Airbus sorgt für Flugchaos, die Lufthansa scheint alles im Griff zu haben, Mann über Bord bei TUI und Ryanair streicht sein Prime-Abo nach wenigen Monaten
Die Reisebranche boomt, doch perfekt läuft es längst nicht überall
Wer sich an diesem Wochenende auf eine entspannte Flugreise einstellte, könnte am Flughafen unangenehm überrascht worden sein. Medienberichten zufolge spielten sich unter anderem in Tokio dramatische Szenen ab, nachdem eine ganze Reihe von Flügen gestrichen werden mussten oder verspätet abflogen. Es zeigt sich, wie anfällig der Sektor für unvorhergesehene Ereignisse ist.
Verantwortlich für das vorübergehende Chaos war der Flugzeughersteller Airbus (NL0000235190). Bereits Ende Oktober kam es zu einem Vorfall bei einem JetBlue-Flug von Cancún nach Newark, bei dem die Maschine selbständig und sehr plötzlich in den Sinkflug überging. Nachdem das Ganze untersucht wurde, machte der Hersteller eine bestimmte Sonneneinstrahlung als Ursache aus, welche zu Beeinträchtigungen der Steuerung führen konnte.
Die gute Nachricht: beheben lässt sich das Ganze wohl in vielen Fällen per Software-Update. Allerdings ist das dennoch eine Mammutaufgabe bei weltweit etwa 6.000 Maschinen der A320-Familie, die von der Problematik betroffen sind. Für Ausfälle und Verspätungen entschuldigte sich Airbus in aller Form. Zahlreiche Airlines kündigten an, die Anpassungen so schnell wie möglich vornehmen zu wollen.
Lufthansa: Vorbildlich
Ausgesprochen gut scheint dies der Lufthansa (DE0008232125) geglückt zu sein. Wie der „Stern“ berichtet, kam es bei der Kranich-Airline kaum zu Verzögerungen am Wochenende. Die Software-Updates konnten zu weiten Teilen über Nacht aufgespielt werden, sodass der Flugplan tags darauf weitgehend eingehalten wurde. Das freut nicht nur die Passagiere, sondern mit Sicherheit auch die Aktionäre.
Nach einigen holprigen Jahren und eklatantem Nachholbedarf bei Service und Pünktlichkeit stellt die Lufthansa unter Beweis, dass die Dinge mittlerweile sehr viel reibungsloser laufen. Anzeichen dafür lieferten zuvor auch schon die Quartalszahlen. Besonders die kriselnde Kernmarke verbesserte sich in mehrfacher Hinsicht. Belohnt wurde dies an der Börse mit Kursgewinnen von 3,1 Prozent in der ausgelaufenen Woche. Der im Frühjahr gestartete Aufwärtstrend setzte sich fort und der Schlusskurs von 8,26 Euro befand sich in Schlagweite zum 52-Wochen-Hoch bei 8,38 Euro.
TUI auf Rettungsmission
Ob TUI (DE000TUAG505) von den Ausfällen in irgendeiner Weise betroffen sein mag, ist nicht überliefert. Das Unternehmen hat aber beim Kreuzfahrtschiff „Marella Explorer 2“ mit ganz anderen, und sogar weitaus ernsteren Probleme zu kämpfen. Kurz vor Teneriffa stürzte dort ein Mann von Bord, wie bei „t-online“ zu lesen ist. Daraufhin wurde umgehend eine Suchaktion in die Wege geleitete. Das Schiff kreiste vor Ort und Spezialschiffe sowie ein Hubschrauber beteiligten sich an der Suche. Es lässt sich nur hoffen, dass der gestürzte Tourist aus Großbritannien mittlerweile gefunden wurde.
Wie genau es zu dem Vorfall kommen konnte, ist bisher noch ungeklärt. Gänzlich vermeiden lassen sich derartige Dinge wohl nicht, wenn die Passagiere nicht gänzlich eingezäunt werden sollen. Negative Publicity kann und will sich TUI bei seinen Kreuzfahrten kaum erlauben. Das Segment ist derzeit neben Hotels der wichtigste Wachstumstreiber im Unternehmen und ein entscheidender Grund dafür, dass der Aktienkurs sich zuletzt auf respektable 8,23 Euro verbessern konnte.
Ryanair rudert zurück
Die irische Billig-Airline Ryanair (IE00BYTBXV33) kämpft ein wenig mit sich selbst. Vor wenigen Monaten führte das Unternehmen ein Rabattprogramm namens „Prime“. Gegen eine einmalige Zahlung von 79 Euor erhielten Kunden zahlreiche Rabatte und Vorzüge, darunter kostenlose Sitzplatzreservierungen und eine Reiseversicherung für den gebuchten Flug. Die Airline rechnete bei der Einführung vor, dass sich das Ganze schon nach drei Flügen lohne.
Die Nachfrage fiel jedoch verhalten aus. Angepeilt wurden 250.000 Verkäufe; erreicht werden konnten laut einem Artikel der „Bild“ bisher lediglich 55.000 Kunden. Letztere besaßen auch noch die Dreistigkeit, die angebotenen Rabatte tatsächlich zu nutzen. Dadurch wurde das Ganze wohl zu einem Verlustgeschäft für Ryanair. Der Konzern kündigte nun an, das Programm wieder fallen zu lassen. Bestehende Abos werden aber noch bis zum Ende der Laufzeit bedient. Der Aktie schadet es nicht weiter, doch vielleicht sollte Ryanair beim nächsten Spezial-Angebot im Vorfeld etwas besser rechnen.
Kleine Wehwehchen
Auch wenn es nicht immer reibungslos läuft: der Boom im Reisesegment ist so lebendig wie eh und je und zur Adventszeit nimmt auch das Volumen erfahrungsgemäß wieder etwas zu. Die Aussichten bleiben daher grundsätzlich freundlich aus Anlegersicht. Das gilt selbst bei solch dramatischen Ereignissen, wie sie bei TUI beobachtet werden konnten.
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30.11.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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