Alibaba: AI- und Cloud-Geschäft wächst um 34 %
Alibaba wächst in allen wichtigen Sparten - hohe Investitionen drücken jedoch den Gewinn
Alibaba macht Fortschritte an allen Fronten. Das AI- und Cloud-Geschäft boomt, aber auch das klassische E-Commerce-Geschäft wächst zweistellig trotz massiven Wettbewerbs in China. Ein Dämpfer für die Börse sind die ausserordentlich hohen Investitionen.
Von einer AI-Blase will Eddie Wu nichts wissen. Der Alibaba (KYG017191142) Chef machte am Dienstagmorgen deutlich, dass es aus seiner Sicht nicht den geringsten Anlass zur Sorge gibt. Die Börse hatte im Hinblick auf die hohen globalen Investitionen in AI-Rechenzentren die Sorge gezeigt, dass hier teure Überkapazitäten aufgebaut werden. So hatte Alibaba beispielsweise in den vergangenen vier Quartalen insgesamt rund 120 Mrd. Yuan (ca. 14,6 Mrd. Euro) in das AI- und Cloud-Geschäft investiert. Doch Wu konterte, dass Alibaba ganz im Gegenteil in den kommenden drei Jahren weiter „aggressiv“ in AI investieren wird, um mit der rasant steigenden Nachfrage mitzukommen und dem harten Wettbewerb Paroli zu bieten. Und Wu hat recht:
Das Cloud- und AI-Geschäft von Alibaba geht durch die Decke. Die Cloud Intelligence Sparte, die im Wesentlichen aus dem Cloud-Geschäft besteht, aber auch die Qwen AI-Familie enthält, konnte ihren Umsatz im 2. Fiskalquartal im Jahresvergleich um satte 34 % steigern. Die Umsätze aus AI-Produkten stiegen erneut mit einem dreistelligen Prozentsatz, aber mehr Details wollte Alibaba nicht preisgeben. Fakt ist: Das AI-Geschäft wächst weiterhin sehr stark, aber im Vergleich zum Spartenumsatz und vor allem zum Konzernumsatz bewegt es den Zeiger noch nicht. Für die Börse geht das in Ordnung. Was man sehen will, ist, dass es das Wachstum sehr hoch bleibt. Daran werden die Bewertungsaufschläge für die Aktien im Wesentlichen bemessen.
AI- und Cloud-Geschäft wächst um 34 %
Möchte man einen Vergleich mit den amerikanischen Konkurrenten ziehen, ist Alibaba weniger wie OpenAI, sondern viel mehr wie Google positioniert. Man hat nicht nur die eigene AI-Familie Qwen im Angebot, die alles von grundlegenden Modellen bis hin zu High-Performance-Modellen bietet, sondern man bietet den Kunden auch hochperformante Server, schnelle Netzwerke sowie eine komplette AI-Plattform für Unternehmen und Entwickler.
Insgesamt erzielte Alibaba einen Quartalsumsatz von 247,80 Mrd. Yuan (ca. 30,2 Mrd. Euro) gegenüber einer Konsensschätzung von 245,2 Mrd. Yuan. Der Gewinn brach jedoch aufgrund der hohen Investitionen unangenehm scharf ein. Denn neben AI und Cloud kämpft Alibaba auch mit harten Bandagen im E-Commerce-Geschäft und versucht dort mit hohen Investitionen, die Kundenzufriedenheit zu maximieren und somit die Wettbewerber auszustechen. Und mit Erfolg (Quick Commerce: +60 %). Das E-Commerce-Geschäft entwickelte sich sehr positiv. Der Umsatzanstieg um 16 % signalisiert, dass Alibaba keine Probleme hat, mit Konkurrenten in diesem Bereich, wie JD.com (US47215P1066) und Meituan (KYG596691041), mitzuhalten. Nichtsdestotrotz ist der Einbruch des operativen Ergebnisses um -85 % auf nur noch 5,4 Mrd. Yuan eine Enttäuschung. Dank des Beteiligungsgeschäfts sank der Gewinn nach Steuern „nur“ um -53 % auf 20,6 Mrd. Yuan (ca. 2,51 Mrd. Euro).
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26.11.2025 - Mikey Fritz

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