Amazon-Schock nach Börsenschluss, Erleichterung über Strategy und Stellantis verliert 22 Mrd. Euro mit EVs - BÖRSE TO GO
Schock nach Börsenschluss - Amazon will 200 Mrd. US-Dollar in AI und Cloud investieren
Kursrutsch bei Amazon nach Börsenschluss. Mit einer Erhöhung der Investitionen auf 200 Mrd. US-Dollar im laufenden Jahr schockte man die Wall Street. Erleichterung über Strategy. Bis jetzt ist die Bitcoin-Holding nicht zu Notverkäufen gezwungen. Stellantis schreibt das Elektrofahrzeuggeschäft ab und muss einen Verlust von -22 Mrd. Euro hinnehmen.
Asien sieht am letzten Handelstag der Woche überwiegend rot. Abgesehen vom Nikkei 225 Index, der 0,89 % höher bei 54.295,00 Punkten schloss, geben alle Benchmarks in der Region ab. Der Hang Seng Index wird zwischenzeitlich mehr als -1 % im Minus gesehen und der KOSPI schloss -1,44 % tiefer bei 5.089,14 Punkten. Der Terminmarkt ist hingegen vor Eröffnung des Börsenhandels in Europa leicht freundlich. Der DAX-Future (März) wird 0,26 % höher bei 24.592,90 Punkten gehandelt.
Am Donnerstag sah Frankfurt noch erneut leichte Verluste. Abgesehen vom TecDAX, der sich erneut über Wasser halten konnte und um 0,42 % auf 3.628,05 Punkte stieg, gaben alle anderen deutschen Benchmarks ab. Der SDAX sank um -0,26 % auf 17.878,47 Punkte, der MDAX gab -0,29 % auf 31.434,51 Punkte nach und der DAX schloss -0,46 % tiefer bei 24.491,06 Punkten. Der größte Verlierer war das Schwergewicht SAP (DE0007164600), die nach den schwachen Zahlen noch einmal um -1,70 % auf 167,58 Euro abgaben.
Noch deutlicher ging es in New York abwärts. Die Anleger sicherten sich vor den Zahlen von Amazon (US0231351067) und Strategy (US5949724083) ab und drückten alle Benchmarks tiefer. Am stärksten verlor der Nasdaq 100 Index, der um -1,38 % auf 24.548,69 Punkte fiel. Die Aktien von Strategy (ehemals Microstrategy) verloren angesichts des Bitcoin Sell-offs am stärksten um -17,12 % auf 106,99 US-Dollar. Nach Börsenschluss legte das Unternehmen dann die Zahlen vor. Der S&P 500 Index rutschte ebenfalls tiefer um -1,23 % auf 6.798,40 Punkte und selbst der Dow Jones Industrial Average Index gab um -1,20 % auf 48.908,72 Punkte nach.
Kursrutsch bei Amazon
Die extrem hohen Investitionen in den Ausbau der AI-Kapazitäten bleiben den Anlegern ein Dorn im Auge. Das bekam auch Amazon nach Börsenschluss zu spüren. Die Aktien waren bereits im regulären Handel um -4,42 % auf 222,69 US-Dollar gefallen. Nachdem man nach Börsenschluss ankündigte, dass man im laufenden Jahr rund 200 Mrd. US-Dollar in den Ausbau des Geschäfts investieren wird, rutschte der Kurs um rund -10 % auf die Marke von 200 US-Dollar ab. Amazon hatte bereits im vergangenen Jahr 130 Mrd. US-Dollar in sein Geschäft investiert, wobei das Kapital vor allem in den Ausbau des AI- und Cloud-Geschäfts floss. Die Wall Street hatte sich auf eine Erhöhung der Investition auf 150 Mrd. US-Dollar eingestellt, aber 200 Mrd. US-Dollar stand bei niemandem auf der Agenda. Hinzu kam, dass Amazon die Konsensschätzung beim Gewinn je Aktie mit 1,95 US-Dollar leicht verfehlte. Die Umsatzschätzung von 211,3 Mrd. US-Dollar konnte man hingegen mit Erlösen von 213,4 Mrd. US-Dollar schlagen. Das gleiche Bild auch bei der Prognose für das laufende Quartal. Amazon erwartet eine Umsatzspanne von 173,5 bis 178,5 Mrd. US-Dollar, was leicht über den Erwartungen der Analysten liegt. Die hohen Kosten für die Ausweitung des AI- und Cloud-Geschäfts drücken jedoch auf das Ergebnis, sodass die Gewinnprognose die Konsensschätzung unterbot.
