als .pdf Datei herunterladen

BÖRSE TO GO - Morphosys, NIO und Sixt

NIO verdoppelte den Umsatz in 2020 und startete stark ins neue Jahr

 

Der asiatische Handel kann nicht an die positiven Vorgaben der Wall Street anschließen. Die wichtigsten Börsenplätze in der Region verzeichnen heute Verluste, nachdem die chinesische Finanzregulierungsbehörde öffentlich die Sorge geäußert hatte, dass sich im weltweiten Kapitalmarkt und im heimischen Immobilienmarkt Bewertungsblasen entwickeln. Konkret hatte die China Banking and Insurance Regulatory Commission bereits im Januar begonnen, den heimischen Banken Beschränkungen im Hypothekenneugeschäft aufzuerlegen. Die Börse fürchtet eine Wende in China hin zu einer restriktiveren Geld- und Zinspolitik, da dies die wirtschaftliche Dynamik in der ganzen Region abbremsen würde. 

Anzeige:

Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Die Futures entwickeln sich entsprechend schwach vor Eröffnung der europäischen Vorbörse. Der DAX-Future notiert -0,57 % tiefer bei 13.957 Punkten, der S&P 500 Future sinkt um -0,32 % auf 3.885 Punkte und der Nasdaq-Future wird bei 13.241 Punkten (-0,29 %) gesehen.

Frankfurt startete am Montag sehr optimistisch, schwächelte dann aber vor Eröffnung der Wall Street. Nach den Vorgaben der letzten Woche bestand die Befürchtung, dass auf eine positive Eröffnung in New York dann schnell Gewinnmitnahmen einsetzen. Doch die Bären zogen sich zurück, was dann auch den deutschen Indizes in den letzten Handelsstunden zu starken Kursgewinnen verhalf, die von sehr starken amerikanischen Wirtschaftsdaten begleitet wurden. 

Alle deutschen Benchmarks konnten zum Ende im Plus schließen. Der DAX schaffte es sogar, die wichtige Marke von 14.000 Punkten zurückzuerobern und schloss knapp darüber bei 14.012,82 Punkten (+1,64 %). Die Aktien von Bayer (+4,43 %) und MTU Aero Engines (+6,04 %) stachen bei dieser Bewegung heraus. Die größten Gewinner des Tages waren jedoch der MDAX, der um 2,01 % auf 31.900,95 Punkte stieg, und der SDAX, der sogar um 2,22 % auf 15.445,91 Punkte kletterte. Die Aktien von Takkt (+7,67 %) und der Global Fashion Group (+15,19 %) profitierten stark von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Lockdowns. Einzig und allein der TecDAX performte am Montag schwächer und schloss bei 3.377,56 Punkten (+0,97 %). 

Die Wall Street deckte nach dem Wochenende ihre Absicherungen ein und ließ die Indizes kräftig steigen. Es waren vor allem die Technologietitel und die kleinen Unternehmen, die besonders stark von der Short-Eindeckung profitierten. Der Nasdaq Composite Index kletterte bis zum Handelsschluss um 3,01 % auf 13.588,83 Punkte und der Russell 2000 Index stieg sogar um 3,37 % auf 2.275,32 Punkte. Der S&P 500 Index konnte um 2,38 % auf 3.901,82 Punkte steigen und nimmt damit wieder Kurs auf die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Punkten. Der Dow Jones Industrial Average konnte sich immerhin noch um 1,95 % auf 31.535,51 Punkte verbessern. 

 

Morphosys übertrifft die eigenen Erwartungen

 

Auf Basis der vorläufigen Daten erwartet Morphosys einen starken Konzernumsatz für 2020. Der Vorstand hatte eine Spanne von 317 bis 327 Mio. Euro prognostiziert und der Umsatz wird voraussichtlich leicht über dem oberen Ende liegen. Das Unternehmen erreichte das Umsatzniveau jedoch nur mit einmaligen Umsätzen in erheblichem Umfang. Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern erwartet das Unternehmen, dass die eigene Prognosespanne geschlagen wird, die man bei 10 bis 20 Mio. Euro gesehen hatte. Die vorläufigen Daten ergeben ein EBIT von 27,4 Mio. Euro für das Gesamtjahr und das, obwohl die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung mit 141,4 Mio. Euro sogar leicht über der Prognosespanne von 130 bis 140 Mio. Euro gelegen haben. Morphosys wird den vollständigen Bericht für 2020 am 15. März veröffentlichen. 

 

NIO kann den Umsatz verdoppeln

 

Entsprechend den bereits gemeldeten starken Absatzdaten legte NIO heute Nacht auch einen starken Umsatz für das Gesamtjahr vor. Insgesamt erlöste man einen Umsatz von 16,3 Mrd. Yuan, was einem Wachstum im Jahresvergleich von 108 % entspricht. Nach einem negativen Rohertrag im Vorjahr von -1,2 Mrd. Yuan konnte NIO in 2020 nicht nur einem Konkurs entgehen, sondern legte am Ende sogar einen positiven Rohertrag von 1,9 Mrd. Yuan vor. Der Verlust im operativen Geschäft reduzierte sich dadurch um -58 % von -11,1 Mrd. Yuan auf -4,6 Mrd. Yuan. Nach Zinsen und Steuern ergab sich für die NIO-Aktionäre ein Jahresverlust von -5,6 Mrd. Yuan, was -51 % unter dem Vorjahresverlust lag. 

Auch der Start ins neue Jahr gelang. So konnte NIO im Januar 7.225 Fahrzeuge ausliefern und lag damit über dem durchschnittlichen monatlichen Auslieferungsniveau vom 4. Quartal. Im Februar blieb man allerdings mit 5.578 Auslieferungen unter dem Durchschnitt, was am chinesischen Neujahrsfest lag. 

 

Erich Sixt wechselt in den Aufsichtsrat

 

Der Generationenwechsel bei Sixt ist vollbracht. Erich Sixt, der den Autovermietungskonzern zu seiner heutigen Größe gebracht hat, wird auf der Hauptversammlung im Juni vom Posten des Vorstandsvorsitzenden zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wechseln. Die Unternehmensführung bleibt aber in der Hand der Familie. Seine beiden Söhne Alexander und Konstantin werden sich die Führung des Unternehmens teilen. Beide arbeiten bereits seit sechs Jahren im Vorstand und sind dort bisher für die Bereiche Digitalisierung, Konzernstrategie und Vertrieb zuständig. 

 

Sixt SE

 

Erich Sixt hat ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen, verlässt die Führung allerdings nicht auf dem Top. Sixt hatte im Herbst gewarnt, dass man voraussichtlich für 2020 den ersten Jahresverlust in der Firmengeschichte ausweisen wird, nachdem der Umsatz durch Corona stark eingebrochen war und sich das Vermietungsgeschäft insbesondere mit Geschäftskunden, bis heute nicht recht erholt hat. Erwartet wird, dass Verlust bei 70 bis 95 Mio. Euro liegen wird. 

 

Tagestermine

 

Die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten kommen heute früh um 08:00 Uhr aus Deutschland. Die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für den Monat Januar stehen an. Nach einem Wachstum von 1,5 % im Dezember wird nun für den Jahresbeginn mit einem leichten Rückgang des Wachstums auf 1,3 % gerechnet. 

Um 09:55 Uhr bekommen wir dann noch die monatlichen Arbeitsmarktdaten aus Deutschland. Die Börse rechnet mit einer unveränderten Arbeitslosenrate von 6,0 % im Februar. Der Zahl der Arbeitslosen soll leicht um rund 13.000 gesunken sein. 

 

02.03.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)