China scheint bei der Chipfertigung große Fortschritte zu machen, was zukünftig den Anlagenbauer ASML merklich unter Druck setzen könnte
ASML hat keine Zeit zum Ausruhen
Europa wird in Sachen KI zwar noch immer viel Nachholbedarf unterstellt. Ganz unbeteiligt ist man am Boom jedoch nicht. Die Beleuchtungsanlagen von ASML gelten für die Fertigung moderner Chips als unverzichtbar, was sich der Hersteller natürlich vergolden lässt. Etliche Millionen kostet eine einzige moderne Anlage, die als Grundstein für die Produktion von schnellen KI-Chips in besonders kleinen Strukturbreiten dient.
Eben deshalb gehört ASML (NL0010273215) auch zu den großen Profiteuren des KI-Booms. Die Konkurrenz ist schmal bis kaum vorhanden und liegt technologisch um einiges zurück. Genau das könnte sich aber schneller ändern als gedacht. Denn wie „Der Aktionär“ berichtet ist chinesischen Forschern wohl ein bedeutender Fortschritt gelungen.
Mit einem neuen Prototyp soll erstmals das für die Fertigung hochmoderner Chips entscheidende Licht erzeugt worden sein. Von einem möglichen Befreiungsschlag ist dabei schon die Rede. Bisher ist allerdings nicht bekannt, ob und wann das Ganze auch Serienreife erreichen mag. Eine akute Bedrohung für ASML entsteht also noch nicht. Die Meldung ist aber definitiv eine Erinnerung daran, dass die Niederländer sich auf bereits erreichten Erfolgen tunlichst nicht ausruhen sollten
Die Anleger nehmen das Ganze noch recht gelassen zur Kenntnis. Einem guten Start ins neue Jahr steht die Angelegenheit nicht im Weg. Am Freitag legte die ASML-Aktie bis zum Vormittag um 2,2 Prozent auf 942 Euro zu und kratzt dort weiter am 52-Wochen-Hoch, das bei 976 Euro zu finden ist. Das vergangene Jahr war durchaus gespickt mit Widerständen. Abgeschlossen werden konnte es aber dennoch mit satten Kursgewinnen.
ASML ist nicht untätig
Dass China die Bemühungen für die eigene Chipfertigung unter Hochdruck erhöht, das lässt sich kaum bestreiten. Es ist aber auch nicht so, als würden die Ingenieure bei ASML einfach Däumchen drehen. Noch ist der technologische Vorsprung nicht aufgeholt und bei modernen Chipfabriken führt an den Niederländern kein Weg vorbei. Daher gibt es auch noch keinen Grund zur Panik.
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02.01.2026 - Matthias Eilenbrock

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