USA ziehen das Netz enger, Sika erhöht Dividende und vorsichtige Prognose von Siegfried - BÖRSE TO GO
USA ziehen das Netz enger - Börse stellt sich auf Angriff am Wochenende ein
Kriegsvorbereitungen im Nahen Osten dämpfen die Börsenstimmung. Die Anleger gehen vor dem Wochenende in die Defensive. Sika erhöht die Dividende trotz Gewinneinbruchs. Die Prognose für 2026 ist aber schwach. Vorsichtige Prognose auch von Siegfried. Man will noch die Zusage für ein Großprojekt abwarten, bevor man zu hohe Erwartungen weckt.
Die gute Nachricht aus dem asiatischen Handel ist, dass die wichtige Börse Hongkong wieder geöffnet hat. Die chinesischen Festlandsbörsen, Taiwan und Vietnam bleiben heute noch aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten geschlossen, aber mit Tokio, Hongkong und Singapur sind die wichtigsten Standorte wieder besetzt. Der KOSPI konnte sich in der Sitzung um 2,31 % auf 5.808,53 Punkte verbessern, aber der Nikkei 225 Index fiel heute um -1,07 % auf 56.851,00 Punkte. Auch der Hang Seng Index notiert vor Börsenschluss mehr als -0,75 % tiefer. Der Terminmarkt ist hingegen vor Eröffnung der europäischen Vorbörse freundlich gestimmt. Der DAX-Future (März) wird 0,31 % höher bei 25.135,50 Punkten gehandelt.
Am Donnerstag dominierten an der deutschen Börse klar die Verlierer, da geopolitischer Gegenwind – insbesondere durch verschärfte Spannungen im Nahen Osten – sowie durchwachsene Unternehmensbilanzen die Anleger in die Defensive drängten. Alle vier großen Leitindizes rutschten merklich ins Minus und gaben die Gewinne des Vortages größtenteils wieder ab. Dennoch gab es im schwachen Marktumfeld einige markante Ausreißer nach oben und nach unten. Im DAX zählte Airbus (NL0000235190) zu den massivsten Tagesverlierern; die Aktie rutschte nach einem enttäuschenden Ausblick zeitweise um über -6 % ab. Ein absoluter Lichtblick im Leitindex war hingegen die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009), die sich mit einem Zuwachs von rund 2,5 % als starker Gewinner gegen den Markttrend stemmte. Bei den Nebenwerten und Technologietiteln (MDAX und TecDAX) fielen flatexDEGIRO (DE000FTG1111) mit einem massiven Absturz von rund -9 % und freenet (DE000A0Z2ZZ5) (über -8 %) als dramatische Verlierer auf. Positiv stachen bei den kleineren Werten hingegen Salzgitter (DE0006202005) im SDAX mit einem satten Plus von rund 3,3 % sowie Ottobock (DE000BCK2223) heraus. Letztere glänzte als absoluter Ausreißer nach oben und konnte in einem ansonsten tiefroten TecDAX und SDAX ebenfalls ein Tagesplus von über 3,3 % verbuchen.
Am Donnerstag dominierten auch an der Wall Street die Verlierer, aufgrund der steigenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der schwindenden Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed, was die Anleger in die Defensive drängte. Alle drei großen Indizes verbuchten Verluste und gaben damit ihre jüngsten Gewinne teilweise wieder ab. Dennoch gab es in diesem unruhigen Marktumfeld deutliche Ausreißer bei den Einzelaktien. Zu den massivsten Verlierern des Tages zählte die Klarna Group (GB00BMHVL512), deren Aktie nach enttäuschenden Quartalszahlen um dramatische -26,91 % auf 13,85 US-Dollar abstürzte. Auch Corcept Therapeutics (US2183521028) geriet massiv unter die Räder und verlor -14,01 %, nachdem das Unternehmen einen wichtigen Patentstreit verloren hatte. Im Dow Jones drückte der Einzelhandelsriese Walmart (US9311421039) auf die Stimmung; die Aktie fiel nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick um -1,38 % auf 124,87 US-Dollar.
