Volkswagen verliert weiter an Halt, bei Porsche läuft es nicht besser, BMW verkauft ebenfalls weniger Autos und auch Mercedes-Benz schafft die Wende nicht
Die deutschen Autobauer kommen nicht aus den negativen Schlagzeilen
Der Dax startete stark in die ausgelaufene Handelswoche und konnte zuweilen sogar neue Rekorde schreiben. Gehalten werden konnte dieses Niveau jedoch nicht. Eine neue Eskalation im Nahen Osten trieb die Ölpreise in die Höhe und brachte damit Inflationssorgen zurück. Als wäre das noch nicht genug, spitzte sich auch noch die Krise in der deutschen Autoindustrie zu.
Sämtliche der großen deutschen Marken meldete für das zweite Quartal erneut rückläufige Umsätze. Besonders in China verlieren die Unternehmen weiter an Halt. Volkswagen (DE0007664039) bildet da keine Ausnahme. Hier gingen die Absätze im Reich der Mitte um satte 36,6 Prozent zurück. In Europa und Nordamerika schlug man sich besser, was aber nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirkte. Insgesamt konnten 2,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt werden und damit 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Um für Besserung zu sorgen, setzt Volkswagen weiterhin auf ein breites Sparprogramm, stößt dabei aber auf heftigen Widerstand. Bis zu 100.000 Stellen könnten laut Medienberichten wohl wegfallen, außerdem wackeln gleich vier Werke in Deutschland. Die Anleger vermissen weiterhin Wachstumssignale und der Aktienkurs landete nach Verlusten von 0,8 Prozent am Freitag bei mauen 70,98 Euro.
Porsche AG: Abwärts!
Die Tochter Porsche AG (DE000PAG9113) konnte ebenfalls kein Wachstum vorweisen. Auch hier bereitet das schwache China-Geschäft den Anlegern große Sorgen. Grüne Vorzeichen gab es bei den Absatzzahlen zum ersten Halbjahr nur in ganz wenigen Ausnahmefällen zu sehen. Unter dem Strich kommt der Sportwagenkonzern auf 122.300 verkaufte Autos und damit 16 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Die Lage spitzt sich weiter zu und die Aktionäre treibt es in die Defensive.
Am Freitag rutschte der Kurs um 2,8 Prozent auf 45,13 Euro ab und die Erholung aus dem laufenden Monat wird damit schon wieder infrage gestellt. Wie auch beim Mutterkonzern fehlt es an überzeugenden Aussichten auf eine nachhaltige Trendwende. Immerhin gibt es von den Analysten noch Rückenhalt. JPMorgan ließ sich von den schwachen Zahlen nicht verunsichern und bekräftigte das eigene Kursziel von 50 Euro sowie die Einschätzung auf „Overweight“.
BMW reiht sich ein
Lange Zeit galt BMW (DE0005190003) noch als recht robust, doch mittlerweile herrscht auch in München Krisenstimmung. Das Bild unterscheidet sich von den Mitbewerbern aus dem eigenen Land nicht mehr sonderlich. Im zweiten Quartal brachen die Absätze in China um rund 30 Prozent ein, was bessere Geschäfte in Europa und anderswo nicht auszugleichen vermochten. Insgesamt konnten 590.962 Autos an die Frau oder den Mann gebracht werden. Das entspricht einem Rückgang um 4,9 Prozent.
Immerhin konnte die Marke Mini stark abschneiden und ein Plus von 17 Prozent erreichen. Auch das ist letztlich aber nur ein schwacher Trost und wohl auch auf das Erscheinen neuer Modelle zurückzuführen. Immerhin könnte das ein Signal dafür sein, dass BMW mit seiner geplanten Modelloffensive die erhofften Erfolge feiern können wird. Zumindest laut dem Unternehmen selbst ist die „Neue Klasse“ der Kernmarke auch gut angelaufen.
China winkt auch bei Mercedes-Benz ab
Zu schlechter Letzt musste auch Mercedes-Benz (DE0007100000) für das zurückliegende Halbjahr ernüchternde Absätze melden. China stand dabei ebenfalls im Mittelpunkt mit Absatzrückgängen von 28 Prozent auf noch rund 210.000 Fahrzeuge. Dem Unternehmen zufolge ließ vor allem das Interesse an Verbrennern nach. Diese Entwicklung könnte sich erneut verschärfen, sollten die Ölpreise wieder in Richtung Norden spazieren. Davon abgesehen beobachtet Mercedes weiterhin einen intensiven Wettbewerb, womit der schon seit Längerem herrschende Preiskampf gemeint sein dürfte.
Wie auch bei den Mitbewerbern lief es in westlichen Gefilden besser; in Europa beispielsweise verbesserten die Absätze sich um fünf Prozent. Allerdings erfolgt der Vergleich mit einem eher schwachen Vorjahr und weltweit konnten lediglich 1,01 Millionen Autos verkauft werden, was einem Rückgang von sechs Prozent entspricht. Die Aktie konnte sich am Freitag zwar behaupten, jedoch nur auf niedrigem Niveau. Es ging mit 43,99 Euro und damit 26 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn ins Wochenende.
Keine Wende in Sicht
Es ist an sich keine große Überraschung, dass die deutschen Autokonzerne eher schwache Absätze liefern. Die unzähligen Sparprogramme waren bereits ein mehr als deutlicher Hinweis dafür, dass die Geschäfte nicht mehr rund laufen. Es fehlt jedoch weiterhin an einer Aussicht darauf, dass die Lage sich endlich wieder bessern mag. Solange sich daran nichts ändert, bleibt den Aktien der Weg in Richtung Norden leider versperrt.
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12.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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