BYD sucht 2026 sein Heil im Ausland
Für BYD liegen die Chancen im Ausland und die Risiken in der Heimat
BYD sucht 2026 sein Heil im Ausland. Der Export soll erheblich gesteigert werden, um die Abhängigkeit vom Heimatmarkt zu senken. Der ist und bleibt jedoch weltweit der wichtigste und belastet den Auto- und Batteriehersteller durch einen knochenharten Wettbewerb.
Der Wettbewerb im chinesischen EV-Markt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Es ist eine Phase, in der sich die Spreu vom Weizen trennt und die schwächsten Mitspieler aus dem Markt gedrängt werden. Dazu zählt BYD (CNE100000296) sicherlich nicht, aber der chinesische Volumenmarktführer im Auto- und Batteriemarkt hat dennoch im vergangenen Jahr Blessuren hinnehmen müssen. Die Rabattschlachten machen sich seit dem 2. Quartal 2025 in der Entwicklung der Profitabilität bemerkbar. Dadurch hat BYD zum ersten Mal in den letzten fünf Geschäftsjahren einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.
Die Analysten hatten einen Gewinn von 35,6 Mrd. Yuan prognostiziert, doch BYD lieferte sogar nur 32,6 Mrd. Yuan ab. Das entspricht rund 4,09 Mrd. Euro. Dieses Niveau liegt fast ein Fünftel unter dem des Geschäftsjahres 2024. Die Verfehlung der Konsensschätzung resultierte aus einem Abschluss für das 4. Quartal, der deutlich unter den Erwartungen blieb. BYD musste hier einen Gewinnrückgang um -38 % auf 9,53 Mrd. Yuan hinnehmen, womit der Autohersteller (ca. 81 % des Umsatzes) mit hohem negativem Momentum ins neue Jahr gegangen ist. Damit rutschte die Netto-Marge auf nur noch 4,1 % ab und lag damit sogar unter dem Niveau von BMW (DE0005190003), die auf 5,5 % kamen, aber noch über Mercedes (DE0007100000), die lediglich eine Netto-Marge von 3,9 % erreichten. Alles keine Ergebnisse, derer man sich rühmen kann.
BYD sucht sein Heil im Ausland
Der Umsatz wuchs noch leicht, aber schon der Rohertrag brach dem Unternehmen weg. Mit 804 Mrd. Yuan (ca. 100,75 Mrd. Euro) erlöste man insgesamt nur noch 3,5 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig brach aber schon der Rohertrag (Reinertrag nach Abzug des Material- und Wareneinsatzes) um -5,6 % ein, was die Härte des Gegenwindes aufzeigt. Bemerkenswert ist ohne Zweifel die steigende Bedeutung der ausländischen Absatzmärkte. 2024 erlöste BYD noch 28,55 % seiner Umsätze ausserhalb Chinas - wozu das Unternehmen auch die Märkte in Hongkong, Macau und Taiwan (!) zählt. Der Auslandsanteil der Umsätze sprang 2025 um 10 Prozentpunkte auf 38,65 %. Der Export wuchs um 140 % im Jahresvergleich und man exportierte zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mehr als eine Million Fahrzeuge ins Ausland. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen darf man aber nicht vergessen, dass in China die Autoindustrie im vergangenen Jahr mehr als 34 Millionen Fahrzeuge produziert und abgesetzt hat. Ein Rekord, der China dabei half, im 17. Jahr in Folge der grösste Automarkt der Welt zu sein. Ebenfalls ein neuer Rekord ist, dass mehr als die Hälfte aller verkauften Fahrzeuge Hybrid- und Elektrofahrzeuge waren, wobei die Nachfrage durch eine konsequente gesetzliche Benachteiligung der Verbrennermotoren herbeigeführt wird.
Die finale Dividende für 2025 steht nun auch fest. BYD wird abschliessend 0,358 HK-Dollar je Aktie ausschütten, wenn dies am 09. Juni auf der Hauptversammlung beschlossen wird. Auszahlungstermin ist dann der 09. August. Und das, obwohl der operative Cashflow sich im vergangenen Jahr halbiert und die Neuaufnahme von Fremdkapital sich vervierfacht hat. Hinter der steigenden Kreditaufnahme steht aber auch ein massiver Investitionsplan. BYD hat den Absatz seit 2020 bereits mehr als verzehnfacht auf zuletzt 4,6 Millionen Fahrzeuge. Das langfristige Ziel sind 10 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, wobei die Hälfte in China abgesetzt werden soll. Um die Expansion im Ausland voranzutreiben, hat man eine Flotte von inzwischen acht eigenen Autofähren und Fabriken in Brasilien, Indonesien, Thailand, der Türkei, Ungarn und Usbekistan, die teils noch im Bau sind.
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31.03.2026 - Mikey Fritz

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