Kursrutsch bei Netflix, Ericsson verfehlt Erwartungen und Euro Zinserhöhung im Juni erwartet - BÖRSE TO GO
Kursrutsch bei Netflix - schwacher Umsatzausblick für das 2. Quartal drückt die Notierungen
Kursrutsch bei Netflix. Der Streaminggigant verliert nach Börsenschluss fast -10 % seines Unternehmenswertes, da die Anleger enttäuscht über den Ausblick sind. Ericsson verfehlt alle Erwartungen der Börse. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis bleiben unter den Konsensschätzungen. Der Kapitalmarkt erwartet keine Zinserhöhung von der EZB im April. Allerdings preist man derzeit eine Zinserhöhung im Juni ein.
Der Aktienhandel in Asien sieht am Freitag Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Nahezu alle Benchmarks in der Region geben ab, wobei der Nikkei 225 Index deutliche Verluste sieht und -1,57 % tiefer bei 58.584,50 Punkten schließt. Der KOSPI gab -0,55 % auf 6.191,92 Punkte ab und der Hang Seng Index wird vor Handelsschluss mehr als -1,2 % tiefer gesehen. Auch der Terminmarkt neigt zu Gewinnmitnahmen. Der DAX-Future (Juni) steht vor Börseneröffnung in Europa -0,15 % tiefer bei 24.283,50 Punkten.
Die Börse Frankfurt erlebte am Donnerstag einen weiteren positiven Tag. Die deutschen Benchmarks folgten der Wall Street höher, wobei der TecDAX mit einem Tagesgewinn von 1,40 % auf 3.653,06 Punkte herausstach. Getragen wird das Plus des Index vor allem vom Rebound bei Schwergewicht SAP (DE0007164600). Der größte Tagesgewinner war jedoch Nagarro (DE000A3H2200), die um 3,45 % auf 48,04 Euro stiegen. Das Schlusslicht am Donnerstag war der MDAX, der sich nur marginal um 0,17 % auf 30.938,35 Punkte verbessern konnte.
Auch in New York stiegen die amerikanischen Benchmarks. Aber wie bereits am Mittwoch hielten sich die Tagesgewinne in deutlichen Grenzen, nachdem die Indizes neue Allzeithochs erreicht haben. Angeführt wurde die Liste der Gewinner erneut vom Nasdaq 100 Index, der um 0,49 % auf 26.333,00 Punkte stieg. Gefragt waren am Donnerstag vor allem die Halbleiteraktien. AMD (US0079031078) war der größte Gewinner im Technologieindex mit einem Gewinn von 7,80 % auf 278,26 US-Dollar. Der Dow Jones Industrial Average Index lief dem Rest weiterhin hinterher. Der Blue Chip Index stieg am Donnerstag um 0,24 % auf 48.578,72 Punkte und liegt damit als einzige amerikanische Benchmark immer noch unter seinem Allzeithoch.
Kursrutsch bei Netflix
Auf den ersten Blick hat Netflix (US64110L1061) alles richtig gemacht. Dennoch rutschte der Aktienkurs nachbörslich um mehr als -9 % ab. Der Streaminggigant legte nach Börsenschluss in New York den Abschluss für das 1. Quartal vor und schlug die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg um 16 % auf 12,25 Mrd. US-Dollar (Konsens: 12,18 Mrd. US-Dollar) und der Gewinn lag mit 1,23 US-Dollar je Aktie 56 % über der Konsensschätzung von 0,79 US-Dollar. Das Management veröffentlichte allerdings keine bereinigte Fassung des Gewinns, denn Netflix hatte im abgelaufenen Quartal eine einmalige Entschädigung in Höhe von 2,8 Mrd. US-Dollar erhalten, da Warner Bros. Discovery (US9344231041) einen Rückzieher gemacht hatte. Der Ausblick auf das laufende Quartal sorgte dann jedoch für lange Gesichter an der Wall Street. Netflix prognostiziert nur ein Umsatzwachstum von 13 %. Parallel dazu gab Reed Hastings, der Mitgründer von Netflix, bekannt, dass er nach fast 30 Jahren das Unternehmen verlassen wird. Hastings hatte bereits 2023 seinen Posten als Co-CEO aufgegeben und sich in den Aufsichtsrat zurückgezogen.
Ericsson verfehlt alle Erwartungen
Ericsson (SE0000108656) hat im 1. Quartal sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen der Börse klar verfehlt. Der schwedische Zulieferer für die Mobilfunkbranche erzielte einen Quartalsumsatz von 49,3 Mrd. Schweden Kronen (SEK), was einem Einbruch um -10 % entspricht. Auf „bereinigter“ Basis gibt man einen Anstieg um 6 % an und begründet dies mit dem Verkauf von iconectiv im Jahr 2025. Die Börse hatte sich jedoch auf einen Umsatz von 51,04 Mrd. SEK eingestellt. Auch die Profitabilität stand unter Druck, was unter anderem auch mit den stark gestiegenen Kosten für Halbleiter zu tun hat. Insbesondere die Speicherpreise haben sich massiv verteuert, was für einen margenschwachen Konzern wie Ericsson ein Problem ist. Für das „bereinigte“ EBITA (ohne D = Abschreibungen) gibt Ericsson 5,56 Mrd. SEK an gegenüber einer Konsensschätzung von 5,84 Mrd. SEK. Ein Rückgang um -16 %. Das echte EBITA kollabierte jedoch um -73 % von 6,7 Mrd. SEK auf nur noch 1,8 Mrd. SEK. Entsprechend stürzte auch der Gewinn um -79 % auf nur noch 0,9 Mrd. SEK ab.
EZB: Zinserhöhung im Juni erwartet
Es gibt gute und es gibt schlechte Nachrichten. Die Europäische Zentralbank wird sich am 30. April zu ihrer nächsten Zinsentscheidung treffen, aber der Kapitalmarkt erwartet nicht, dass die Notenbank die Zinsen dann anheben wird. Und das, obwohl sich die Erwartungen zu verfestigen beginnen, dass die Inflation im laufenden Jahr von rund 2 % auf 2,8 % steigen wird aufgrund der steigenden Energiepreise. Der Kapitalmarkt erwartet aber sehr wohl, dass die EZB letztlich noch die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird, und zwar auf der Sitzung am 11. Juni.
Tagestermine
Die Börse erwartet am Freitag keine wichtigen Wirtschaftsdaten.
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17.04.2026 - Mikey Fritz

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