Gewinnwarnung von FMC, Oerlikon mit Sonderdividende und Takkt muss Dividende streichen - BÖRSE TO GO
Gewinnwarnung von Fresenius Medical Care - der Gewinn soll 2026 nur stagnieren
Fresenius Medical Care überraschte am Morgen mit einer Gewinnwarnung. Trotz des starken Gewinnsprungs im Vorjahr sieht man schwarz für 2026. Oerlikon kündigte nach dem Barmag Verkauf eine Sonderdividende an. Das operative Geschäft sah zudem im letzten Quartal hohe Nachfrage. Takkt geht es schlecht. Der Wind bläst dem Unternehmen hart ins Gesicht, was zu hohen Verlusten und der Streichung der Dividende führt.
Der Handel in Asien neigt am Dienstagmorgen zur Stärke. Abgesehen vom Hang Seng Index, der zeitweise mehr als -2 % im Minus gesehen wird, können die restlichen Benchmarks steigen. Der Nikkei 225 Index kletterte um 0,83 % auf 57.299,00 Punkte und der KOSPI sprang um 2,11 % auf 5.969,64 Punkte. Der Terminmarkt ist vor Eröffnung des europäischen Handels freundlich gestimmt. Der DAX-Future (März) wird 0,16 % bei 25.066,00 Punkten gehandelt.
Der Handelstag am Montag war noch von Unsicherheiten und einer gedrückten Stimmung geprägt. Alle vier großen deutschen Indizes verbuchten spürbare Verluste und schlossen in der roten Zone. Trotz des allgemein schwachen Marktumfelds gab es deutliche Ausreißer in beide Richtungen. Zu den größten Verlierern zählte der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer (DE000A0LD6E6), dessen Aktie um satte -6,4 % einbrach. Das Unternehmen, das unter anderem Injektionspens für beliebte Abnehmmittel herstellt, stand unter besonderem Verkaufsdruck. Ebenfalls stark abgestraft wurde die Immobilienaktie Hamborner REIT (DE000A3H2333), die nach einem enttäuschenden Ergebnisziel für das laufende Jahr -5,9 % an Wert verlor. Im Technologiesektor mussten zudem etablierte Werte wie TeamViewer (DE000A2YN900) (-5,1 %) und das DAX-Schwergewicht SAP (DE0007164600) (-3,4 %) merkliche Federn lassen. Auf der Gewinnerseite stach vor allem Aurubis (DE0006766504) heraus. Der Kupferproduzent trotzte dem negativen Trend komplett und schloss mit einem Plus von +0,5 % nahe des Rekordhochs, angetrieben von den zuletzt stark gestiegenen Kupferpreisen. Als defensive Anker erwiesen sich Werte wie die Deutsche Telekom (DE0005557508) (+1,6 %).
Ähnlich wie in Deutschland war die Stimmung an der Wall Street spürbar gedrückt, vor allem wegen Sorgen um neue Zölle und spezifischer Branchenentwicklungen. Alle drei großen Leitindizes mussten teils kräftige Einbußen hinnehmen. Trotz des breiten Abverkaufs an den US-Märkten gab es am Montag drastische Kursbewegungen bei Einzelaktien in beide Richtungen. Zu den größten Verlierern gehörte IBM (US4592001014), deren Aktie um -13,15 % auf 223,35 US-Dollar abstürzte. Auslöser waren neue KI-Tools des Start-ups Anthropic, die an der Börse handfeste Ängste vor einer Störung des klassischen IT-Dienstleistungsgeschäfts schürten, da nun auch die alte Programmiersprache Cobol bei Claude aufgenommen wurde. Einen noch härteren Schlag musste der Pharmakonzern Novo Nordisk (US6701002056) hinnehmen: Die Aktie brach nach enttäuschenden Daten zu einem neuen Abnehm-Medikament um satte -16,43 % auf 39,63 US-Dollar ein. Auf der anderen Seite profitierten direkte Konkurrenten maßgeblich von dieser Schwäche: Eli Lilly (US5324571083) ging als einer der klaren Gewinner des Tages hervor und legte um +4,86 % auf 1.058,56 US-Dollar zu, da Anleger die festigende Marktführerschaft des Unternehmens bei Medikamenten zur Gewichtsreduktion belohnten. Ebenfalls stark zeigte sich der Zahlungsdienstleister PayPal (US70450Y1038), der sich dem negativen Markttrend erfolgreich widersetzte und mit einem Plus von +5,76 % bei 44,05 US-Dollar schloss, nachdem Gerüchte über eine feindliche Übernahme aufkamen.
