Noch mehr Skepsis bei Bayer, TUI bleibt stabil, BYD weiterhin in niedrigen Gefilden und die Telekom verärgert die eigene Kundschaft
Luftsprünge bleiben ein seltener Anblick an der Börse
Vor dem Wochenende gab es an der Börse noch die eine oder andere Überraschung zu sehen. Dazu gehört zweifellos, dass der Supreme Court in den USA die trumpschen Zölle für illegal erklärte, da der US-Präsident damit wohl seine Befugnisse etwas überstrapaziert hat. Die große Freude darüber blieb jedoch aus, da die US-Regierung sich nun wohl andere Rechtsgrundlagen zu suchen gedenkt und dabei nach Ansicht von Experten wohl auch Erfolg haben könnte.
Die Ratingagentur Fitch beschäftigte sich derweil damit, welche Aussichten Bayer (DE000BAY0017) mit seinem jüngsten Vergleichsangebot im nicht enden wollenden Glyphosat-Streit haben mag. Das Urteil fällt aus Anlegersicht eher mau aus. Zwar würden eine Annahme des Vergleichs und ein positives Urteil des Supreme Court Rechtsrisiken verringern. Doch gibt es dafür freilich keine Garantie und noch dazu werden offene Fragen hinsichtlich des Zeitplans des Vergleichs erkannt.
Letztlich behält Bayer sein langfristiges Emittentenausfallrating von „BBB“, muss allerdings eine Absenkund des Ausblicks von „stabil“ auf „negativ“ verkraften. Das scheint weitere Skepsis bei ohnehin schon dezent verunsicherten Anlegern zu schüren. Der Aktienkurs gab am Freitag um 4,2 Prozent auf 43,68 Euro nach. Der Angriff auf die 50-Euro-Marke vom Dienstag darf als gescheitert angesehen werden.
TUI schneidet besser ab
Auch mit dem Reiseveranstalter TUI (DE000TUAG505) beschäftigte sich Fitch und fand hier zu einem freundlicheren Urteil. Bestätigt wurden die Bonitätsnote „BB“ sowie ein stabiler Ausblick. Belohnt werden sollen damit die Markenbekanntheit des Konzerns und die „konservative Verschuldung“. Letzteres ist ein wenig überraschend, gilt der Schuldenstand von TUI doch als einer der größten Belastungsfaktoren.
Gute Laune unter den Anlegern wollte sich dennoch nicht breitmachen. Den Aktionären stecken noch die letzten Zahlen in den Knochen, insbesondere der Ausblick. TUI gibt sich zwar optimistisch, doch mancher Analyst blickt skeptisch auf die Buchungszahlen für das wichtige Sommergeschäft. Das erinnert fast ein wenig an das vergangene Jahr. Auch da machten sich zu Jahresbeginn ähnliche Zweifel breit, letztlich konnte TUI aber solide Zahlen im Sommergeschäft vorweisen. Freilich muss sich das in diesem Jahr aber nicht zwingend wiederholen.
BYD tut sich schwer
Die Situation bei BYD (CNE100000296) ähnelt jener von TUI fast ein wenig. Auch hier haben wir es mit einem Konzern zu tun, der große Wachstumsambitionen hegt, von den Märkten aber eher stiefmütterlich behandelt wird. Immer mehr ins Visier genommen hat der Autobauer den internationalen Markt. Das ist nachvollziehbar, da es in der Heimat weit weniger rund läuft als in den vergangenen Jahren. Im Ausland konnte BYD im letzten Jahr rund eine Million Autos verkaufen und damit doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
In eben diesem Stil soll es in Zukunft weitergehen, was auch Experten erwarten. Das ist durchaus beeindruckend, tröstet die Anteilseigner über schwache Entwicklungen in China aber offensichtlich nicht hinweg. Die BYD-Aktie scheiterte zuletzt an jeglichen Ausbruchsversuchen und landete zum Wochenende bei 90,27 Yuan. Im Jahresvergleich hat der Titel um knappe 30 Prozent abgewertet.
Deutsche Telekom: Nicht die beste Werbung im besten Netz
Bei der Deutschen Telekom (DE0005557508) hat sich der Ausblick zuletzt wieder etwas verbessert. Das hat auch, wie sollte es anders sein, mit guten Vorgaben der US-Tochter T-Mobile zu tun. In der Heimat tut man sich beim Wachstum weiterhin etwas schwer und versucht unter anderem, mit Marketing etwas daran zu ändern. Manche Maßnahme geht am Ziel allerdings klar vorbei. Dazu gehörte auch eine Aktion, bei der Ende Januar die Netzkennung in „Im besten Netz.“ Geändert wurde.
Etwas unglücklich an der Sache war, dass dies nur all jene zu sehen bekamen, die ohnehin schon Kunde bei der Telekom waren. Davon störten sich einige daran, über einen reinen Informationskanal mit Werbung bespielt zu werden. Eine einstweilige Verfügung des Landgericht Düsseldorf beendete den Spuk unlängst. Ob die Deutsche Telekom sich mit der Aktion einen Gefallen getan hat, erscheint fraglich. Die Aktionäre scheinen darüber hinwegsehen zu können. Der Aktienkurs ging mit 32,72 Euro ins Wochenende; 17,6 Prozent mehr als noch zu Anfang Januar.
Blick nach vorn
Es gibt an der Börse noch immer genügend Themen, über die Anleger sich Sorgen machen können. Dazu gehört aktuell auch die Ankündigung Donald Trumps, einen Militärschlag gegen den Iran zu erwägen. Doch trotz solcher Entwicklung und latenter Zollsorgen fällt der Blick nach vorn längst nicht immer negativ aus. Der Glaube an eine Fortsetzung der Börsenrallye bleibt vielerorts vorhanden.
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21.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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