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BÖRSE TO GO - Trump, SAP und TUI

Risk-off Freitag

 

Der Präsident der Vereinigten Staaten wurde heute früh positiv auf Corona getestet. Die Meldung erreichte uns kurz nach 7 Uhr und sorgte umgehend für starke Marktreaktionen an der Börse. Die wichtigsten Futures tauchten sofort in die Verlustzone ab und bauen diese vorbörslich weiter aus. Die amerikanischen Futures trifft es am stärksten. Der Nasdaq Future sinkt zwischenzeitlich um mehr als -2,0 % unter die Marke von 11.345 Punkten, der S&P 500 Future verliert mehr als -1,75 % und fällt unter 3.310 Punkte. Auch der DAX-Future verliert, baut die Verluste aber nur zögerlich aus. Vorbörslich liegt der DAX-Future mehr als -1 % niedriger unter 12.560 Punkten 

Hope Hicks, eine sehr enge Beraterin von Präsident Trump, wurde zuerst positiv auf Corona getestet. Die Beraterin hatte den Präsidenten zuletzt am Mittwoch bei einer Wahlkampagne begleitet und war auch auf dem Flug mit Air Force 1 in engem Kontakt mit Trump. Neben dem Präsidenten ist auch die First Lady erkrankt. Beide haben sich in Quarantäne zurückgezogen. Es ist noch unklar, ob Trump die Führung des Landes direkt an Vizepräsident Pence übergeben wird. 

Der DAX war auch schon am Donnerstag unter Druck. Während alle deutschen Benchmarks am Donnerstag stark steigen konnten, erlebte der Leitindex starke Abgaben und schloss trotz des positiven Umfelds -0,23 % tiefer bei 12.730,77 Punkten. Die Aktien von Bayer waren die mit Abstand größte Einzelbelastung für den DAX und stürzten um -12,59 % auf 46,65 Euro, nachdem das Unternehmen eine Umsatz- und Gewinnwarnung für 2021 veröffentlichte. 

 

Bayer AG

 

Der TecDAX führte die Gruppe der deutschen Benchmarks an und stieg um 1,43 % auf 3.114,14 Punkte. Infineon (+7,25 %) und Aixtron (+4,93 %) waren die größten Gewinner, nachdem STMicro die Umsatz- und Gewinnerwartungen erhöhte. Der MDAX konnte sich um 1,26 % auf 27.348,27 Punkte verbessern. Der SDAX stieg leicht um 0,42 % auf 12539,94 Punkte. 

Wien fiel am Donnerstag zurück. Der ATX sank deutlich um -0,88 % auf 2.090,27 Punkte. Im Mittelpunkt standen die hohen Verluste bei Voestalpine, deren Aktien um -10,55 % fielen. In Zürich ging derweilen der Kampf um die 10.000 Punkte-Marke beim SMI weiter. Der schweizer Leitindex verbesserte sich um 0,50 % auf 10.238,12 Punkte und rückte damit wieder ein Stück weit weg von der wichtigen Unterstützung. 

Im Vorfeld der heutigen Arbeitsmarktdaten konnte sich die Wall Street am Donnerstag weiter verbessern. Unter anderem half, dass die Demokraten im Repräsentantenhaus eine Gesetzesvorlage für eine weitere Unterstützung der Wirtschaft eingebracht haben. Der Nasdaq Composite Index führte die US-Indizes an und stieg um 1,42 % auf 11.326,51 Punkte. Der S&P 500 Index verbesserte sich um 0,53 % auf 3.380,80 Punkte. 