Gewinnwarnung von Fresenius Medical Care
Am Morgen warnte Fresenius Medical Care (DE0005785802), dass sich die Gewinndynamik im laufenden Jahr deutlich verringern wird. Man hatte das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinnsprung abgeschlossen, doch diese Entwicklung wird sich nicht fortsetzen, da die Einführung eines modernen Dialysegerätes 5008X in den USA den Ertrag der Gesellschaft belasten wird. Der Vorstand erwartet nun, dass das operative Ergebnis im laufenden Jahr entweder leicht sinken oder bestenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen wird. Im vergangenen Jahr konnte auf dieser „bereinigten“ Ebene noch ein Plus von 27 % auf 2,21 Mrd. Euro erzielt werden. Fresenius Medical Care ging auch mit positivem Schwung aus dem letzten Jahr. Im 4. Quartal lag das operative Ergebnis bei 594 Mio. Euro, was mehr als eine Verdoppelung war und höher liegt als der Analystenkonsens (588 Mio. Euro).
Oerlikon kündigt Sonderdividende an
Das operative Geschäft der Schweizer Oerlikon (CH0000816824) verlief im vergangenen Jahr alles andere als positiv. Der vergleichbare Umsatz sank insgesamt um -4,3 % auf nur noch 1,57 Mrd. Franken, nachdem man die Tochtergesellschaft Barmag an Rieter (CH0003671440) verkauft hat. Aus den Erlösen heraus wird die Geschäftsführung nun eine hohe Sonderdividende in Höhe von 0,65 Franken je Aktie ausschütten. Das kommt obendrauf auf die reguläre Dividende von 0,20 Franken je Aktie, also insgesamt 0,85 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Das Ergebnis für 2025 war allerdings ernüchternd. Schaut man nur auf das fortgeführte Geschäft, weist Oerlikon einen Verlust von -51 Mio. Franken aus. Erfreulich ist allerdings, dass der Oberflächenspezialist im 4. Quartal einen starken Sprung beim Auftragseingang von mehr als 10 % auf 433 Mio. Franken sah.
Takkt stampft Dividende nach Verlust ein
Der Gegenwind bläst Takkt (DE0007446007) hart ins Gesicht. So sehr, dass man nach Börsenschluss warnte, dass man für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende ausschütten will, nachdem man zuvor noch 0,60 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr ausgeschüttet hatte. Die Aktionäre hatten sich auf eine Reduktion der Auskehrungen eingestellt. Eine unveränderte Auskehrung würde auf dem aktuellen Aktienkurs zu einer Dividendenrendite von fast 17 % führen, was selbstverständlich unwahrscheinlich ist. Eine komplette Streichung der Dividende ist aber sicherlich eine Enttäuschung für viele Anleger. Die Geschäftsführung rechtfertigt die Entscheidung mit dem Umsatzrückgang im vergangenen Jahr um -8 %, was am unteren Ende der eigenen Prognose liegt. Auch die „bereinigte“ EBITDA-Marge kollabierte regelrecht von 6,9 % auf nur noch 3,8 %, während Takkt 4 % bis 6 % versprochen hatte. Obendrein musste ein Sonderabschreiber in Höhe von 125,5 Mio. Euro vorgenommen werden, womit sich die Verluste je Aktie fast verdreifachten auf -1,88 Euro.
Tagestermine
Der Monat Januar war ein Tiefschlag für die europäische Automobilbranche. Die Neuzulassungen in Europa sanken um fast -4 %. Besonders hart traf es den deutschen Markt. Hier fielen die Neuzulassungen im Vergleich zum Dezember um satte -21,3 %. Im Jahresvergleich ergab sich eine Kontraktion um -6,6 %.
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24.02.2026 - Mikey Fritz

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