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Nestlé mit Milliardendeal, Philips mit schwacher Auftragslage und China Huarong verschiebt erneut - BÖRSE TO GO

Nach starkem Quartalsbericht legt Nestlé nach - Bountiful wird für einstelligen Milliardenbetrag übernommen

 

Exzerpt: Nestlé übernimmt Bountiful. Philips schwächelt beim Auftragseingang. Sorgen um China Huarong.

 

Die asiatischen Börsen gehen freundlich in die neue Woche. Die Anleger schauen mit Optimismus auf den prall gefüllten amerikanischen Berichtskalender. Alle wichtigen Benchmarks können heute früh steigen. An den chinesischen Börsenplätzen setzten in der zweiten Sitzungshälfte allerdings Gewinnmitnahmen ein, nach schlechten Nachrichten von Huarong Asset Management. Die Futures notieren uneinheitlich vor Eröffnung der europäischen Vorbörse. Der DAX-Future wird bei 15.297 Punkten gesehen, der S&P 500 Future notiert bei 4.172 Punkten und der Nasdaq-Future liegt leicht im Minus bei 13.917 Punkten. 

Frankfurt beendete die Woche uneinheitlich. Im Vorfeld der neuen Woche, in der nahezu alle wichtigen Technologieschwergewichte berichten, wollte sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen. Alle Benchmarks schlossen tiefer. Einzig und allein der SDAX konnte sich weit von der Gruppe absetzen und beendete den Handel 0,50 % höher bei 16.124,73 Punkten. Der DAX schloss dagegen leicht tiefer bei 15.279,62 Punkten (-0,27 %), der MDAX sank leicht um -0,31 % auf 32.772,46 Punkte und der TecDAX beendete den Handel -0,37 % tiefer bei 3.518,88 Punkten. Im Saldo dominierten damit in der vergangenen Woche die Technologietitel und die Small Caps analog zur Entwicklung in New York.

Die Wall Street schüttelte die Bedenken aller Sorgenträger ab und stieg am Freitag deutlich. Alle wichtigen Benchmarks schlossen höher, wobei die Gewinne bei den Technologieunternehmen und den Small-Caps erneut am höchsten waren. Der Nasdaq Composite Index konnte um 1,44 % auf 14.016,81 Punkte klettern und der Russell 2000 Index stieg sogar um 1,76 % auf 2.271,86 Punkte. Auch der S&P 500 Index stieg um 1,09 % auf 4.180,17 Punkte und der Dow Jones Industrial Average Index verbesserte sich um 0,67 % auf 34.043,49 Punkte. 

 

China Huarong verschiebt Geschäftsbericht (erneut)

 

Wie schlimm ist die Lage bei China Huarong Asset Management? Das Unternehmen kündigte heute früh an, dass man zum zweiten Mal in Folge den Termin für die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2020 verschieben muss. Man hatte bereits die Frist am 31. März für die Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen verstreichen lassen. Jetzt kam die Warnung, dass man auch den vollständigen Bericht nicht bis zur nächsten Frist, dem 30. April veröffentlichen wird. 

China Huarong ist der größte chinesische Verwalter von sogenannten Distressed Assets. Dabei handelt es sich um Wertpapiere von Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Huarong scheint nun selbst in Schwierigkeiten geraten zu sein. Die Aktiennotiz der Gesellschaft ist bereits seitdem 1. April ausgesetzt und die Anleger fürchten nun, dass auch die Anleihen der Gesellschaft ausfallen könnten. Und man schuldet alleine den Anleihegläubigern umgerechnet 41,8 Mrd. US-Dollar. Der größte Aktionär von China Huarong ist wiederum das chinesische Finanzministerium, weswegen ein Ausfall für den chinesischen Kapitalmarkt so brisant wäre.

 

Nestlé übernimmt Bountiful Company

 

Aus Zürich kommt heute früh die Meldung, dass Nestlé (CH0038863350) den Nahrungsergänzungsmittelhersteller Bountiful Company übernehmen will. Die Verhandlungen laufen noch, aber sind bereits so weit fortgeschritten, dass Nestlé sie offiziell bestätigt. Ein Abschluss ist Insidern zufolge bereits Anfang kommender Woche möglich. Bountiful ist kein kleiner Fisch in der Branche und die Kaufsumme wird sich voraussichtlich im mittleren einstelligen Milliardenbereich bewegen. Bisher befindet sich die Gesellschaft im Besitz der Private Equity Gesellschaft KKR Co. & Inc (US48251W1045). Nestlé selbst hatte am vergangenen Donnerstag mit dem größten Umsatzwachstum in einem Quartal seit 10 Jahren überrascht. 

 

Nestlé SA

 

Philips erleidet Auftragsrückgang in Q1

 

Philips (NL0000009538) legte einen Umsatz von 3,8 Mrd. Euro für das 1. Quartal vor. Das Umsatzniveau hatte sich deutlich verändert, nachdem man das Hausgerätegeschäft ausgegliedert hat und seit dem 1. Quartal nicht mehr im Kerngeschäft bilanziert. Insgesamt reduzierte sich der Auftragseingang um -5 %, was unter anderem an den beiden Sparten Diagnosis & Treatment und Connected Care lag, die beide Rückgänge im zweistelligen Bereich erlitten. Vorangegangen war eine sehr starke Auftragslage im letzten Geschäftsjahr. Negativ hat sich ein Rückruf von Schlaf- und Beatmungsgeräten ausgewirkt, die fehlerhaft war. Philips musste für den Rückruf 250 Mio. Euro im 1. Quartal zurückstellen. Der Verlust floss direkt in das Ergebnis ein. Der Gewinn nach Steuern belief sich auf 40 Mio. Euro, wobei das Ergebnis des fortgeführten Geschäfts -34 Mio. Euro betrug. 

 

Tagestermine

 

Am Vormittag um 10:00 Uhr steht zum Wochenauftakt der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat April im Mittelpunkt. Die Erwartung der Analysten ist im Schnitt, dass der Index von 96,6 auf 97,8 Punkte gestiegen ist. Bei der Einschätzung der aktuellen Lage wird eine Verbesserung von 93,0 auf 94,4 Punkte erwartet und der Geschäftserwartungsindex soll von 100,4 auf 101,3 Punkte gestiegen sein. 

Am Nachmittag dreht sich dann um 14:30 Uhr alles um die amerikanischen Auftragseingänge im März. Im Vergleich zum Vormonat sollen die Auftragseingänge für langlebige Güter um 2,5 % gestiegen sein, nach einem Rückgang um -1,2 % im Februar. Die Kernrate soll von -0,9 % auf 1,6 % gestiegen sein. 

 

26.04.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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