Netflix Prognose enttäuscht, Google warnt vor China-Konkurrenz und Alibaba steigt ins AKW-Geschäft ein - BÖRSE TO GO
Netflix erfüllt die Analystenerwartungen - Prognose für Q1 bleibt aber unter den Erwartungen
Netflix erfüllte die Analystenerwartungen, aber enttäuschte beim Ausblick. Das Umsatzwachstum soll sich im laufenden Quartal spürbar abkühlen. Google und Anthropic warnen in Davos vor der chinesischen Konkurrenz. Die Chinesen liegen bei AI nur noch sechs Monate hinter den Amerikanern. Alibaba tut sich mit chinesischen Versorgern zusammen, um sich Strom für seine AI-Aktivitäten zu sichern. Gerüchten zufolge soll das Joint Venture AKW-Kapazitäten aufbauen.
Der Sell-off in Asien beginnt sich am Mittwoch zu beruhigen. Der Nikkei 225 Index gab noch einmal um -0,47 % auf 52.740,00 Punkte ab, aber der KOSPI konnte sich um 0,49 % auf 4.909,93 Punkte verbessern. Auch der Hang Seng Index pendelt im Verlauf der Sitzung um den Schlusskurs vom Dienstag herum. Der Terminmarkt neigt noch zur Schwäche. Der DAX-Future (März) sinkt vor Eröffnung der europäischen Vorbörse leicht um -0,18 % auf 24.757,50 Punkte.
Frankfurt blieb am Dienstag noch unter Druck. Alle Benchmarks gaben ab, wobei der TecDAX mit einem Abschlag um -0,74 % auf 3.646,83 Punkte noch am besten wegkam. Hier dämpften unter anderem die Kursgewinne bei Qiagen (NL0015002SN0) den Rückgang ab, die um 10,63 % auf 48,80 Euro sprangen, nachdem Gerüchte aufkamen, dass das Unternehmen einen Verkauf prüft. Der DAX verlor -1,03 % auf 24.703,12 Punkte und der MDAX rutschte um -1,86 % auf 30.803,23 Punkte. Der SDAX war der größte Verlierer mit einem Tagesverlust von -2,10 % auf 17.632,41 Punkte. Die Aktien mit den stärksten Verlusten waren Energiekontor (DE0005313506), die um -7,64 % auf 35,05 Euro abgaben.
Der Handel in Frankfurt litt den ganzen Tag über unter den hohen Verlusten der US-Futures, was sich dann auch mit der Eröffnung des Handels in New York nicht nur bestätigte, sondern die Verluste weiteten sich im US-Handel noch aus. Am Ende schloss der Nasdaq 100 Index -2,12 % tiefer bei 24.987,57 Punkten, der S&P 500 Index rutschte um -2,06 % auf 6.796,86 Punkte ab und der Dow Jones Industrial Average Index gab -1,76 % auf 48.488,59 Punkte ab.
Netflix Prognose enttäuscht
Das reichte nicht. Nach Börsenschluss hat Netflix (US64110L1061) die Zahlen zum 4. Quartal vorgelegt und eine erste Einschätzung zum laufenden 1. Quartal gegeben. Die Konsensschätzungen konnte die führende Streaming-Plattform schlagen. Man erlöste im Dezember-Quartal 12,05 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von 17,6 % entsprach. Die Konsensschätzung lag hier bei 11,97 Mrd. US-Dollar. Beim „bereinigten“ Gewinn je Aktie hatte die Börse mindestens 0,55 US-Dollar erwartet und Netflix lieferte 0,56 US-Dollar. Die Profitabilität soll sich auch im laufenden 1. Quartal deutlich ausweiten. Die operative Marge soll von 24,5 % auf 32,1 % bzw. das operative Ergebnis auf 3,91 Mrd. US-Dollar springen. Allerdings wird das Umsatzwachstum deutlich tiefer gesehen bei 15,3 % nach zuletzt 17,6 %. Im Mittelpunkt des Interesses stand aber natürlich auch der Übernahmeversuch von Warner Bros. Discovery (US9344231041) für 82,7 Mrd. US-Dollar. Das Management verteidigte die teure Entscheidung. Die Aktien von Netflix werden vor Börseneröffnung in New York mit Abschlägen von -5,80 % auf 82,20 US-Dollar zum Schlusskurs von gestern Abend gehandelt.
Google und Anthropic warnen vor chinesischer Konkurrenz
Googles Gemini zählt ohne Zweifel zu den führenden AI-Modellen dieser Zeit. Dennoch macht sich die Tochter von Alphabet (US02079K1079) Sorgen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos äußerte Demis Hassabis, der CEO von Googles DeepMind, die Sorge, dass die Rate der Forschung und Entwicklung der US-Spitzenunternehmen nicht schnell genug sei. Hassabis schätzt, dass die chinesischen Konkurrenten inzwischen nur noch einen Abstand von sechs Monaten zur US-Konkurrenz haben. Auch der CEO von Anthropic, Dario Amodei, sorgte sich wegen der chinesischen Konkurrenz. Er betonte, dass es ein Fehler sei, amerikanische AI-Chips nach China zu exportieren. Die Kritik gilt insbesondere der jüngsten Exportfreigabe von H200 Chips von Nvidia (US67066G1040) für den chinesischen Markt. Amodei zog den Vergleich, dass der Export von Nvidia Chips nach China dem Verkauf von US-Nuklearwaffen an Nordkorea gleichkäme.
Alibaba steigt ins AKW-Geschäft ein
Wie bei den amerikanischen AI-Unternehmen steigt auch bei den Chinesen der Strombedarf exponentiell an. Alibaba (US01609W1027) hat daher ein Joint-Venture mit einem der führenden AKW-Konglomerate, China National Nuclear Power, in China geschlossen. Die vorläufigen Daten über das gemeinsame Unternehmen deuten lediglich darauf hin, dass man im Bereich der Stromerzeugung kooperieren will. Die Gesellschaft wurde mit einem Eigenkapital von 250 Mio. Yuan (ca. 30,6 Mio. Euro) ausgestattet. Sollte das Joint-Venture exklusiv für Alibaba AKW-Kapazitäten aufbauen, werden die Kosten selbstverständlich weit darüber hinaus gehen. An Kapital mangelt es jedoch nicht. Alibabas AI-Budget für die kommenden Jahre liegt jenseits der Marke von umgerechnet 50 Mrd. US-Dollar.
Tagestermine
Der Fokus liegt heute auf den Gesprächen in Davos, doch am Nachmittag wird die Börse um 16:00 Uhr kurz auf den Zustand des amerikanischen Baumarktes im Monat Dezember schauen. Die schwebenden Hausverkäufe sollen sich im Vergleich zum November leicht um -0,3 % verringert haben. Der Index der schwebenden Hausverkäufe lag zuletzt bei 79,2 Punkten. Eine Prognose liegt nicht vor. Die Bauausgaben sollen leicht im Vergleich zum November um 0,1 % gestiegen sein.
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21.01.2026 - Mikey Fritz

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