Bescheidenes Cloud-Wachstum bei Microsoft, Meta verführt mit hohen KI-Investitionen, Tesla erleidet erstmals Umsatzrückgänge und Amazon baut weitere Stellen ab
Die Berichtssaison geht mit gemischten Signalen in die heiße Phase
Die erste Berichtssaison des neuen Jahres nimmt gerade richtig an Fahrt auf. Am Mittwoch legten die ersten der „Magnificent 7“ ihre Quartalszahlen vor, die im Großen und Ganzen erneut schwindelerregend ausfielen. An manchem Details stören die Anteilseigner sich jedoch auch und die nächste Euphoriewelle konnte bislang nicht losgetreten werden.
Die Aktie von Microsoft (US5949181045) bekam es gestern im nachbörslichen Handel sogar mit herben Verlusten von mehr als sechs Prozent zu tun. Dabei verkündete Finanzchefin Amy Hood stolz, dass die Erwartungen sowohl bei Umsatz als auch Betriebsergebnis und Nettogewinn übertroffen werden konnten. Außerdem habe man es im vergangenen Quartal zum ersten Mal überhaupt geschafft, mit der Cloud-Sparte mehr als 50 Milliarden US-Dollar umzusetzen.
Das Wachstum im Segment, wo auch die KI-Aktivitäten von Microsoft versteckt sind, wurde auf 39 Prozent beziffert und lag damit leicht über den Vorhersagen der Analysten. Doch wie die Reaktion an der Börse zeigt, entspricht leicht besser im KI-Segment bereits einer Enttäuschung. Offenbar hatten sich nicht wenige Anleger darauf eingestellt, dass Microsoft die Erwartungen einmal mehr vollkommen überfliegen würde. Dazu ist es nicht gekommen und dementsprechend bekommt die Aktie es erst einmal mit Gegenwind zu tun.
Meta will weiterklotzen!
Beeindruckter zeigten die Märkte sich vom Wachstum der Werbeumsätze bei der Facebook-Mutter Meta (US30303M1027). Es ging um 24 Prozent auf 59,9 Milliarden Dollar aufwärts und der Quartalsgewinn verbesserte sich um neun Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar. Das Jahr 2025 konnte dadurch mit einem Betriebsergebnis von 83,3 Milliarden Dollar und einem Umsatz in Höhe von knapp 201 Milliarden Dollar abgeschlossen werden.
Die sehr ansehnlichen Gewinne aus dem Werbegeschäft ermöglichen es Meta, weiterhin kräftig in neue KI-Infrastruktur zu investieren. Genau das soll auch passieren. Die Ausgaben dafür sollen im laufenden Jahr nach der aktuellen Prognose auf 115 bis 135 Milliarden Dollar ansteigen, was in etwa dem Doppelten aus dem vergangenen Jahr entsprechen würde. Gleichzeitig tritt das namensgebende Metaverse weiter in den Hintergrund. Damit scheinen die Anleger sehr zufrieden zu sein und die Meta-Aktie freute sich nachbörslich über Zugewinne von 8,2 Prozent.
Tesla: Kein Grund zur Sorge?
Immer neue Meldungen über teils drastische Absatzeinbrüche bei Tesla (US88160R1014) ließen bereits vermuten, dass der E-Auto-Pionier nicht die besten Zahlen vorweisen würde. Neue Regelungen in den USA verhageln zusätzlich das in der Vergangenheit so lukrative Geschäft mit Emissionszertifikaten. Im Ergebnis musste Tesla 2025 zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Es konnten 94,8 Milliarden Dollar und damit drei Prozent weniger als im Vorjahr eingenommen werden.
Die Gewinne brachten sogar um fast die Hälfte auf rund 3,8 Milliarden Dollar ein und der negative Trend bei den Fundamentalzahlen lässt sich kaum leugnen. Für Konzernchef Elon Musk ist das aber kein Problem. Ihm zufolge liegt die Zukunft ohne bei Robotaxis und humanoiden Robotern, obschon Tesla selbst in diesen Segmenten bisher keine echten Durchbrüche liefern konnte. Die Anleger vertrauen Musk dennoch weiterhin und die Aktie konnte sich am Mittwoch nach Börsenschluss leicht verbessern.
Amazon schnallt den Gürtel noch etwas enger
Die Ergebnisse von Amazon (US0231351067) werden erst für Anfang Februar erwartet. Gestern kündigte der Internet-Gigant aber schon mal die nächste Welle an Entlassungen an. 16.000 weitere Stellen im Konzern sollen entfallen, davon wohl ein Großteil in der Verwaltung. Mit vorherigen Maßnahmen summiert sich die Anzahl der gestrichenen Stellen nun auf rund 30.000 innerhalb von nicht ganz sechs Monaten. Mit über 1,5 Millionen Angestellten weltweit fällt der Abbau prozentual gesehen allerdings kaum weiter auf.
Betroffene sollen von Amazon die Möglichkeit erhalten, innerhalb von 90 Tagen eine andere Stelle im Konzern anzunehmen oder eine Abfindung zu aktzeptieren, wie Personalchefin Beth Galetti in einem Blogpost wissen ließ. Wie hoch die Einsparungen sein mögen, die Amazon sich durch den Schritt erwartet, ist nicht überliefert. Begeisterung unter den Anlegern mache sich nicht breit. Die Amazon-Aktie wertete gestern leicht um 0,7 Prozent auf 243,01 Dollar ab.
Große Erwartungen
Unter dem Strich setzt sich der Wachstumstrend bei den US-Tech-Konzernen weiterhin fort. Allenfalls Tesla enttäuscht mit Umsatzrückgängen. Ob der E-Auto-Bauer wirklich ins Tech-Segment und speziell zu den Magnificent Seven gezählt werden sollte, darüber lässt sich aber auch vortrefflich streiten. Recht offensichtlich sind aber noch immer die sehr hohen Erwartungen, welche die Börsianer an Tech-Konzerne stellen. Mit Wachstum alleine ist es noch nicht getan, um der Rallye wieder neues Feuer zu verleihen.
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29.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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