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BÖRSE TO GO - Apple, Wirecard und Deutsche Telekom

Wirecard: „Eine Schande für Deutschland“

 

Ein Trump-Berater sorgte für Tumulte im asiatischen Handel. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News wurde Peter Navarro gefragt, ob der Handelsvertrag zwischen den USA und China als beendet angesehen werden kann, nachdem die Chinesen die versprochenen Käufe und Maßnahmen nicht eingehalten hätten. Navarro, der die Handelspolitik der Trump-Administration zusammen mit Robert Lighthizer maßgeblich geprägt hat, und in Kreisen der amerikanischen Wirtschaftswissenschaften als Sonderling gilt, antwortete auf die Frage: „Es ist vorbei. Ja.“ 

Die wichtigsten europäischen und amerikanischen Futures brachen daraufhin um rund 2 % im asiatischen Handel ein. Die Kurse erholten sich dann schnell wieder, nachdem Präsident Trump auf Twitter versicherte, dass der Handelsvertrag intakt sei, und Navarro betonte, dass seine Antwort angeblich aus dem Kontext genommen wurde. 

Abgesehen von diesen Kapriolen halten sich die Futures heute früh leicht im Plus. Der DAX-Future steht mit einem Plus von mehr als 0,3 % am besten dar. Die US-Futures zeigen dagegen nur minimale Gewinne. 

Die Präsenzbörsen in Asien zeigen sich durchweg positiv. Alle wichtigen Benchmarks liegen heute früh im Plus. Angeführt wird die Region vom Hang Seng Index, der mehr als 1,1 % zulegt. Der Nikkei 225 Index notiert mehr als 0,9 % im Plus. 

 

Apple trennt sich von Intel

 

Wie gestern avisiert, trennt sich Apple tatsächlich vom Chiphersteller Intel. Die Prozessoren werden bisher noch in den iMacs und MacBooks eingesetzt und sorgen bei Apple schon lange für Unmut, da sie eine schwache Performance aufweisen, zu viel Energie verbrauchen, zu heiß werden und zu teuer sind. Ab 2021 wird Apple sukzessive alle Intel-Prozessoren aus seinen Produkten verbannen und durch eigene Chips ersetzen, die auf der ARM-Technologie basieren. Apple verspricht, dass die Software abwärtskompatibel bleiben wird. 

 

„Eine Schande für Deutschland“

 

Bafin-Chef Hufeld distanziert sich aufs Schärfste von dem Wirecard-Skandal. Nicht nur, weil Wirecard unter den wachsamen Augen der Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen einen scheinbar massiven Betrug über Jahre hinweg vollzogen hat, sondern weil die Bafin Wirecard auch lange geschützt hatte. Als die „Financial Times“ dem Unternehmen Bilanzmanipulation vorwarf, untersuchte man die Journalisten, anstatt die Anleger zu schützen. Hier von einem Versagen der Behörde im Fall Wirecard zu sprechen, erscheint vorsichtig ausgedrückt. 

Die Börse stellt sich inzwischen die Frage, wann Wirecard Insolvenz anmeldet. Der Finanzdienstleister hat mittlerweile sein Rating verloren und die Banken beginnen ihre Kreditlinien zurückzuziehen. Als erste meldete die Bank of China am Montag, dass sie ihre Kreditlinie über 90 Mio. Dollar nicht prolongieren wird. Die Bank ist eine von mehr als einem Dutzend Banken, die Wirecard umgerechnet rund 2 Mrd. Dollar geliehen hatten. Am Wochenende hielt die Front noch, aber wenn eine Bank ihre Kreditlinie zurückzieht, werden die anderen schnell folgen. Wirecard hat nach eigenen Angaben nicht genügend liquide Mittel, um alle Bankkredite zu bedienen. 

 

Telekom sichert sich Mehrheit an T-Mobile US

 

Die Deutsche Telekom konnte sich gestern Abend mit der japanischen Softbank auf einen Deal einigen. Beide Gesellschaften halten Beteiligungen an T-Mobile US und Sprint, die derzeit fusionieren. Die Deutsche Telekom hält bisher 43 % und möchte eine kontrollierende Mehrheit. Mit Softbank, die 24 % des fusionierten Unternehmens halten, wurde vereinbart, dass Aktien im Wert von knapp 19 Mrd. Euro an die Deutsche Telekom verkauft werden, womit diese dann auf 51 % der Anteile kommt. Die Telekom erhält zusätzlich die Option für den Kauf von Softbank-Aktien bis 2024. Die Aktien der Deutschen Telekom notieren vorbörslich (L&S) leicht im Plus bei 14,82 Euro.

 

Einkaufsmanagerindex-Tag

 

Die Börse bekommt heute aus zahlreichen Ländern die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für den Monat Juni präsentiert. Die Indizes gelten als wichtige Frühindikatoren. Ein Wert größer als 50 Punkte bedeutet eine zukünftige Expansion, ein Wert von weniger als 50 Punkten eine Kontraktion.

Australien und Japan haben bereits geliefert. In Australien verbesserte sich sowohl der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich (53,2 Punkten) als auch für das verarbeitende Gewerbe (49,8 Punkte) erheblich. In Japan verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor (42,3 Punkte) erheblich, aber im verarbeitenden Gewerbe (37,8 Punkte) sank der Index leicht. 

Ab 09:15 Uhr beginnen die Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes in Europa. Frankreich macht den Anfang, worauf dann Deutschland, Großbritannien, die Euro-Zone und die USA folgen. 

 

23.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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