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BÖRSE TO GO - Amazon, Apple und Facebook

Jubelstimmung bei den Techs

 

Die herausragenden Quartalszahlen von Amazon und Apple lassen den asiatischen Handel kalt. Der Nasdaq-Future steigt zwar um mehr als 0,6 % auf über 10.860 Punkte, aber die Euphorie steckt die anderen Benchmarks nicht an. Die restlichen US-Futures schwanken um die Schlusskurse herum. Der DAX-Future sackte wieder zurück und notierte vorbörslich mehr als -1,5 % im Minus um 12.335 Punkte herum.

Der deutsche Aktienmarkt erlebte am Donnerstag deutliche Gewinnmitnahmen. Nachdem Unternehmen wie Volkswagen und HeidelbergCement die Anleger mit hohen Verlusten aufgeschreckt hatten, folgte am Vormittag auch noch die Veröffentlichung des vorläufigen Bruttoinlandsprodukts für das 2. Quartal, das mit -10,1 % deutlich schwächer als erwartet (-9,0 %) ausfiel und die Frage aufwarf, wie schnell sich die deutsche Wirtschaft wirklich erholen wird. Der DAX beendete den Präsenzhandel mit einem Verlust von -3,45 % bei 12.379,65 Punkten und der MDAX sank um -2,10 % auf 26.265,42 Punkte. Selbst der TecDAX verlor -2,68 % und fiel unter 3.000 Punkte. 

Die Wall Street war im Verlauf des Super-Donnerstag sehr verhalten. Der Nasdaq Composite Index konnte zwar in Erwartung positiver Quartalszahlen von Alphabet, Amazon, Apple und Facebook um 0,43 % auf 10.587,81 Punkte steigen, aber alle anderen US-Benchmarks beendeten den Handel im Minus. Allen voran der Dow mit einem Verlust von -0,85 % auf 26.313,65 Punkte. 

 

EUR / USD

 

Der Euro hat einen wichtigen Widerstand gebrochen. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte heute Nacht nicht nur über die Marke von 1,180 US-Dollar, sondern wertete weiter bis auf 1,189 US-Dollar auf. Dabei wurde ein Aufwertungstrend des US-Dollar gebrochen, der seit mehr als einer Dekade anhält. Es muss abgewartet werden, ob sich die Überwindung des Widerstands bestätigt. 

Die Rallye des Euro in den letzten 24 Stunden hat auch noch einen anderen Aspekt. Der heutige Freitag ist nicht nur der letzte Tag der Woche, sondern gleichzeitig auch der letzte Tag des Monats Juli, womit der Aufwertungstrend des US-Dollar auch bei den ganz langfristig ausgelegten Strategien als gebrochen erscheinen kann.  

 

Amazon schlägt alle Erwartungen

 

Amazon war als größter Gewinner der Corona-Krise gehandelt worden und übertraf dennoch die hohen Erwartungen. Der Umsatz kletterte um gut 40 % auf 88,9 Mrd. US-Dollar, während die Analysten im Schnitt mit 81,43 Mrd. US-Dollar gerechnet hatten. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 5,2 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie explodierte entsprechend regelrecht auf 10,30 US-Dollar. Die Wall Street hatte sich auf 1,48 US-Dollar je Aktie eingerichtet. Die Notierungen der Amazon-Aktien schossen im nachbörslichen Handel um 152,87 US-Dollar (+5,01 %) auf 3.204,50 US-Dollar.

 

Apple kündigte Aktiensplitt an

 

Apple übertraf nicht nur alle Erwartungen der Analysten und der Börse, sondern kündigte auch einen Aktiensplit an. Im Verhältnis 4:1 soll der Aktienbestand neu aufgeteilt werden. Anleger werden für jede alte Aktie vier neue Aktien erhalten und der Aktienkurs wird auf ein Viertel gesenkt. Diese Maßnahme ist reine Kosmetik, da sich am Unternehmenswert und der Marktkapitalisierung nichts ändert. Aber die Aktie wird für Kleinanleger handelbarer, da die Stückelungen mit einem niedrigeren Aktienkurs besser an deren Bedürfnisse angepasst werden können. 

Beim Umsatz schoss Apple weit über das Ziel hinaus. Die durchschnittliche Schätzung der Analysten lag bei 52,6 Mrd. US-Dollar Umsatz im vergangenen Quartal, doch das Unternehmen lieferte mitten in der Corona-Krise einen Umsatz von 59,7 Mrd. US-Dollar ab. Auch der Gewinn pro Aktie lag mit 2,58 US-Dollar weit über den Erwartungen, die sich bei 2,07 US-Dollar eingependelt hatten. Die Apple-Aktien schossen im nachbörslichen Handel um 24,79 US-Dollar (+6,44 %) auf 409,55 Dollar an. Ein neues Rekordhoch.

 

Facebook mit halbierter Wachstumsrate

 

Von einem Rückgang der Werbeeinnahmen ist Facebook weit entfernt. Das Unternehmen konnte trotz der weltweiten Rezession im 2. Quartal einen Umsatz von 18,8 Mrd. US-Dollar erzielen. Das entspricht einem Wachstum im Jahresvergleich von 11 %. Facebook signalisierte auch, dass diese Wachstumsrate sich im Juli fortgesetzt hat. Der Gewinn lag bei 1,80 US-Dollar je Aktie.

Vor Covid-19 lag die Wachstumsrate bei Facebook allerdings regelmäßig über 20 %. Die Halbierung ist unter anderem auf die gesunkenen Budgets der KMU’s zurückzuführen, aber auch auf den Boykott zahlreicher Großkunden. Im Juli haben etwa 1.000 dieser Schlüsselkunden ihre Werbung auf der Plattform gestoppt, um gegen die Unternehmenspolitik zu protestieren, die die Verbreitung von nachweislich falschen Informationen und hasserfüllten Aufrufen zulässt. Die Wall Street hatte sich im Vorfeld auf ein deutlich schlechteres Ergebnis bei Facebook eingestellt und reagierte positiv auf die Zahlen. Nachbörslich wurde der Facebook-Kurs um 15,25 US-Dollar (+6,50 %) auf 249,75 US-Dollar katapultiert. 

 

31.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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