Givaudan leidet unter dem Franken, United Airlines will Nr. 1 werden und LVMH schwächelt - BÖRSE TO GO
Givaudan leidet unter dem starken Franken - Wechselkursverlust drücken den Umsatz deutlich
Ein starker Jahresauftakt sieht anders aus. Givaudan verliert im März-Quartal mehr als -5 % seines Umsatzes. United Airlines plant die Fusion mit American Airlines. Man will die Nr. 1 in den USA und auch weltweit werden. LVMH verliert weiter an Boden. Der Luxuskonzern verweist auf den Iran-Krieg, doch das Grundproblem liegt im Angebot.
Asien nimmt die positiven Vorgaben der Wall Street und steigt am Dienstagmorgen geschlossen. Vor Handelsende liegt vor allem der KOSPI deutlich im Plus und kann zeitweise mehr als 3 % zulegen. Auch der Nikkei 225 Index wird im Handelsverlauf mehr als 2,25 % im Plus gesehen, während der Hang Seng Index nur um den Schlusskurs vom Montag herumpendelt. Freundlich entwickelt sich auch der Terminmarkt. Der DAX-Future (Juni) wird vor Beginn der Vorbörse im europäischen Handel 0,54 % höher bei 24.050,00 Punkten gehandelt.
Die neue Handelswoche begann für die Börse Frankfurt überwiegend mit Verlusten. Abgesehen vom SDAX, der mit 17.270,11 Punkten in der Nähe des Schlusskurses vom Freitag schließen konnte, gaben alle anderen deutschen Benchmarks am Montag ab. Entscheidend war jedoch, dass die Verluste im Handelsverlauf deutlich reduziert werden konnten. Der DAX notierte zwischenzeitlich unter 23.500 Punkten, konnte aber am Ende bei 23.742,44 Punkten (-0,26 %) den Handel beenden. Selbst der TecDAX, der mit einem Abschlag von -0,62 % auf 3.509,76 Punkte der größte Tagesverlierer war, schloss deutlich über dem Tagestief. Der größte Verlierer im Tech-Index waren die Aktien von Suss MicroTec (DE000A1K0235), die um -4,76 % auf 58,05 Euro sanken.
In New York war der Rebound noch stärker ausgeprägt. Es machte sich die Hoffnung breit, dass die Iraner doch noch mit der Trump-Administration über einen Waffenstillstand verhandeln würden. Davon profitierte vor allem der Nasdaq 100 Index, der um 1,06 % auf 25.383,72 Punkte kletterte. Der größte Gewinner im Tech-Index waren dabei die Aktien von Cadence Design (US1273871087), die um 8,48 % auf 288,20 US-Dollar sprangen. Auch der S&P 500 Index entwickelte sich stark und konnte 1,02 % höher bei 6.886,24 Punkten schließen, während der Dow Jones Industrial Average Index auf einen Anstieg um 0,63 % auf 48.218,25 Punkte kam.
Givaudan leidet unter starkem Franken
Von einem positiven Jahresauftakt zu sprechen, ist etwas weit hergeholt für Givaudan (CH0010645932). Der Schweizer Spezialchemiker erwirtschaftete im 1. Quartal einen Umsatz von 1,875 Mrd. Franken, was -5,2 % unter dem Vorjahresniveau liegt. Insgesamt erlöste man -102 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Was auf den ersten Blick enttäuschend ist, wird vor dem Hintergrund der Wechselkursveränderungen relativiert. Schaut man sich die Umsatzentwicklung auf dem Wechselkursniveau des Vorjahres an, dann hat der Spezialist für Aromen und Duftstoffe allein durch die Aufwertung des Frankens -182 Mio. Franken an Umsatz verloren. Ein Problem, das das Management nur mit einer aktiven (und erfolgreichen) Währungsabsicherungsstrategie begegnen könnte. Was früher üblich war, wird heute nur noch in den seltensten Fällen praktiziert, da die Anleger sich mit den „bereinigten“ Zahlen zufriedengeben. Als weiterer Sondereffekt kommt noch hinzu, dass Givaudan durch Akquisitionen gewachsen ist. Das macht +1,2 % im 1. Quartal bzw. +24 Mio. Franken aus. Während der Umsatz also um -5,2 % gesunken ist, ist er auf „bereinigter“ Basis aus Sicht des Managements um 2,8 % im Jahresvergleich gestiegen. Doch selbst dieses schöngerechnete Niveau liegt unter der mittelfristigen Prognose des Managements, das von einem „bereinigten“ jährlichen Umsatzwachstum von 4 % bis 6 % ausgeht.
