Rückschlag für Alphabet, Meta doppelt unter Druck und Sony Honda rudert zurück!
Politische und juristische Entwicklungen zwingen Konzerne zum Umdenken
Es gehört wohl zum Alltag, dass Börsenkonzernen auch schon mal ein scharfer Gegenwind entgegenschlägt und dadurch manche Pläne überdacht werden müssen. Während sich eben das in der Tech-Welt aktuell lediglich leise ankündigt, gibt es im Bereich der Autos schon einige Paukenschläge.
Für viel Aufmerksamkeit sorgte kürzlich die Entscheidung eines US-Gerichts, Betreiber von Social-Media-Plattformen für Abhängigkeit und Sucht von minderjährigen Nutzern verantwortlich zu machen. Geklagt hatte eine heute 20-Jährige, welche ihre frühe Nutzung von entsprechenden Plattformen als Ursache für diverse Probleme sieht. Die Anwälte stürzten sich dabei speziell auf das Design entsprechender Apps. Zugesprochen wurden der Klägerin insgesamt sechs Millionen US-Dollar. 1,8 Millionen Dollar davon soll die Google- und YouTube-Mutter Alphabet (US02079K3059) zahlen.
Letztere will allerdings gegen das Urteil in Berufung gehen, was den Prozess noch munter in die Länge ziehen dürfte. Der Konzern schätzt die Lage freilich anders ein als die Geschworenen. Die Höhe der Strafe ist für Alphabet mehr als verschmerzbar und dürfte bequem aus der Portokasse zu zahlen sein. Daher reagierte die Aktie auch nicht weiter und konnte am Mittwoch sogar leicht bis auf 289,59 Dollar zulegen. Ein wenig besteht aber schon das Risiko, dass man auch in der Berufung unterliegt und am Ende Anpassungen vornehmen müssen wird, welche dem eigenen Wachstum letztlich schaden könnten.
Doppelter Rückschlag für Meta
Das gilt auch für den Konzern Meta (US30303M1027), der unter anderem die Plattformen Instagram und Facebook betreibt. Im selben Urteil wurde das Unternehmen zu einer Strafe von 4,8 Millionen Dollar verurteilt. Zugleich beschloss ein Geschworenengericht in New Mexico, den Konzern zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar in einem Verfahren rund um den Schutz junger Nutzer vor sexueller Ausbeutung zu verdonnern.
Die Klage dafür wurde bereits im Jahr 2023 eingereicht. Die Generalstaatsanwaltschaft führte zuvor über Monate hinweg gefälschte Profile, bei denen das Alter der Nutzer auf bis zu 14 Jahre festgelegt wurde. Jene Accounts erreichten laut den Ermittlern in zahlreicher Menge „ungeheuerliche, sexuell explizite Bilder“, wie unter anderem bei der „FAZ“ nachzulesen ist. Nach Ansicht der Ermittler tut Meta zu wenig, um junge Nutzer davor zu schützen. Der Konzern kann das allerdings nicht nachvollziehen und beteuert, hart am Schutz junger Menschen zu arbeiten. Auch in diesem Fall wird eine Berufung angestrebt.
Honda auf dem Rückzug
Der japanische Autobauer Honda (JP3854600008) wird derweil von politischen Entwicklungen schwer unter Druck gesetzt. US-Zölle haben dem Unternehmen die Geschäfte ordentlich verhagelt. Darüber hinaus sorgen Lockerungen für Verbrenner und wegfallende Förderungen für E-Autos für ein langsameres Wachstum in den USA. Das führt in Kombination mit Problemen auf dem chinesischen Markt dafür, dass Honda zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Reinverlust in Aussicht stellt, der laut einer Mitteilung vom 12. März bei bis zu 690 Milliarden Yen (ca. 3,74 Mrd. Euro) liegen könnte. Zuvor wurde noch ein Gewinn von rund 1,6 Milliarden Euro versprochen.
Honda reagiert auf die neue Ausgangslage, indem diverse Modelle für den US-Markt abgesagt wurden. Das trifft sowohl den Honda 0 SUV als auch Honda 0 Saloon und Acura RSX. Der Produktionsstart dieser Modelle hätte die schwierige Lade laut dem Unternehmen nur noch weiter verschärft. Dass nun die Reißleine gezogen wurde, beruhigt die Anleger allerdings auch nicht weiter. Die Honda-Aktie ging gestern mit 24,77 Dollar aus dem Handel und damit knapp 18 Prozent tiefer als vier Wochen zuvor.
Sony: Aus der Traum
Die Entscheidung von Honda hat auch Auswirkungen auf den japanischen Technologiekonzern Sony (JP3435000009). Die beiden Konzerne wollten eigentlich mit dem Joint Venture Sony Honda gemeinsam das Elektroauto Afeela auf den Markt bringen und dabei ihr Knowhow bündeln. Aufgrund der Neuausrichtung von Hondas Elektrostrategie werden nund aber auch diese Pläne begraben. Wer das rund 90.000 Dollar teure Gefährt bereits vorbestellt hatte, soll entschädigt werden.
Für Sony ist es nur ein kleiner Rückschlag, aber eben auch keine positive Nachricht. Derweil sorgen galoppierende Speicherpreise weiterhin dafür, dass die Anleger um die Margen im wichtigen Geschäft mit der Spielekonsole PlayStation fürchten. Dazu kommen Sorgen um die allgemeine Konsumlaune infolge der derzeitigen Ölkrise. Einen Blumentopf gewinnt die Sony-Aktie da nicht. Am Mittwoch standen zu Handelsschluss 20,54 Dollar auf dem Ticker. Seit Jahresbeginn ging es um über 20 Prozent in die Tiefe.
Auf dem Prüfstand
Immer wieder müssen nicht nur Unternehmen, sondern auch Anleger ihre Pläne ein wenig auf den Prüfstand stellen. Gegenwind kann stets aus allen Richtungen kommen, was schon mal dafür sorgen kann, dass ganze Geschäftsmodelle unter Druck geraten. Panik hilft in solchen Fällen selten weiter. Doch wenn ein Unternehmen eine strategische Neuausrichtung ankündigt oder zu einer solchen gezwungen wird, ist es nicht verkehrt, wenn auch Anleger ihre Strategie ein wenig anpassen.
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26.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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