auch zurück, und zwar um 3 %, da aufgrund des Corona-Lockdowns in großen Förderländern wie Südafrika die Minen keine oder nicht volle Kapazität erreichten.

 

Fazit

 

Die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Goldmarktes im 3. Quartal zeigen eine Verhaltensfunktion der Zentralbanken, welche eher einem Krisenmodus entspricht. Die preiselastische Nachfrage des Schmucksektors steht dabei gegen die Aufwertung von Gold aus einer Investorenperspektive. Bei einer Gesamtschau sind die Zahlen des WGC für das 3. Quartal 2020 nicht über zu bewerten.

 

29.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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