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BÖRSE TO GO - mit Ado Properties und Adler Real Estate, Isra Vison und Roche

Gute Signale - aber keine neue Tendenzentscheidung

 

Guten Morgen,

der Wille ist da, nur der Schwung fehlt. Trotz positiver Meldungen seitens des Handelskonflikts und einer klaren Ansage zum Thema Brexit fehlt es dem Markt an Vertrauen und Dynamik. Zwar konnten noch am Freitag neue Rekorde im DAX erreicht werden, doch so knapp vor Jahresende fehlt es den meisten Marktteilnehmern an Mut und Tatkraft. Wir vermuten daher, dass die neuen Impulse erst nach den Feiertagen in den Köpfen der Börsianer ankommen werden - in den letzten Handelstagen des Jahres erwarten wir hingegen nicht viel.

Ohnehin sind die Meldungen zum Thema Handelsstreit zwar ermutigend, aber keinesfalls lückenlos. Es scheint, als ob beide Seiten einfach ein Signal setzen wollten, nicht aber in der Beantwortung der Details. So wird es vermutlich auch 2020 weitergehen: in Mikro-Schritten und nur mühsam. Der große Wurf, den alle erwarten, wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen, wäre für die weitere Tendenz allerdings auch nicht notwendig. Solange es keine Rückschritte gibt, ist der Trend nicht gefährdet.

 

Chartprogramm Monitor

Bildnachweis: © Fotograf - Jason Briscoe

 

Zudem: Im Januar werden wieder die Unternehmenskennziffern in den Vordergrund rücken, und hier erwarten wir denn auch die wirklich wichtigen Erkenntnisse, welche das erste Halbjahr prägen dürften: Bestätigen die Zahlen das, was die Frühindikatoren bereits andeuten, sind die 14.000 Punkte im DAX nur die erste Etappe!

Fazit: Es bleibt für uns dabei, ungeachtet der aktuellen Bewegungen ist 2019 für uns erledigt. Wir gehen zufrieden und voller Zuversicht ins neue Jahr.

 

Dreier-Fusion im deutschen Immobilienmarkt

 

Kurz vor Weihnachten kommt noch einmal in den deutschen Immobilienmarkt richtig Bewegung. Denn nachdem schon AROUNDTOWN und TLG einen Zusammenschluss angekündigt hatten, wollen nun drei andere Immobilienfonds zukünftig zusammengehen. Dabei handelt es sich zum einen um den vorrangig in Berlin tätigen Wohnungskonzern ADO PROPERTIES. Dieser will sich mit seinem Großaktionär ADLER REAL ESTATE zusammenschließen. Nach diesem Vollzug soll dann auch noch der Projektentwickler CONSUS REAL ESTATE übernommen werden.

Mit dieser Dreier-Fusion könnte insbesondere ADO seine derzeitige Konzentration auf den Berliner Wohnungsmarkt deutlich verringern, da Großaktionär ADLER, der aktuell indirekt rund 33 % an ADO hält, kaum in Berlin vertreten ist. Gemeinsam wäre man dann aber in den wichtigsten Wohnungsmärkten Deutschlands vertreten.

An der Börse kommen die neuesten Pläne sehr gut an. Insbesondere ADLER und CONSUS können heute deutlich zulegen. Bei ADO PROPERTIES dominieren derzeit noch die Minusvorzeichen, weil ADO hier als Übernehmer auftritt und die Transaktion mit neu auszugebenden Aktien stemmen soll. Das bringt natürlich grundsätzlich erst mal eine Verwässerung der Altaktionäre. In der Perspektive ist das Fusionsprojekt allerdings klar positiv zu sehen. Allerdings würden wir mit entsprechenden Positionierungen noch warten, bis alles in trockenen Tüchern ist.

 

Kursverlauf Adler Real Estate

 

ISRA VISION etwas optimistischer

 

An der deutschen Börse macht auch wieder der Maschinenbauer ISRA VISION auf sich aufmerksam. Der Spezialist für sogenannte maschinelle Bildverarbeitung (zum Beispiel zur Qualitätskontrolle in der Produktion) hatte zuletzt ja eher schwache Ergebnisse präsentieren müssen. Nun zeigt man sich optimistischer, dass man im zweiten Fiskalquartal des laufenden Geschäftsjahres (seit Oktober) wieder eine Erholung bei den Auftragseingängen sehen könnte. Zuletzt hatte man diesbezüglich ja von Verzögerungen berichten müssen.

Gleichzeitig teilte man die Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr mit. Das Umsatzplus von einem Prozent auf knapp 154 Millionen Euro lag dabei im Rahmen der vorab abgesenkten Prognose. Die EBIT-Marge blieb mit 22 % aber stabil. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet ISRA VISION weiterhin mit einem niedrigen zweistelligen Wachstum sowohl bei Umsatz als auch Gewinn. Detaillierte Zahlen soll es dann im Februar kommenden Jahres geben. Aktuell raten wir zum weiteren Halten.

 

ROCHE am Ziel?

 

Und noch ein Blick in die Schweiz. Beim Pharmariesen Roche wird es jetzt besonders interessant. Denn bis heute hatten die Aktionäre der amerikanischen Gentechnik-Firma SPARK THERAPEUTICS Zeit, dass auf dem Tisch liegende Übernahmeangebot von ROCHE anzunehmen. Der Schweizer Konzern hatte die Angebotsfrist bereits mehrfach verlängert. Ob man nochmals draufsatteln wird, bleibt abzuwarten. Immerhin:

Zumindest kartellrechtlich kommt ROCHE ein gutes Stück vorwärts. Denn die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat nun grünes Licht gegeben. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die ausstehende Genehmigung des amerikanischen Kartellamtes FTC positiv ausfallen könnte, da beide Behörden traditionell sehr eng miteinander arbeiten. Neue Dispositionen werden wir aber auch hier erst treffen, wenn die Übernahme klar ist.

 

Kursverlauf Roche

 

16.12.2019 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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