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Kurzarbeit bei Daimler, Airbus baut um und Verizon mit starkem Ergebnis - BÖRSE TO GO

Daimler ordnet Kurzarbeit an - Produktionsausfall von 7.000 bis 8.000 Fahrzeugen erwartet

 

Exzerpt: Daimler geht in Bremen und Rastatt auf Kurzarbeit. Airbus baut um und strafft die Lieferketten. Verizon schwächelt beim Umsatz, ist aber stark beim Ergebnis.

 

Die Stimmungswende in New York färbt heute früh auf den asiatischen Handel ab. Nahezu alle wichtigen asiatischen Benchmarks verzeichnen Gewinne, wobei der Nikkei 225 Index heraussticht. Die Futures signalisieren jedoch keinen starken Auftakt für Donnerstag. Im Vorfeld der EZB-Sitzung liegen alle US-Futures im Minus. Der S&P 500 Future notiert vor Eröffnung der europäischen Vorbörse -0,14 % im Minus bei 4.159 Punkten. Der Nasdaq-Future wird -0,13 % tiefer bei 13.901 Punkten gesehen. Einzig und allein der DAX-Future holt die gestrige schwache Performance auf und liegt 0,22 % höher bei 15.281 Punkten.

Frankfurt traute sich am Mittwochnachmittag vorsichtig aus der Deckung. Mit Spannung hatten die Anleger auf die Eröffnung der Wall Street gewartet, dem Braten aber noch nicht getraut. Erst als New York dann begann, vorsichtig in den Risk-On Modus zu wechseln, sprangen auch in Frankfurt die Kurse an. Viel nahm man nicht mit, aber immerhin lag der DAX am Ende 0,44 % höher bei 15.195,97 Punkten, dicht gefolgt vom TecDAX, der um 0,26 % auf 3.480,69 Punkte stieg, und dem SDAX, der sich um 0,20 % auf 15.731,10 Punkte verbesserte. Einzig und allein der MDAX schloss nahezu unverändert bei 32.545,76 Punkten. 

Nach einem kurzen Test der Unterstützungen drehte die Wall Street am Mittwoch nach oben ab. Es waren vor allem die Technologieunternehmen und die Small-Caps, die nach einigen schwachen Tagen wieder gefragt waren. So kletterte der Nasdaq Composite Index um 1,19 % auf 13.950,22 Punkte und wurde nur noch vom Russell 2000 Index übertrumpft, der nach Short-Eindeckungen um 2,35 % auf 2.239,63 Punkte sprang. Auch der S&P 500 Index konnte sich deutlich verbessern und stieg um 0,93 % auf 4.173,42 Punkte, ebenso wie der Dow Jones Industrial Average Index, der ebenfalls um 0,93 % auf 34.137,31 Punkte stieg.

 

Airbus konsolidiert die Produktion

 

Airbus (NL0000235190) versucht die komplexe Lieferkette im Konzern zu straffen. Die Strukturen sind in den letzten Jahrzehnten stark von politischen und weniger von betriebswirtschaftlichen Aspekten geprägt worden. Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks und dem Verlust des Duopols durch den Aufstieg der chinesischen Comac, sieht sich der Vorstand unter Handlungsdruck und beginnt neu zu strukturieren. Im Kern kündigte man an, dass die französische Stelia Aerospace und die deutsche Premium Aerotec in den Konzern integriert werden sollen. Ziel des Umbaus ist es, den Bau der großen Rumpfteile im Konzern zu behalten und die Fertigung von kleinen Teilen auszulagern und eventuell am Ende mit einer anderen Gesellschaft zu verschmelzen. Die Airbus-Aktie beendete den Handel -0,33 % tiefer bei 97,67 Euro.

 

Daimler ordnet Kurzarbeit an

 

Der weltweite Engpass bei der Halbleiterproduktion hält die Automobilbranche weiterhin in Atem. So meldete Daimler (DE0007100000), dass man ab Ende dieser Woche die Mitarbeiter in den Werken Bremen und Rastatt zurück in die Kurzarbeit schickt, da nicht alle Teile vorhanden sind, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Der Produktionsstopp ist vorerst für eine Woche vorgesehen, hängt am Ende aber davon ab, ob der Einkauf die fehlenden Teile besorgen kann oder nicht. Für Daimler ist das ein harter Einschnitt, denn Bremen ist das größte produzierende Werk in Deutschland für den Konzern. Unter anderem wird hier die C-Klasse gebaut. Die Ausstoßkapazität pro Jahr liegt bei mehr als 400.000 Fahrzeugen. Ein Produktionsstopp von einer Woche bedeutet also zwischen 7.000 und 8.000 weniger Fahrzeugen. Daimler steht mit diesem Problem auch keineswegs alleine da. Bei Ford (US3453708600) und Volkswagen (DE0007664039) ruht die Produktion ebenfalls teilweise. 

 

Daimler AG

 

Verizon legt starkes Ergebnis vor

 

Hohes Umsatzwachstum erreichte Verizon (US92343V1044) im 1. Quartal nicht. Im eigentlichen Kerngeschäft wuchs der Umsatz nur um 1,6 % auf 27,9 Mrd. US-Dollar, doch durch den Verkauf von Handys bekam der Gesamtumsatz am Ende etwas Schwung und stieg im Jahresvergleich um 4 % auf 32,9 Mrd. US-Dollar. Das ist nicht berühmt, aber immerhin konnte das Unternehmen die Betriebskosten in Schach halten. Diese stagnierten auf Vorjahresniveau, was zu einem Wachstum des operativen Ergebnisses von 18 % auf 7,77 Mrd. US-Dollar führte. Nach Steuern kletterte der Netto-Gewinn um 25,4 % auf 5,38 Mrd. US-Dollar bzw. 1,27 US-Dollar pro Aktie. 

Der Ausblick für 2021 bleibt jedoch verhalten. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum von „mindestens“ 2 % und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,15 US-Dollar. Das lockte an der Wall Street niemanden hinter dem Ofen hervor. Nachdem die Aktie im regulären Handel leicht um -0,43 % auf 58,14 US-Dollar gefallen waren, ging es nachbörslich weiter leicht nach unten auf 58,05 US-Dollar (-0,15 %).

 

Tagestermine

 

Donnerstag ist EZB-Tag in dieser Woche. Die Europäische Zentralbank wird um 13:45 Uhr den Euro-Leitzins, den Zinssatz für die Einlagefazilität im April und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bekannt geben. Die Börse erwartet keine Veränderungen der Zinssätze, will aber sehen, ob die Zentralbank auf die gestiegene Inflation im Euroraum aufseiten der Anleihekäufe reagiert. Die virtuelle Pressekonferenz mit Frau Lagarde ist für 14:30 Uhr angesetzt. 

Zeitgleich mit Beginn der Pressekonferenz werden in den USA die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird mit einem Anstieg von 576.000 auf 617.000 Anträge gerechnet. Bei den Folgeanträgen wird dagegen mit einem Rückgang im Vergleich zur Vorwoche von 3,73 auf 3,67 Mio. Anträgen gerechnet. 

 

22.04.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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