In den kommenden Jahren soll es bei Bayer keine weiteren Standortschließungen von Bayer in Deutschland geben
Der Stellenabbau bei Bayer setzt sich dennoch fort
Hohe Energiepreise und eine verhaltene Nachfrage haben Bayer zu einem Sparkurs gezwungen, der noch immer nicht abgeschlossen wurde. Bereits im Frühjahr kündigte das Unternehmen die Schließung eines großen Standorts in Frankfurt am Main an, woran auch weiterhin nicht zu rütteln ist. Allerdings gibt es nun eine Standortgarantie für alle anderen Werke, die zunächst bis zum Jahr 2030 gilt.
Darüber informierte Bayer-Chef Bill Anderson am Donnerstag, über die entsprechende Mitteilung berichtete unter anderem die „FAZ“. Nach wie vor bedauert der Aufsichtsrat die Schließung in Frankfurt und sieht darin einen herben Schlag für betroffene Arbeitnehmer bei Bayer (DE000BAY0017). Gleichwohl ließ man sich auf das Ganze ein, erhielt im Gegenzug aber auch eine Reihe an Zusagen für Angestellte an anderen Standorten.
Neben der eingangs erwähnten Standort-Garantie verzichtet Bayer bis Ende 2026 auf betriebsbedingte Kündigungen. Wessen Stelle nach dieser Frist entfällt, der bekommt sechs Monate Bedenkzeit, um sich auf ein Ausscheiden mit Abfindung einzulassen. Nach Ablauf dieser Frist gewährt Bayer zudem eine Schutzphase zur beruflichen Neuorientierung, deren Umfang von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängig ist. Das sind aber nur einige Punkte in einem umfangreichen Programm, mit dem ein möglichst sozialverträglicher Stellenabbau sichergestellt werden soll.
Bayer setzt sich für Mitarbeiter ein
Sollte der Standort von Bayer in Frankfurt wie geplant verkauft werden, so sollen die dort verbliebenen Angestellten nicht im Stich gelassen werden. Versprochen wird, dass sich in einem solchen Fall an den Arbeitsbedingungen nichts ändern wird. Wer von Frankfurt an einen anderen Standort von Bayer wechselt, dem wird ebenfalls Unterstützung zugesagt. Die Arbeitnehmervertreter wollen so möglichst dafür sorgen, dass bei den Sparplänen von Bayer niemand untergeht.
Notwendig wurde der Sparkurs aufgrund hoher Energiekosten und einer Schwemme von chinesischen Produkten auf dem hiesigen Markt. Mit deren Preisen kann Bayer nicht mithalten, ohne an den Margen bis weit über die Schmerzgrenze hinaus zu sägen. Betroffen sind vor allem Pflanzenschutzprodukte, die bisher in Frankfurt hergestellt wurden. Bayer betont trotz der geplanten Schließung, dass Deutschland weiterhin wichtig für das Unternehmen sei. Engagierte Mitarbeiter und moderne Standorte würden unverändert für großes Potenzial sorgen, ließ CEO Bill Anderson wissen.
Dass die kommenden Jahre nun weitgehend abgesteckt sind und damit etwas mehr Verlässlichkeit herrscht, kommt auch bei den Anlegern gut an. Die Bayer-Aktie konnte am Donnerstag um 1,7 Prozent bis auf 27,78 Euro zulegen. Allerdings steht der Titel weiterhin im Schatten von Glyphosat-Klagen in den USA, wo eine endgültige Lösung auf sich warten lässt. Ob die Angelegenheit vor dem Supreme Court landen wird, wo es ein richtungsweisendes Urteil geben könnte, ist noch immer offen.
Bayer im Umbau
Unabhängig davon ist klar, wohin die Reise bei Bayer geht. Das Unternehmen schrumpft sich ein Stück weit gesund und konzentriert sich auf möglichst lukrative Bereiche, um die Bilanzen nachhaltig zu stärken. Das ist mit Sicherheit kein verkehrter Ansatz, allerdings wird der Umbau noch einige Jahre in Anspruch nehmen und eher keine sprudelnden Gewinne über Nacht produzieren. Dadurch bedingt dürfte der Fokus der Börsianer auch weiterhin auf anderen Themen liegen.
Abseits von Glyphosat gehört dazu die Pipeline im Medikamentenbereich, wo es in den letzten Monaten einige erfreuliche Entwicklungen zu sehen gab. Einige Patente laufen zwar in naher Zukunft aus, doch die „Patentklippe“ wird aufgrund aussichtsreicher Blockbuster-Kandidaten mittlerweile an den Märkten weniger kritisch gesehen. Den Anlegern ist nur zu wünschen, dass dieser positive Eindruck sich noch ein Weilchen halten wird. Die unberechenbaren Risiken auf dem US-Markt bleiben aber ein Hinderungsgrund für eine klare Empfehlung, trotz der noch immer sehr günstigen Einstiegskurse im historischen Vergleich.
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11.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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