Der Handel an der Börse Tokio konnte wieder regulär aufgenommen werden. Der Hardware-Fehler, der gestern früh zu einem kompletten Ausfall führte, wurde behoben. Die Frage bleibt, warum die Börse nicht im Vorfeld ausreichende Maßnahmen getroffen hat, um einen Totalausfall zu vermeiden. Der offiziellen Pressekonferenz zufolge fand der Fehler im unterliegenden „Arrowhead“ System statt, dass die Börse zusammen mit Fujitsu entwickelt hat. Die Börse gab bekannt, dass alle Aufträge, die am Donnerstag platziert wurden, für ungültig erklärt wurden. Der Handel begann heute, wo der Markt am Mittwoch aufgehört hatte. Der Nikkei steigt bisher im asiatischen Handel um bis zu 0,27 % auf 23.246 Punkte. 

 

SAP kauft zu

 

Mit der Übernahme der österreichischen Emarsys versucht SAP sein schwächelndes CRM-Geschäft auf Vordermann zu bringen. Emarsys ist darauf spezialisiert, Unternehmen zu helfen, die Kommunikation mit ihren Kunden auf allen Kanälen zu analysieren und zu verbessern. Das Softwarehaus veröffentlicht keine Zahlen, verfügt aber über eine breite Präsenz mit 13 Standorten und 800 Mitarbeitern. 

SAP hat in der Vergangenheit mehrere Versuche unternommen, um das Thema CRM in ihrer Software zu integrieren. Der Erfolg beim Vertrieb blieb jedoch bescheiden. Abgesehen von eigenen Entwicklungen hat SAP Übernahmen wie Hybris in 2013 genutzt, um dieses wichtige Thema voranzutreiben. An den Erfolg von Konkurrenten wie Salesforce.com ist man jedoch nicht herangekommen. Die Aktien von SAP schlossen gestern 0,74 % höher bei 133,74 Euro.

 

TUI wiegelt ab

 

Der Touristikkonzern bestätigte Presseberichte, dass eine Kapitalerhöhung geplant sei. Das sei sowohl kurz- als auch mittelfristig möglich. Was den Umfang der Maßnahme angeht, so stellte der Vorstand klar, dass das Volumen „sehr deutlich geringer“ als die 1 bis 1,5 Mrd. Euro sein wird, die bisher in der Presse diskutiert werden. 

 

TUI AG

 

Eine Kapitalerhöhung ist unumgänglich und Friedrich Joussen hatte dies auch bereits im Umfeld der Berichterstattung zum 2. Quartal erwähnt. Nach den massiven Verlusten durch die Covid-19-Krise hat das Unternehmen umfangreiche finanzielle Hilfen von der Bundesregierung erhalten und hat sich auch Zugeständnisse vonseiten einiger Gläubigergruppen gesichert. Die privaten Eigenkapitalgeber haben bisher noch keinen Beitrag geleistet. Die jüngste Stützungsmaßnahme der Bundesregierung umfasst die angekündigte Wandelanleihe auf TUI, die vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Höhe von 150 Mio. Euro gezeichnet wurde. Zusätzlich wurde die Kreditlinie bei der KfW um 1,05 Mrd. Euro ausgeweitet.

 

US-Arbeitsmarktdaten dominieren die Agenda

 

Für die Euro-Zone werden heute um 11:00 Uhr die vorläufigen Verbraucherpreisindizes für September veröffentlicht. Im Jahresvergleich soll die Inflation den Prognosen zufolge unverändert zu August bei -0,2 % gelegen haben. 

Um 14:30 Uhr kommen dann die monatlichen amerikanischen Arbeitsmarktdaten. Die Erwartung ist, dass außerhalb der Landwirtschaft im September 850.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Im August waren es 1,371 Mio. neue Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote soll von 8,4 % auf 8,2 % gesunken sein, so die Prognosen der Analysten.

Im Anschluss um 16:00 Uhr folgen dann noch die Veröffentlichungen der Auftragseingänge, des Verbrauchervertrauens und der Inflationserwartungen. Der Auftragseingang der Industrie soll im Monat August um 1,0 % gestiegen sein. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan wird im September bei 79,0 nach 78,9 Punkten gesehen. Die Inflationserwartungen für September werden bei 2,7 % gesehen.

 

02.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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