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Offenbar will die EU schon sehr bald eine Rekordstrafe gegen Alphabet aussprechen, scheint aber aufgrund politischer Überlegungen noch zu zögern

Hält sich die EU-Kommission bei Alphabet aus Angst vor einer US-Reaktion zurück?

NTG24 - Offenbar will die EU schon sehr bald eine Rekordstrafe gegen Alphabet aussprechen, scheint aber aufgrund politischer Überlegungen noch zu zögern

 

Der Google-Mutter Alphabet wird seitens der EU-Kommission vorgeworfen, bei ihren Angeboten eigene Dienste zu bevorzugen und damit gegen den Digital Markets Act (DMA) zu verstoßen. Schon vor rund einem Jahr kam die Kommission zu dem Schluss, dass Google sich nicht an die Spielregeln halten würde. Eine Strafe wurde aber bisher nicht ausgesprochen. Dies könnte nun aber zeitnah nachgeholt werden.

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Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ soll eine Strafe wohl noch vor der Sommerpause verhängt werden. Eine solche orientiert sich stets am weltweiten Umsatz eines Unternehmens. Da Alphabet (US02079K3059) im letzten Jahr einen Umsatz von schwindelerregenden 400 Milliarden US-Dollar erzielte, könnte es sich leicht um eine neue Rekordstrafe handeln. Es wird jedoch erwartet, dass die EU nicht alle Register ziehen wird.

 

 

 

Google hat sich durchaus bereits bewegt und etwa eine allzu prominente Platzierung eigener Shopping-Ergebnisse neu aufgestellt. In anderen Bereichen scheint die EU-Kommission noch nicht ganz zufrieden zu sein. Das betrifft unter anderem die KI-Zusammenfassungen von Googles Sprachmodell Gemini, welche gerne und häufig vor den Suchergebnissen den Nutzern präsentiert werden. Alphabet wird vorgeworfen, auf diesem Wege Marktmacht zu missbrauchen, um eigene KI-Anwendungen zu pushen.

 

Alphabet und die politische Dimension

 

Es scheint also grundsätzlich noch Nachholbedarf zu geben, womit die Grundlage für eine Strafe fraglos vorhanden wäre. Einige Kräfte innerhalb der EU würden eine solche auch lieber heute als morgen sehen. Doch das letzte Wort hat Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen. Jene scheut aber angeblich noch vor einer Strafe zurück, da eine solche die US-Regierung schwer verärgern könnte.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDie Trump-Administration wetterte in der Vergangenheit schon des Öfteren gegen die EU und deren gegen US-Konzerne verhängten Strafen. Trump ließ wiederholt wissen, dass er solche Strafen als Zölle auslegen und entsprechend reagieren würde. Nachdem EU und USA sich kürzlich erst auf ein neues Abkommen einigen konnten, würde eine Rekordstrafe also wohl neuen Zündstoff liefern. Die Reaktion von Trump wäre kaum vorherzusehen. Der amtierende US-Präsident handelt bevorzugt impulsiv und internationale Spielregeln haben ihn noch nie groß interessiert.

Vielleicht auch deshalb bleiben die Anteilseigner bisher recht entspannt. Auf die Aktie von Alphabet hatten die jüngsten Berichte am Dienstag keinen Einfluss. Es ging munter weiter um 1,4 Prozent bis auf 384,84 Dollar in Richtung Norden. Google gehört derzeit zu den größten Profiteuren des KI-Booms. Bei den KI-Modellen drängen sich momentan zwar mal wieder Anthropic und OpenAI etwas in den Vordergrund, auch aufgrund geplanter Börsengänge. Die beeindruckenden Cloud-Umsätze halten die Anteilseigner von Alphabet jedoch bei der Stange. Der Kurs konnte sich in den letzten zwölf Monaten um rund 125 Prozent steigern.

 

Alphabet im Visier

 

Wirklich ausruhen kann sich Alphabet jedoch nicht. In der EU laufen derzeit mehrere Verfahren gegen den US-Konzern. In den vergangenen Jahren hat die EU-Kommission ihre Schwerter nachgeschärft, sodass tatsächlich hohe und empfindliche Strafen ausgesprochen werden können. Das mag auch eine politische Dimension haben, was aber noch kein Garant dafür ist, dass Google in Europa plötzlich Narrenfreiheit genießen würde. Zumal es auch eine Zeit nach Trump geben wird und Umfragen bereits auf eine Machtverschiebung nach den Midterms im November hindeuten.

Google bereitet indes längst die nächste Stufe seiner Suche vor, bei der KI-Agenten eine immer größere Bedeutung spielen. Nutzern soll es auf Wunsch ermöglicht werden, auch Daten aus dem eigenen Kalender berücksichtigen zu lassen. Die KI-Systeme können dann weit über eine klassische Suche hinausgehen und beispielsweise Konzertkarten oder dergleichen buchen. Solche Angebote werden allerdings zunächst nur in den USA verfügbar sein. Ob dies technische Gründe haben mag oder Alphabet die Regulierung der EU fürchtet, darüber lässt sich nur spekulieren.

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27.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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