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Neuer Schub für Ägyptens Energiepolitik

Ägyptische Ölförderung erreicht neue Rekordmarke

 

Ägypten teilte vor Kurzem mit, dass seine Rohölförderung inzwischen die Marke von 650.000 Barrel pro Tag überschritten hat. Dies ist das erste Überschreiten seit den späten 50er-Jahren!

Dies meldet die Nachrichtenagentur Al-Monitor unter Berufung auf Aussagen von Tarek el-Molla, des ägyptischen Ministers für Petroleum und mineralische Rohstoffe.

Er teilte dabei ebenfalls mit. Dass Ägyptens ,,General Petroleum Company‘‘ beginne, die Entwicklung neuer Ölbohrlöcher und der zugehörigen Infrastruktur voranzutreiben. El-Molla steht dem Unternehmen vor.

Der Großteil der ägyptischen Ölförderung befindet sich im Westen des Landes. Aus der Wüstenregion stammen 56 % der Gesamtförderung, 23 % werden in der Suezregion gefördert, während der Anteil der östlichen Wüstenregion 12 % beträgt. Lagerstätten auf der Sinai-Halbinsel tragen schließlich die restlichen 9 % bei.

Derzeit produziert Ägypten zudem auch 1,1 Mrd. Kubikfuß Erdgas pro Tag.

Bei der steigenden Förderung von Öl und Gas machen sich die früheren Entwicklungsprojekte für Lagerstätten im Gold von Suez bemerkbar.

Auch wenn die aktuellen Förderzahlen Ägyptens überschaubar sind, so zeigt sich jedoch zunehmend, dass das Land über bedeutende Lagerstätten im Mittelmeer verfügt.

Bereits vor 2 Jahren lief die Ölförderung in dem größten Zohr-Erdgasfeld im Mittelmeer an. Das dort geförderte Erdgas trug wesentlich dazu bei, dass Ägypten den Import von flüssigem Erdgas vermeiden und damit seine Devisenreserven schonen konnte.

In den letzten Jahren steht Ägypten deshalb im Zentrum eines regelrechten ,,Erdgas-Rausches‘‘, nachdem der italienische Energiekonzern ENI 2015 das Zohr-Erdgasfeld entdeckt hatte.

Zu Beginn des Monats hatten ENI und BP zudem die Entdeckung eines weiteren Erdgasfeldes im Mittelmeer bekannt gegeben. Dieses befindet sich in den Gewässern des Nil-Deltas.

 

Fazit

 

Nachdem sich die Spannungen mit Äthiopien bezüglich der Wasserpolitik verschärft hatten, stiegen auch die Friktionen mit der Türkei aufgrund deren Politik in Libyen. Mit der Entwicklung eigener Energiequellen schafft sich Ägypten neuen Handlungs- und Entwicklungsspielraum. Dieser ist auch dringend nötig, um die Wachstumspotenziale für die junge Bevölkerung zu realisieren, Devisenreserven zu schonen und den eigenen Einfluss in der Region zu erhöhen. Die aggressiven türkischen Gaserkundungs-Initiativen im Mittelmeer könnten aber indirekt auch Ägypten tangieren.

 

25.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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