Mit mehr Leistung bei Beleuchtungssystemen will ASML den Wafer-Output steigern und damit seine Vormachtstellung verteidigen
ASML stellt den Kunden einen höheren Ausstoß an Chips pro Stunde in Aussicht
Bei der Herstellung von Highend-Chips führt schon heute kein Weg an ASML vorbei. Die Niederländer haben defacto ein Monopol auf dafür benötigte Beleuchtungsanlagen. Die Verantwortlichen scheinen sich aber sehr bewusst darüber zu sein, dass die Konkurrenz nicht schläft. Daher wird schon heute daran gearbeitet, auch in Zukunft die Oberhand zu behalten. In den Fokus rückt dabei aktuell die Leistungsfähigkeit der Lichtquellen.
Bei heutigen Anlagen beträgt jene in der Regel 500 bis 600 Watt. Für die kommenden Jahre stellt ASML (NL0010273215) eine deutliche Erhöhung der Leistung in Aussicht. Auf 600 sollen 1.000 Watt folgen und der Weg zu 2.000 Watt sei zumindest bereits erkennbar. Darüber plauderte das Unternehmen auf seinem Campus in San Diego; die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuerst über das Thema.
Die Lichtquelle gibt in Lithografiesystemen weitgehend vor, wie viele Chips pro Stunde sich herstellen lassen. Je mehr Leistung vorhanden ist, desto schneller können die Wafer in der Theorie hergestellt werden. Die Erhöhung ist jedoch deutlich komplexer als das Eindrehen einer neuen Glühbirne. ASML scheint bei seinen Fortschritten auch auf das Knowhow von Cymer zu setzen, welches der Konzern im Jahr 2012 übernommen hatte.
ASML stellt Upgrades in Aussicht
Auf der neuen Roadmap von ASML werden 1.000 Watt für die Serienproduktion bsi zum Jahr 2030 in Aussicht gestellt. Auf älteren Roadmaps war bei Anlagen der NXE:4000-Generation die Rede von über 300 Wafern pro Stunde ab 2029. Aktuell kommen Anlagen der Serie NXE:3800E auf etwa 220 Wafer stündlich. Das Upgrade würde also recht gut zu den vorgestellten Leistungssteigerungen passen. Ab 2032 ist die Erhöhung des Outputs auf über 330 Wafer pro Stunde angedacht.
Ein wichtiges Detail dabei: laut ASML handelt es sich um die gleichen Systeme wie bisher, sodass die neuen Lichtquellen auch in Maschinen genutzt werden können, die bei den Kunden bereits im Einsatz sind. Statt der (sehr teuren) Neuanschaffung von Systemen wird also wohl ein (teures) Upgrade ausreichen. Aus Anlegersicht lässt sich dieses Vorgehen vielleicht auch als eine Verbreiterung der Zielgruppe ansehen. Denn nicht jeder Kunde heißt TSMC, wo die Anschaffungskosten dank der enormen Nachfrage nach Chips kaum eine Rolle spielen.
Keine Neuigkeiten hatte ASML zum Thema Pellicles im Gepäck. Das sind hauchdünne Membranen, die bei der Chip-Produktion über Masken gelegt werden, um Verunreinigungen außerhalb des Fokus der Belichtungsmaschinen zu halten. Bei Belastungen von 500 Watt und Temperaturen von rund 1.000 °C machen solche schon heute nach wenigen Tagen schlapp. Eine Erhöhung der Leistung wird diesbezüglich wohl kaum eine Verbesserung mit sich bringen. ASML ist sich dieser Problematik bewusst, scheint aktuell aber noch keine neue Lösung anbieten zu können.
Immer munter weiter
ASML schraubt weiter an seiner Technologie und dürfte damit auch in Zukunft der Konkurrenz voraus sein. Solange also die Nachfrage nach High-End-Chips nicht nachlässt und etliche neue Chipfabriken aus dem Boden gestampft werden, müssen Anleger sich um die Nachfragesituation wohl nicht allzu viele Gedanken machen. Die Mitbewerber tun sich bereits schwer, mit der aktuellen Technologie schritthalten zu können. Gelingen ASML in den kommenden Jahren weitere Fortschritte, dürfte der Anbieter seine starke Stellung erfolgreich verteidigen.
In einem solchen Szenario dürfte auch die Aktie weiter in Richtung Norden marschieren. Letztere kann sich schon jetzt sehen lassen mit Kursaufschlägen von 27 Prozent allein im noch jungen Jahr 2026. Auf Jahressicht ging es um 75 Prozent bis auf 1.252,80 Euro per Handelsschluss am Montag in die Höhe. Ab und zu gab es zwar auch Reibereien, doch der Boom bei KI-Rechenzentren überstrahlt letztlich jegliche Anflüge von Sorgen und die vorgelegten Bilanzen konnten die Bullen mehr als nur beruhigen.
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24.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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