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Die erste Freude über einen neuen Glyphosat-Vergleich von Bayer verfliegt schnell und Analysten warnen vor weiteren Risiken

Mehr Glück beim zweiten Anlauf für Bayer?

NTG24 - Die erste Freude über einen neuen Glyphosat-Vergleich von Bayer verfliegt schnell und Analysten warnen vor weiteren Risiken

 

Am Dienstag überraschte Bayer die Märkte mit einer Meldung zu einem neuen Vergleich in Sachen Glyphosat. Mehr als sieben Milliarden Euro will der Konzern für dieses Vorhaben in die Hand nehmen. Dazu kommen weitere Zahlungen, die nicht genau beziffert wurden. Experten schätzen, dass am Ende über zehn Milliarden Euro fließen könnten. Auf diesem Wege will sich der Konzern vor allem Sicherheit erkaufen.

Gegenüber den Anlegern versicherte Bayer (DE000BAY0017), dass man sich nach dem Vergleich endlich wieder auf wichtigere Dinge konzentrieren könnte. Das wollten die Anleger zunächst auch glauben. Große Erleichterung machte sich breit und die Bayer-Aktie trieb es im späten Handel am Dienstag um rund fünf Prozent in die Höhe. Die Hoffnung darauf, das Thema endlich zu den Akten legen zu können, wurde noch ein bisschen größer.

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Tags darauf wackelte das Ganze aber schon wieder. Analysten warnten vor zu viel Euphorie. Einige erkannten zudem frappierende Ähnlichkeiten zu einem Deal aus dem Jahr 2020. Schon damals wollte Bayer die Causa Glyphosat mit einem milliardenschweren Vergleich beilegen. Das Resultat ist bekannt. Heute sind noch zehntausende Verfahren anhängig. Der neue Vergleich ist zwar auf einen deutlich längeren Zeitraum von 21 Jahren ausgelegt. Beobachter warnen aber, dass das Ganze erst noch durch die Gerichte bestätigt werden muss. Eben das gilt noch lange nicht als ausgemachte Sache.

 

Bayer setzt auf den Supreme Court

 

Unverändert hängt für Bayer alles von einer Entscheidung des Supreme Court ab. Jener signalisierte, sich des Themas Glyphosat annehmen zu wollen; ein Urteil wird für Juni erwartet. Dass im Sinne von Bayer entschieden wird, gilt als wahrscheinlich. Das dürfte auch ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass überhaupt ein neuer Vergleich getroffen werden konnte. Die Anwälte der Kläger riskieren ansonsten, leer auszugehen, sollte der Supreme Court noch anhängigen Klagen die Grundlage entziehen.

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Werbebanner EMH PM TradeDoch entschieden ist letztlich noch nichts und es bleibt offen, wie viele Kläger sich auf den neuen Vergleich einlassen mögen. Sollten es nicht genug sein, könnte Bayer die Angelegenheit auch wieder platzen lassen. Die Analysten von Jefferies warnen davor, dass der Supreme Court auch gegen die Interessen von Bayer urteilen und damit Kläger zum Verzicht auf Vergleiche animieren könnte. Es würden dann weiterhin hohe Schadenersatzforderungen und langjährige Gerichtsverfahren mit offenem Ausgang drohen.

Auch bei Union Investment heißt es, dass für Bayer alles vom Supreme Court abhänge. Ohne einen Erfolg dort könne auf den Konzern in einigen Jahren eine weitere Klagewelle zurollen. Zwar kann sich der Konzern der Unterstützung der US-Regierung sicher sein, welche wenig Interesse an einem Abschied von Bayer aus dem Glyphosat-Geschäft hat und als Alternative lediglich auf chinesische Anbieter zurückgreifen könnte. Auch aus diesem Umstand ergibt sich aber noch längst keine Garantie dafür, dass das Thema endgültig abgeschrieben werden kann.

 

Alles beim Alten?

 

Aus finanzieller Sicht kann sich Bayer den neuen Vergleich leisten, da die Geschäfte wieder deutlich runder laufen als noch vor einigen Jahren. Noch dazu sind einige Projekte in der Pipeline weit fortgeschritten. Gute Neuigkeiten gab es zuletzt unter anderem zum Hoffnungsträger Asundexian. Doch garantieren lässt sich weiterhin für wenig und das Thema Glyphosat scheint weiter wie ein Damoklesschwert über Konzern und Aktie zu schweben.

Die anfängliche Euphorie an der Börse löste sich gestern letztlich in Luft auf. Der Aktienkurs brach um 7,1 Prozent auf 45,81 Euro ein und machte damit jegliche Zugewinne vom Vortag wieder zunichte. Tatsächlich ging es sogar noch deutlich weiter in die Tiefe. Auf 5-Tages-Sicht notiert die Bayer-Aktie nun mit 1,4 Prozent im roten Bereich. Alle Augen richten sich erneut auf den Supreme Court und die kommenden Monate dürften noch von Unsicherheiten geprägt sein.

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19.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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