Brasilianischer Real beginnt langfristigen Abwärtsschub
Brasilianischer Real perspektivisch sehr schwach
Dass beim brasilianischen Real vieles auf ein baldiges Ende seiner rund 18-jährigen massiven Konsolidierung mit einem fraktalen Muster hingedeutet hat, hatten wir zuletzt in unserem Beitrag vom 31.01.2020 dargestellt.
Der Monatscandle des Januar 2020 stellte allerdings noch keinen signifikanten Ausbruch aus der fraktalen Struktur dar. Dies scheint nun aber mit Ablauf des Monats Februar der Fall zu sein.
Die Nadel, die den charttechnischen Ballon zum Platzen bringt, ist wohl die Ankunft des Coronavirus in Brasilien. Daneben ist Brasilien zum einen den deflationären Impulsen der Nachbarn Argentinien und Chile ausgesetzt, die seine Terms of Trade belasten. Zum anderen sind fallende Rohstoffpreise, das letzte, was Brasilien jetzt gebrauchen kann. Denn sinkende Einnahmen und gleichzeitig höhere Importpreise sind nicht das Rezept, aus dem Begründungen für weitere Zinssenkungen gemacht sind.
Sollte es allerdings zu einem Nachfrageschock der Verbraucher kommen, ist auch nichts gewonnen. Denn der dann folgende Einkommensrückgang dürfte wohl für die meisten Brasilianer schmerzhafter sein als sinkende Zinsen aufgrund fallender Inflationsraten lindern könnten.
Der Virus trifft als auf ein geschwächtes Brasilien, was den Ausbruch aus dem fraktalen Konsolidierungsraum plausibel macht.
Fazit
Dies ist nun aber aufgrund der Länge der Konsolidierung von Belang. Denn eine Seitwärtsbewegung von über 18 Jahren hat charttechnisch eine Menge Energie aufgestaut. Es ist also wahrscheinlich, dass sich der brasilianische Real mittelfristig deutlich abschwächen wird. Folgt man diesem Szenario als ,,real Case‘‘, so hat dies Konsequenzen für die Risikosteuerung wie für die möglichen Ertragschancen.
26.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de
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