Streik ohne Ende bei der Lufthansa, United Airlines schielt auf American Airlines und bei Fraport könnte es im Sommer knapp werden
Airlines und Flughäfen navigieren dieser Tage durch dunkle Wolken
Auch wenn sich am Dienstag neue Hoffnungen auf ein glimpfliches Ende des Konflikts bemerkbar machten und die Ölpreise nicht zuletzt aufgrund angekündigter Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon etwas nachgaben, so bleibt die Stimmung doch weiterhin angespannt. Niemand vermag zu sagen, ob ein friedliches Ende kommen mag. Klar bleibt für den Moment, dass die Luftfahrtbranche zu den größten Leidtragenden gehört.
Entsprechend groß ist die Hoffnung unter den Aktionären der Lufthansa (DE0008232125) darauf, dass weitere Eskalationen ausbleiben mögen und die Rückkehr zur Normalität erfolgen kann. Bis dahin hat die Airline aber erst einmal mit der eigenen Belegschaft zu kämpfen. Die Piloten streikten zu Wochenbeginn bereits zwei Tage. Am Donnerstag und Freitag folgt nun das Kabinenpersonal. Eine Einigung scheint nicht absehbar zu sein.
Das lässt die Aktionäre längst nicht mehr kalt. Kürzlich meldete sich der Großaktionär Klaus-Michael Kühne zu der Angelegenheit, der sich sonst stets zurückhält. In einem offenen Brief an die Gewerkschaften wird diesen vorgeworfen, das Streikrecht in unverhältnismäßiger Art zu missbrauchen und persönlichen Egoismus weit über das Interesse der Gesamtheit zu stellen. Berichtet wurde über das Schreiben unter anderem im „Handelsblatt“.
United Airlines: Der große Coup?
An der Börse standen jedoch niedrige Ölpreise im Vordergrund, sodass die Lufthansa-Aktie letztlich grüne Vorzeichen erreichte. Solche gab es auch bei United Airlines (US9100471096) zu sehen. Ein Plus von 2,2 Prozent ließ den Kurs auf 97,28 US-Dollar anwachsen. Mit dazu beigetragen haben auch Gerüchte, welche auf einen Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zurückgehen. Demzufolge zeigt United Interesse an einer Übernahme von American Airlines.
Es wäre ein Paukenschlag in der Branche und es würde wohl die größte Airline weltweit entstehen. Allerdings bleibt offen, was die Kartellbehörden davon halten mögen. Ob es bereits direkte Gespräche gegeben haben mag, ist nicht überliefert. Die beiden Airlines wollten sich zu den Spekulationen nicht äußern. Aus der US-Regierung gab es aber immerhin indirekte Signale dafür, dass man einen solchen Zusammenschluss der Superlative begrüßen könnte.
American Airlines hebt ab
Die Aktionäre von American Airlines (US02376R1023) stellten sich bereits ein wenig auf die Übernahme ein und damit verbunden scheint die Hoffnung zu sein, dass ein üppiger Aufschlag gezahlt wird. Die Aktie kletterte am Dienstag um 7,9 Prozent auf 12,11 Dollar in die Höhe. Damit wird der höchste Kurs seit etwa fünf Wochen erreicht. Damit können die Verluste seit Kriegsausbruch im Nahen Osten allerdings auch noch nicht ausgeglichen werden.
Eher vage Gerüchte reichen also offenbar noch nicht aus, um die Sorgen vor anhaltend hohen Kerosinpreisen bei einer ohnehin schon gedrückten Verbraucherstimmung zu lindern. Ohne eine baldige Öffnung der Straße von Hormus drohen der Branche unschöne Zeiten. Mit höheren Ticketpreisen ließe sich zwar reagieren. Fraglich ist aber, wie weit die Fluggäste mitzugehen bereit sind. Im Zweifel könnte manch einer auf eine Reise auch schlicht verzichten.
Wird es für Fraport eng im Sommer?
In Europa könnten Fluggäste sogar dazu gezwungen werden, am Boden zu bleiben. Denn die Lage in Nahost sorgt für immer größere Sorgen um die Versorgung von Flughäfen mit Kerosin. In Italien gibt es wohl bereits Rationierungen. In Frankfurt scheint die Versorgung für den Moment noch sichergestellt zu sein. Dennoch kann die Flughafenbetreiberin Fraport (DE0005773303) sich wohl nicht blind darauf verlassen, dass es dabei auch weiterhin bleiben wird.
Vor möglichen Engpässen im Sommer warnte zuletzt auch der deutsche Flughafenverband ADV. Sollte die Straße von Hormus nicht binnen drei Wochen wieder geöffnet werden, so könnten gerade im besonders wichtigen Sommergeschäft Engpässe drohen. Die Folge wären Rationierungen und die Priorisierung von besonders lukrativen Strecken. Das Nachsehen hätten wohl innereuropäische Flüge. Für Fraport könnten weniger Starts und Landungen empfindliche Einbußen bedeuten. Die kürzliche Eröffnung von Terminal 3 wird dadurch ein wenig getrübt. Gerade deshalb klammern die Anleger sich an die Hoffnung, dass es noch zu einer friedlichen Lösung in Nahost kommen mag. Die Aktie konnte sich am Dienstag behaupten und minimal bis auf 76,65 Euro zulegen.
Unangenehm
Möglich bleibt, dass der Luftfahrtbranche und den Flughäfen die schlimmsten Horrorszenarien noch erspart bleiben. Eben diese Aussicht sorgt dafür, dass die Aktienkurse sich noch einigermaßen über Wasser halten können. Doch ausschließen lässt sich leider nur wenig, weshalb Volatilität und Risiken hoch bleiben, solange im Persischen Golf keine dauerhafte und nachhaltige Lösung gefunden werden konnte. Die dortigen Entwicklungen führen einen langen Rattenschwanz nach sich, der in der Luftfahrt ganz besonders deutlich zu spüren ist.
Deutsche Lufthansa AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Deutsche Lufthansa AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Lufthansa AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Deutsche Lufthansa AG - hier weiterlesen...
15.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







13.05.2026
10.05.2026
07.05.2026
24.04.2026