ASML sieht Wachstum von bis zu 19 % für 2026
ASML trumpft mit einem beeindruckenden Auftragswachstum und starkem Ausblick auf
Mit ASML haben wir den ersten Verdoppler in diesem Jahr. Die Aktien steigen am Mittwoch im frühen Handel nach den Zahlen und dem neuen Ausblick für 2026 auf mehr als 1.322 Euro, nachdem wir die Aktien im Mai 2025 zum Kauf empfohlen hatten. Seinerzeit als niemand die Aktien bei 661 Euro haben wollte.
Insbesondere der Auftragseingang bei ASML (NL0010273215) ist aktuell beeindruckend. Netto bekam man Aufträge für neue Lithographiemaschinen in einem Umfang von 13,16 Mrd. Euro. Wohlgemerkt in nur drei Monaten. Zum Vergleich. Das ist mehr als in den letzten beiden Quartalen zusammen und fast so viel wie in den letzten drei Quartalen in Summe. Insgesamt kam man so Ende 2025 auf einen Auftragsbestand von 38,8 Mrd. Euro.
Der Schub kommt selbstverständlich nicht überraschend. Der AI-Boom hat im 2. Halbjahr 2025 noch einmal an Momentum gewonnen, was alle High-End Halbleiterhersteller dazu zwingt, die Investitionen in Anlagen (CapEx) deutlich auszuweiten. Allein TSMC (US8740391003) will im laufenden Jahr 52 bis 56 Mrd. US-Dollar für neue Anlagen ausgeben. Parallel dazu hat sich ein globaler Nachfrageüberhang bei Speicherchips aufgebaut, der durch steigende Kapazitäten bedient werden wird. Die Bestellung von ASML Maschinen gehört dabei zu den ersten Massnahmen, denn der Prozess ist sehr zeitaufwendig. Von der Bestellung bis zur Lieferung vergehen schnell mal 18 Monate. Der Aufbau der Lithographiemaschinen und die Integration in die eigenen Prozesse kann dann noch einmal bis zu 12 Monate dauern.
ASML: Starker Abschluss, starke Prognose
Die Produktionskapazitäten von ASML sind derzeit das grösste Nadelöhr. Das Unternehmen kann nicht einfach über Nacht flexibel auf eine plötzlich steigende Nachfrage reagieren. Der Auftragseingang sagt daher viel über die mittel- bis langfristige Entwicklung des operativen Geschäfts, aber wenig über das kurzfristige Wachstum aus. So erwartet ASML beispielsweise, dass der Umsatz im laufenden Quartal im besten Fall um 15 % auf bis zu 8,9 Mrd. Euro steigen soll bei einer vergleichbaren Rohertragsmarge von 51 % bis 52 %. Für das Gesamtjahr ist sogar ein Umsatzwachstum von bis zu 19 % möglich, nach 15 % im vergangenen Jahr.
Zieht man für 2025 Bilanz, dann zeigt sich sogar ein Rückgang der Auslieferungen. Insgesamt hat man 300 neue Lithographiemaschinen an Kunden übergeben. Ein Rückgang um -21 %. Dass man dennoch den Umsatz um 15 % erhöhen konnte, hängt natürlich auch mit der steigenden Qualität und Komplexität der bestellten Maschinen zusammen. Aber Sie erkennen das Problem: Mehr Aufträge eskalieren nicht über Nacht den Umsatz in vergleichbarer Art und Weise nach oben.
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29.01.2026 - Mikey Fritz

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