Börse schaut mit Sorge auf den Nahen Osten
Die Börse erholt sich nicht von den enttäuschenden Aussagen in den Fed-Minutes, da die USA ihre Vorbereitungen für einen Angriff auf den Iran deutlich ausweiten. Truppenverlagerungen und die Überführung von Kampfjets in die Region dominierten in dieser Woche das Nachrichtenrauschen. Vor Ort stationiert sind bereits gleich zwei Flugzeugträger der US-Marine, was einer deutlich erhöhten Angriffswahrscheinlichkeit entspricht. Es sind die größten Truppenbewegungen seit 2003 vor dem Einmarsch in den Irak und die Maßnahmen fallen weit größer aus als die militärischen Vorbereitungen vor der Küste von Venezuela vor der Festnahme von Nicolás Maduro. Parallel dazu warnte auch US-Präsident Trump sehr deutlich, dass man der iranischen Führung nur wenige Tage gibt, um eine Vereinbarung über das Nuklearprogramm zu unterzeichnen. Der Fokus der Anleger gilt daher zunächst einmal diesem Wochenende. Im Vorfeld eines möglichen Angriffs am Wochenende liegen die Kurse der meisten Benchmarks im Westen deutlich niedriger und der Preis für Erdöl hält sich klar über 70 US-Dollar / Barrel. Auch Gold schaffte es in der Nacht wieder, über die Marke von 5.000 US-Dollar / Feinunze zu steigen.
Sika erhöht die Dividende
Die Eckdaten für den Umsatz von Sika (CH0418792922) kannte die Börse bereits, aber der Rest war neu. Man erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 11,2 Mrd. Franken, was einem Rückgang von -4,8 % in Schweizer Franken entspricht. Der Gewinn brach zudem um -16,2 % auf nur noch 1,05 Mrd. Franken ein. Dennoch unterbreitete die Geschäftsführung heute den Vorschlag, dass man die Dividende leicht von 3,60 Franken auf 3,70 Franken je Aktie erhöht. Die Begründung dafür ist vor allem im freien operativen Cashflow zu suchen, der 1,36 Mrd. Franken erreichte. Man muss die Anleger auch bei Laune halten, denn der Ausblick für das laufende Jahr fiel heute früh enttäuschend aus. Sika sieht einen branchenweiten Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Man spekuliert darauf, dass sich die Lage in der Bauindustrie im 2. Halbjahr verbessert, aber zunächst einmal wird das Jahr mit einem negativen Vorzeichen versehen. Man stellt ein Umsatzwachstum von 1 % bis 4 % für das Gesamtjahr in Aussicht, allerdings nur auf währungsbereinigter Basis. In der Praxis kann das für Sika auch einen Umsatzrückgang im Franken bedeuten.
Vorsichtige Prognose von Siegfried
Siegfried (CH1429326825) verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 starkes Geschäft mit einem Nettoumsatz von 1,3 Mrd. Franken, was einem Wachstum von 4,3 % in lokalen Währungen bzw. 2,6 % in Franken entspricht. Gleichzeitig stieg das „bereinigte“ EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände) um 9,3 % auf 312,3 Mio. Franken an, wodurch sich die Marge auf 23,5 % verbesserte. Der „bereinigte" Gewinn lag bei 162,1 Millionen Franken. Für 2026 rechnet das Unternehmen – ohne die Berücksichtigung von Akquisitionen – mit einem währungsbereinigten Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Diese Prognose basiert auf einer vorsichtigen Planung für den Geschäftsbereich Drug Substances, bei dem noch eine ausstehende Kundenbestätigung für ein größeres Produkt abgewartet wird. Für den Bereich Drug Products wird hingegen ein währungsbereinigtes Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet, und das Unternehmen zielt weiterhin auf eine „bereinigte“ EBITDA-Marge von über 23 % ab. Nach Abschluss der geplanten Übernahme wird Siegfried eine neue Prognose für 2026 veröffentlichen, die die Auswirkungen der Akquisition berücksichtigt.
Tagestermine
Um 09:30 Uhr erwarten wir am Vormittag die vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindizes für den Monat Februar. Der Gesamtindex soll sich leicht von 52,1 auf 52,3 Punkte verbessert haben, was aus einem erwarteten Anstieg des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe resultieren soll. Der wird höher bei 49,6 Punkten nach zuvor 49,1 Punkten gesehen. Der Dienstleistungssektor wird hingegen unverändert bei 52,4 Punkten prognostiziert.
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20.02.2026 - Mikey Fritz

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