United Airlines strebt Fusion mit American Airlines an
Mitten in der Treibstoffkrise startet United Airlines (US9100471096) Gespräche mit American Airlines (US02376R1023) über eine mögliche Fusion des Geschäfts. Scott Kirby, CEO von United, hat sich zunächst einmal Rückendeckung in Washington geholt und dort vorgefühlt, ob die Trump-Administration einer Kombination im Wege stehen würde. Eine Fusion der beiden Fluggesellschaften würde aus dem Stand heraus eine neue Nr. 1 im wichtigen US-Flugverkehr schaffen, was selbstverständlich zu einer strengen Überprüfung durch die Regulierungsbehörde führen würde. Doch auch die Regulierungsbehörden außerhalb der USA würden ein Wörtchen mitreden wollen, denn nach einer Fusion wäre die Airline auch die größte der Welt. Die beiden Gesellschaften zählen zum Kreis der vier größten Airlines in den USA und kontrollieren zusammen mehr als ein Drittel des Gesamtmarktes. Daraus würde das Risiko resultieren, dass sich der Wettbewerb verringert und damit die Preise in der Tendenz für die Verbraucher steigen. Doch was steckt eigentlich hinter der Idee für die Mega-Fusion? Abgesehen davon, dass das Fluggeschäft ein Skalengeschäft ist und nur der Größte die Möglichkeit hat, hohe Gewinne zu erzielen, gibt es auch noch eine persönliche Komponente, denn Kirby war früher in einer führenden Rolle bei American Airlines, hatte sich gute Chancen ausgerechnet, der zukünftige CEO zu werden, und wurde dann jedoch letztlich übergangen, weswegen er 2016 zu United Airlines wechselte. Durch eine Fusion würde er letztlich sein Ziel durch die Hintertür erreichen, CEO von American Airlines zu werden.
Erneuter Umsatzrückgang bei LVMH
LVMH (FR0000121014) kommt auf keinen grünen Zweig. Der französische Luxuskonzern hat im 1. Quartal da weitergemacht, wo man im vergangenen Jahr aufgehört hatte. Der Umsatz stieg um 1 %, aber nur, wenn man Belastungen wie Wechselkursveränderungen herausrechnet. Der eigentliche Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um -6 % auf 19,12 Mrd. Euro und LVMH begründet die Schlappe mit dem Iran-Krieg. Ohne Zweifel ist der Konflikt wenig hilfreich für die Stimmung der Verbraucher, doch hatte der Luxuskonzern schon im vergangenen Jahr eine vergleichbar schwache Entwicklung gezeigt, womit klar wird, dass es das Angebot und nicht primär die Nachfrage ist, die das Problem bei LVMH ist. Die Börse war besonders enttäuscht darüber, dass LVMH in seiner größten Sparte - Fashion & Leather Goods - nicht einmal auf „bereinigter“ Berechnungsgrundlage eine Stagnation hinbekam, sondern der Umsatz um -2 % fiel. Inklusive aller gewöhnlichen Belastungen schrumpfte der Umsatz der Sparte sogar um -9 %. Zum Ergebnis machte LVMH keine Angaben, da es sich nur um einen Zwischenbericht handelt.
Tagestermine
Vor Börsenbeginn in New York erwarten wir heute um 14:30 Uhr den amerikanischen Erzeugerpreisindex für den Monat März. Im Jahresvergleich soll die Inflationsrate auf Produzentenebene von 3,4 % auf 4,6 % gesprungen sein. Ein Anstieg, der eine direkte Folge der erhöhten Energiepreise aufgrund des Iran-Krieges ist. Im Vergleich zum Februar wird mit einem Anstieg des Erzeugerpreisindex um 1,2 % gerechnet.
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14.04.2026 - Mikey Fritz

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