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Kommen jetzt der steile Zinsanstieg und ein schwächerer Dollar in den USA?

Georgia, der Game Changer für die US-Zinsen?

 

Heute ist ein bedeutender Tag in der politischen und ökonomischen Geschichte der USA. Sollte es zu einem Doppelsieg demokratischer Kandidaten bei den Senatswahlen im US-Bundesstaat Georgia kommen, hätte die demokratische Partei Stimmengleichheit im Senat erreicht, bei der dann eine designierte künftige Vizepräsidentin Harris die entscheidende Stimme abgeben würde.

Mit der Mehrheit im US-Repräsentantenhaus und einem demokratischen Präsidenten Biden im Weißen Haus wäre die ,,blaue Welle‘‘ komplett.

 

Was aber bedeutet dies ökonomisch im Lichte der Wahlversprechen und der Corona-Krise?

 

Die Demokraten können deutlich stärker ,,durchregieren‘‘ und dabei die Finanzierung ihrer politischen Ziele besser gewährleisten.

Angesichts der explodierenden Staatsverschuldung weltweit, auch und vor allem schon vor der Corona-Krise, scheinen sich die Marktteilnehmer auf eine gefährliche Mischung einzustellen: US-Zinsen rauf, US-Dollar runter!

So oder so ähnlich sieht die wahrscheinliche Reaktion der Märkte auf die neue politische Machtverteilung aus.

 

Where do we go from here?

 

Ein Blick auf die marktführende 10-jährige US-Staatsanleihe zeigt einen heutigen Sprung von rund 10 % über die Marke von 1 % Endfälligkeitsrendite.

 

 

Dabei hat sich im kleineren, dunkelgelben Rechteck ein Muster gebildet, welches zuvor bereits im hellgelben in ähnlicher Weise entstanden war. Die Skalenverkleinerung passt zum Ende eines Zyklus, da es eine fraktale Musterformation zeigt. Bricht dieses Muster und stellt sich ein Richtungswechsel ein, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Trendwechsels auch auf höherer Skale. Eine erste Aufwärtsbewegung dürfte zu einem Test der Marke von 1,27 % vom März 2020 führen, der oberen Begrenzung des größeren Rechtecks.

Ein Blick auf Chart 2 und 3 zeigt, dass der seit Ende 2018 laufende steile Abwärtstrends der Renditen bereits mit dem zuvor noch unsicheren Wahlsieg der Demokraten im November 2020 nach oben verlassen und damit bereits ein frühes Verkaufssignal für die entsprechenden Anleihen gegeben wurde.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie danach folgende Seitwärtsbewegung wurde mit dem heutigen Anstieg beendet. Die nächsten mittelfristigen Kursziele der Rendite liegen geballt auf der Höhe der blauen Horizontalen bei rund 1,33 % und 1,42 %.

Bedeutsam ist auf diesem Niveau auch zu erwähnen, dass sich die Abwärtsbewegung der Zinsen im Jahr 2020 als Bullenfalle herausstellen könnte, da das Überwinden der oben genannten Widerstandsrenditen eine zusätzliche Bestätigung der Richtungsänderung darstellt. Denn ein Wiederanstieg über 1,42 % Rendite hat technisch eine hohe Bedeutung für die Möglichkeit, den langfristigen Abwärtstrend zu brechen!

 

 

 

Der langfristige Abwärtstrend auf Chart 4 liegt zwar noch um einiges höher und steht aktuell bei rund 2,5 %.

Geht man zudem davon aus, der der Trend weiter fällt, deutet vieles darauf hin, dass ein erster Angriff der Zinsen auf den zentralen dynamischen Widerstand, den dieser langfristige Abwärtstrend darstellt, bei ca. 2,25 % Rendite ablaufen könnte!

 

 

Dies bedeutet für all jene Investoren, welche in den vergangenen 10 Jahren bei mageren Renditen von unter 2,25 % zu pari gekauft haben, große Kursverluste. Insbesondere eine steigende Inflation, ausgelöst durch einen schwächeren US-Dollar, könnte die Renditen in die Höhe treiben.

 

 

Zwar ist zu erwarten, dass die US-Notenbank auch weiterhin die neuen US-Staatsschulden in Form 10-jähriger US-Staatsanleihen aufkaufen wird. Gegen einen Anstieg der Inflationserwartungen ist auch sie relativ machtlos. Dass sie auf einen Anstieg dieser Inflationserwartungen mit einer Anhebung der Leitzinsen reagiert, hält der jetzige US-Notenbankchef Powell für einigermaßen ausgeschlossen, zumal seine Vorgängerin aller Wahrscheinlichkeit nach als zukünftige Finanzministerin am anderen Ende der Telefonleitung sein wird.

 

Fazit

 

Der deutliche Anstieg der 10-jährigen US-Staatsanleihen am heutigen 06.01.2021 signalisiert eine Trendwende bei den US-Zinsen. Eine fraktale Bodenbildung wurde beendet, die zukünftige politische Machtverteilung spricht für eine noch schnellere Staatsverschuldung, während die US-Notenbank diese absorbieren wird, bei einem Anstieg der Inflation aber weiter, wie so oft, ,,behind the curve‘‘ stehen, also hinter der Inflationsdynamik zurückbleiben, wird.

Aus dieser Perspektive ist mit einem Überwinden der Renditewiderstände bei 1,33 % und 1,42 % zu rechnen, wodurch eine massive Bodenbildung der Renditen bestätigt würde.

Ausgehend von diesem Szenario ist im Jahresverlauf mit einem ersten Test des langfristigen Abwärtstrends, welcher aktuell bei 2,5% verläuft, zu rechnen. Dies spricht für eine Beachtung inflationsgeschützter Anleihen als auch für eine Absicherung des Portfolios gegen weitere Verluste des US-Dollars insbesondere gehen die Rohstoffwährungen Kanada-Dollar, australischer Dollar und die norwegische Krone.

 

06.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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