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Nokia nimmt Amazon ins Visier und wirft dem Internet-Giganten mehrere Patentverletzungen vor

Das könnte teuer werden

NTG24 - Nokia nimmt Amazon ins Visier und wirft dem Internet-Giganten mehrere Patentverletzungen vor

 

Das finnische Unternehmen Nokia hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst verkaufte man Gummistiefel, bevor man in den 1990er Jahren zum größten Handy-Hersteller auf dem Planeten avancierte. Damit hat es sich bekanntlich längst erledigt und mittlerweile hat der Konzern sich einen Ruf als Patenttroll erarbeitet. Eben so bezeichnete Apple Nokia bereits im Jahre 2016. Aktuell macht man seinem Ruf nun ein weiteres Mal alle Ehre.

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Gleich mehrere Größen aus der Tech-Branche hat Nokia ins Visier genommen, darunter vor allem den Online-Giganten Amazon (US0231351067). Jenem wird vorgeworfen, bei seinen Plattformen Prime Video und Twitch gegen bestehende Patente in Bezug auf die Video-Codecs H.264 und H.265 zu verstoßen. Nach Ansicht von Nokia habe Amazon sich geweigert, entsprechende Lizenzen zu erwerben. Das beklagte Unternehmen gab dazu bisher keinen Kommentar ab unter Verweis auf das laufende Verfahren.

Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte den Fall einschätzen werden. Aus Anlegersicht ist das Ganze aber durchaus ernst zu nehmen. Erfolge konnte Nokia mit ähnlichen Klagen bereits feiern. Lenovo musste im Jahr 2020 zeitweise den Verkauf von Computern einstellen, nachdem Nokia Patentverletzungen in Zusammenhang mit H.264 beklagte. Es ist also nicht so, als wären derartige Verfahren chancenlos.

 

Keine Panik bei Amazon

 

Im schlimmsten Fall könnten Amazon hohe Lizenzforderungen entstehen, und das vielleicht sogar rückwirkend. Angesichts des großen Erfolgs und der langjährigen Geschichte der Video-Plattformen braucht es nicht viel Fantasie, um hier Milliardenbeträge kommen zu sehen. Das könnte die Bilanz des Konzerns, die zuletzt noch außerordentlich erfreulich ausfiel, empfindlich belasten. Bisher zeigt man sich an den Märkten aber relativ entspannt. Die Amazon-Aktie konnte am Mittwoch weiteren Schwung mitnehmen und sich um 2,75 Prozent bis auf 128,66 Euro verbessern.

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Patentklagen schocken im Tech-Sektor auch kaum noch jemanden. Die gehören schon fast zum guten Ton. Kritiker bemängeln eben deshalb auch, dass das bestehende Patentrecht Fortschritten im Weg stehe. Gerade Patenttrolle machen es Unternehmen schwer, Innovationen auf den Weg zu bringen. Ob Nokia in diese Kategorie gezählt werden kann oder nicht, darüber lässt sich streiten. Die Frequenz entsprechender Verfahren ist aber kaum von der Hand zu weisen. Dass es bei den Finnen ansonsten derzeit wenig erfreulich läuft, ist wohl ebenfalls als ein Indiz zu werten.

Bei den Aktionären stehen momentan jedoch Hoffnungen im Vordergrund, und die richten sich insbesondere auf die Bereiche Cloud und KI. Amazon konnte hier mit guten Aussichten punkten und wird als einer der potenziell größten Profiteure aktueller Markttrends gehandelt. Nicht ohne Grund setzt auch Investorenlegende Warren Buffet, der abseits von Apple eher wenig mit Tech-Aktien am Hut hat, auf die Amazon-Aktie.

 

Amazon: Immer schön ruhig bleiben

 

Für den Moment ist die neuerliche Klage gegen Amazon nicht überzubewerten. Das Unternehmen verfügt über eine kleine Armee an hochbezahlten Anwälten und wird sich gegen Nokia schon zur Wehr setzen können. Selbst wenn man am Ende unterliegen sollte, so dürften die tatsächlichen Auswirkungen sich wahrscheinlich eher in Grenzen halten. Das bedeutet allerdings nicht, dass Anleger das Thema vollkommen ignorieren sollten. Es ist aber schlicht nicht als wegführend für die eigene Anlagestrategie anzusehen.

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Abseits davon macht Amazon einen guten Eindruck. Einsparmaßnahmen haben sich als erfolgreich erwiesen und die Geschäfte kommen in den meisten Bereichen wieder in Gang. Gerade auch beim Online-Handel konnten diverse Verkaufs- und Rabattaktionen die Kunden wieder anlocken. Aus rein fundamentaler Sicht gibt es daher viele Gründe für Optimismus und der Aktienkurs befindet sich auch wieder in einer klaren Aufwärtsbewegung. Tatsächlich fehlt vom jüngsten Schlusskurs aus gar nicht mehr viel, um neue Jahreshochs ins Visier zu nehmen.

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02.11.2023 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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