Bei seiner hauseigenen Entwicklerkonferenz hat die Alphaber-Tochter Google große Neuigkeiten im Gepäck, die auch für Anleger interessant sein dürften
Alphabet will künftig mit weniger Einsatz mehr erreichen können
KI bleibt eines der zentralen Themen an der Börse, was mittlerweile allerdings auch vermehrt kritisch beobachtet wird. Insbesondere die immer höheren Kosten lassen manchen Anleger daran zweifeln, ob das Ganze für die Betreiber eigentlich noch gesund sein kann. Die Alphabet-Tochter Google lud nun zur hauseigenen Entwicklerkonferenz I/O ein und behandelte bei der Vorstellung diverser Neuigkeiten unter anderem auch diese Thematik.
Eine der zentralen Neuvorstellungen von Alphabet (US02079K3059) ist das neue KI-Modell Gemini 3.5 Flash. Jenes soll nicht unbedingt besser als bisherige Ansätze, aber eben deutlich effizienter sein, so zumindest das Versprechen von Google. Das Modell für speziell für komplexe Aufgaben entwickelt und soll bis zu viermal schneller als die aktuell besten Modelle der Mitbewerber arbeiten, wie es auf der Entwicklerkonferenz hieß. Dafür genehmigt sich das System deutlich weniger Rechenleistung.
Alphabet-Chef Sudnar Pichai rechnete vor, dass Unternehmen jährlich über eine Milliarde US-Dollar sparen könnten, wenn sie 80 Prozent ihrer Arbeitslast auf eine Kombination aus Gemin Flash und andere Spitzenmodell verlagern würden. Das klingt natürlich hochinteressant, doch sind solche Aussagen im Rahmen einer Keynote stets auch mit etwas Skepsis zu genießen. In der Regel gehen die Unternehmen bei solchen Angaben vom bestmöglichen Fall aus, der in der Realität eher selten eintreffen dürfte.
Viel Neues bei Alphabet
Abseits von Einsparpotenzialen standen bei Google natürlich auch neue Funktionen im Vordergrund, die es zunächst nur für den US-Markt gibt. Neue KI-Agenten sollen den Nutzern das Leben einfacher machen. Jene arbeiten permanent im Hintergrund und durchforsten beispielsweise Postfächer und Terminkalender, um dem Nutzer jeden Morgen ein sogenanntes „Daily Brief“ zu servieren. Das funktioniert dank tiefgehender Cloud-Integration auch dann, wenn Rechner und Smartphone ausgeschaltet sind.
Ein neues Weltmodell soll derweil die Schwerkraft besser berücksichtigen können und dies beispielsweise bei der Generierung von Videos zum Einsatz bringen. Bisher taten KI-Modelle sich mit der richtigen Fallgeschwindigkeit von Objekten und dergleichen mehr eher schwer. Google verspricht nun, dieses Problem gelöst zu haben. Außerdem nimmt der Software-Gigant das Thema Online-Shopping verstärkt ins Visier.
Die Öffnung von Schnittstellen soll einen direkten Austausch zwischen Händlern und KI-Agenten erlauben. Letztere können von Nutzern künftig eingeschränkt werden, damit nicht ungewollt ausufernde Bestellungen getätigt werden. Vorgeben lassen sich etwa ein festes Budget und bevorzugte Marken. Dem KI-Helfer sollen beim Einkaufen also mehr oder weniger Leitplanken gesetzt werden können. All das sorgte an der Börse durchaus für Aufsehen, aber noch nicht für neue Euphorie.
Kann Alphabet noch mithalten?
Bei einem Thema blieb Alphabet erstaunlich ruhig. Bei der Leistungsfähigkeit seiner KI-Modelle konnte der Konzern zuletzt nicht mehr ganz mit Anthropic und OpenAI mithalten. Mancher Anleger hoffte darauf, dass bei der Entwicklerkonferenz mit einem neuen KI-Modell genau dies angegangen werden könnte. Stattdessen konzentrierte der Konzern sich aber vor allem auf das Thema Effizienz. Das ist zwar ebenfalls wichtig und könnte dabei helfen, die ausufernden Investitionen in Zukunft etwas abzumildern. Doch wenn die Konkurrenz davonrennt, wäre das freilich nur ein schwacher Trost.
Im Handel am Dienstag überwog letztlich die Skepsis und die Alphabet-Aktie fiel um 2,1 Prozent auf 384,90 Dollar zurück. Das ist noch kein Beinbruch und die Google-Mutter hat noch einige Trümpfe in der Hand. Der Markt ist jedoch hart umkämpft und kleine Fortschritte werden an den Börsen eher nicht abgefeiert. Da half es auch wenig, dass Google das größte Update seit rund 25 Jahren für das klassische Suchfeld ankündigte, welches künftig auch Fotos und Videos verarbeiten kann. Das können andere schließlich auch bereits seit einer ganzen Weile.
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20.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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