Tim Cook verabschiedet sich nach 15 Jahren vom CEO-Posten bei Apple und überlässt die Bühne dem bisherigen Hardware-Chef John Ternus
Weht bald ein anderer Wind bei Apple?
Seit nun 15 Jahren leitet Tim Cook den Tech-Giganten Apple. Dabei musste er sich immer wieder Kritik gefallen lassen. Insbesondere das Ausbleiben von Innovationen seit dem Tod von Steve Jobs wird von nicht wenigen Beobachten skeptisch gesehen. Sehr zufrieden dürften die Anleger allerdings mit der Entwicklung von Geschäftszahlen in den letzten Jahren gewesen sein. Tim Cook ist es gelungen, aus Apple eine gut geölte Gewinnmaschine zu machen.
Zu seinen Erfolgen gehört unter anderem der Aufbau einer günstigen, und dennoch hochwertigen Fertigungslinie in China. Außerdem baute Cook das Segment rund um Dienstleistungen konsequent aus, welches heute für einen wesentlichen Anteil der Umsätze und Gewinne verantwortlich ist. Auf diesem Wege konnte Apple (US0378331005) seine Margen bis auf einen neuen Rekord von 46,9 Prozent im ersten Quartal des laufenden Jahres steigern. Üblich sind in der Branche Werte unterhalb von 40 Prozent.
Nach nun 15 Jahren macht Tim Cook den Weg für einen weiteren Wechsel frei. Wie Apple mitteilte, verabschiedet sich Cook zum 1. September vom Chefsessel. Er wird dem Unternehmen allerdings als Verwaltungsratschef erhalten bleiben. In dieser Rolle soll er sich vor allem damit befassen, mit politischen Entscheidungsträgern zu kommunizieren. Fingerspitzengefühlt bewies der scheidende CEO bereits im Umgang mit US-Präsident Donald Trump. Die Entscheidung fiel im Verwaltungsrat wohl einstimmig.
John Ternus übernimmt bei Apple
Die Nachfolge von Tim Cook ist bereits geregelt. Der derzeitige Hardware-Chef John Ternus wird ab September die Rolle des CEO bekleiden, womit sich Gerüchte aus dem vergangenen Jahr bestätigen. In einem internen Memo wird jener von Cook als jemand beschrieben, der den Verstand eines Ingenieurs und die Seele eines Innovators habe. Die Übergabe des Zepters erfolge zum richtigen Zeitpunkt, da Apple derzeit eine starke Pipeline in der Hinterhand habe.
Ternus blickt auf eine erfolgreiche Vergangenheit bei Apple zurück. Bereits seit 2001 ist er bei Apple tätig und stieg 2013 zum Vice President in der Hardware-Sparte auf. 2021 schaffte er es als bisher jüngstes Mitglied in den Vorstand. Zu verantworten hat er diverse Iterationen des schwer erfolgreichen iPhones. Außerdem gilt er als maßgeblich beteiligt an den Erfolgen von iPad und AirPods. Zuletzt lancierte Apple unter seiner technischen Führung das günstige MacBook Neo, das sich über viel Zuspruch erfreut.
Dennoch wird Ternus eine ähnliche Mentalität wie Tim Cook nachgesagt. Allzu große Risiken geht der künftige Apple-Chef demnach wohl eher nicht ein. Stattdessen scheint er auf ausgereifte Produkte zu setzen. Ob unter ihm wieder die Zeit großer Innovationen anbricht, bleibt daher wohl abzuwarten. Eine der größten Herausforderungen dürfte es werden, Künstliche Intelligenz ins Ökosystem von Apple zu integrieren. Vor Kurzem schloss der Konzern dafür eine Partnerschaft mit Google.
Die Anleger bleiben zuversichtlich
Noch lässt sich nur mutmaßen, in welche Richtung Apple nach dem CEO-Wechsel gehen mag. An der Börse zeigt man sich aber zumindest nicht enttäuscht. Die Apple-Aktie konnte gestern in einem eher schwierigen Handelsumfeld um etwas mehr als ein Prozent auf 273,05 US-Dollar zulegen. Profitieren kann das Papier von starken iPhone-Verkaufszahlen, welche im ersten Quartal entgegen dem allgemeinen Trend weiter zulegten.
Weitere 15 Jahre lang wird sich Apple aber kaum auf dem iPhone ausruhen könnten. Seit dem iPad gelang dem Konzern im Prinzip keine neue Gerätekategorie mehr, welche die Massen mobilisieren konnte. Die Apple Vision Pro entpuppte sich als Ladenhüter. Ob davon noch ein Nachfolger kommt, scheint ungewiss zu sein. Doch vielleicht ist genau in dieser Ausgangslage ein Ingenieur an der Spitze mit einem tiefen Verständnis der Hardware gefragt.
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21.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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