Erleichterung über Strategy
Strategy ist der Elephant im Raum am Kryptomarkt, über den keiner reden will. Ursprünglich ein reines Softwareunternehmen, hat sich Strategy zu einer kreditgehebelten Bitcoin-Holding gewandelt. Man nutzte in der Vergangenheit alle erdenklichen Finanzierungsquellen, um so viele Bitcoin wie möglich aufzukaufen. Die Sorge der Anleger vor dem Quartalsbericht war entsprechend groß, dass Strategy durch den Einbruch des Bitcoin Kurses zu Notverkäufen gezwungen wird, die wiederum den Crash bei Bitcoin beschleunigen und vertiefen könnten. Die Aktien rutschten daher im regulären Handel noch einmal um -17,12 % auf 106,99 US-Dollar ab. Nach Vorlage des Berichts deckten die Short-Seller jedoch ein, was den Aktienkurs um mehr als 5 % in die Höhe trieb. Strategy weist für das 4. Quartal einen Verlust von -12,4 Mrd. US-Dollar aus, was im Wesentlichen auf die Bewertungsverluste zurückzuführen ist. Der Einstandskurs des Portfolios soll bei 76.052 US-Dollar je Bitcoin liegen. Man betonte allerdings auch, dass man noch 2,25 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln hat, die man im Zweifel einsetzen wird, um Tilgungen und Rückzahlungen zu leisten. Das beruhigte die Anleger etwas, aber die Frage bleibt, wie tief Bitcoin fallen muss, um Strategy zu Verkäufen zu zwingen.
Stellantis: EV-Geschäft verursacht 22 Mrd. Euro Verlust
Der durch Brüssel erzwungene Einstieg in das Geschäft mit Elektromobilität verursachte bei Stellantis (NL00150001Q9) allein im 2. Halbjahr 2025 einen Verlust von rund -22,2 Mrd. Euro. Die Fabriken, die auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umgestellt wurden, litten lange unter einer Unterauslastung, die zu hohen Verlusten führte. Das musste Stellantis ändern und der Nachfrage folgen, die Verbrennerfahrzeuge und Hybrid-Pkw verlangt, was einen umfassenden Umbau der Produktion erforderte und die alten Investitionen in Elektrofahrzeuge weitgehend wertlos machte. Dieser Vorgang spiegelt sich in der heute angekündigten Abschreibung in Höhe von -22,2 Mrd. Euro wider, die im Wesentlichen zu Lasten der Aktionäre gehen. Das Management nennt das Ganze freundlich umschrieben einen „Reset“ der Strategie. Im Kern ist es jedoch eine Niederlage, die zudem nicht durch eigene Entscheidungen verursacht wurde, sondern von Brüssel bzw. den Regierungen der Europäischen Union erzwungen wurde.
Tagestermine
Der deutsche Außenhandel zeigte sich im Dezember ausgesprochen stark. Der Handelsbilanzüberschuss explodierte regelrecht auf 17,1 Mrd. Euro gegenüber einer Konsensschätzung von 14,1 Mrd. Euro und einem Überschuss im November von 13,6 Mrd. Euro (revidiert von ursprünglich 13,1 Mrd. Euro). Dahinter stand vor allem ein sehr starkes Exportwachstum von 4,0 %.
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06.02.2026 - Mikey Fritz

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