als .pdf Datei herunterladen

Broadcom crasht ins Wochenende, Nvidia verliert an Halt, Infineon leidet unter Gewinnmitnahmen und stattdessen wird Beiersdorf gesucht

Ein überraschend starker Arbeitsmarkt in den USA lässt die Börsen taumeln

NTG24 - Broadcom crasht ins Wochenende, Nvidia verliert an Halt, Infineon leidet unter Gewinnmitnahmen und stattdessen wird Beiersdorf gesucht

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Eigentlich waren es gute Nachrichten, die es am Freitag vom US-Arbeitsmarkt zu hören gab. Im Mai konnten 172.000 neue Stellen geschaffen werden, was die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 Prozent hielt. Es gab Zeiten, da hätte die Börse erfreut auf derartige Daten reagiert. Doch im Moment ist alles ein bisschen anders.

Die Jobdaten führen direkt zur Sorge über steigende Zinsen, denn die Reaktion vom Arbeitsmarkt muss die Notenbank Fed offenbar weniger fürchten als gedacht. Ausgelöst wurde an den Börsen eine Fluchtbewegung, welche vor allem das Halbleitersegment erfasste. Dort wurden bereits am Donnerstag eifrig Gewinne mitgenommen und das Epizentrum dieser Entwicklung bleibt Broadcom (US11135F1012).

Anzeige:

 

 

 

Dort waren es sehr gute, aber eben nicht sensationell Zahlen, welche die Bullen in die Defensive beförderten. Am Freitag ging es um weitere 7,9 Prozent auf noch 385,73 US-Dollar abwärts. Damit sind auf Wochensicht Verluste von 13,7 Prozent zu verkraften und der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 495 Dollar fällt bereits recht hoch aus. Es macht sich ein wenig das Gefühl breit, als hätten die Märkte bei ihren Erwartungen vielleicht doch etwas daneben gelegen.

 

Nvidia am Dow Jones-Ende

 

Der Entwicklung konnte sich nicht einmal die ansonsten recht stabile Aktie von Nvidia (US67066G1040) entziehen. Mit Verlusten von 6,2 Prozent landete diese am unteren Ende des Dow Jones. Einzig Cisco Systems musste noch etwas höhere Verluste verkraften. Nvidia verabschiedete sich mit einem Kurs von 205,10 Dollar ins Wochenende. Der Chart bleibt zwar weiterhin ansehnlich, doch im Rallyemodus war das Papier schon seit Längerem nicht mehr.

Das Beispiel von Broadcom wird ein wenig als Mahnung verstanden. Vielleicht ist die Messlatte etwas zu hoch gestiegen, sodass die Chiphersteller in Zukunft die Prognosen nicht mehr ganz so krass überflügeln können wie in der Vergangenheit. Bei Nvidia ist ein solches Risiko zweifellos vorhanden, auch wenn die letzten Ergebnisse noch jegliche Analystenschätzung sprengen konnten. Dass es nicht ewig in diesem Tempo weitergehen kann, versteht sich jedoch von selbst.

 

Infineon rutscht ab

 

Die Verluste am Freitag waren nicht auf die US-Märkte beschränkt. Auch hierzulande bekam es mancher Anleger mit der Angst zu tun und es wurden fleißig Gewinne eingestrichen. Wenig überraschend geriet der Chipsektor besonders unter Druck. Infineon (DE0006231004) übernahm die rote Laterne im Dax mit Abschlägen von 9,1 Prozent. Selbst die Autobauer performten deutlich besser, obschon dort laut der Beratungsgesellschaft EY im ersten Quartal deutliche Rückgänge bei Umsätzen und Gewinnen verzeichnet werden mussten.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Infineon spielt eine tragende Rolle bei KI-Rechenzentren und die Rechnung der Börsianer ist recht simpel. Sollte das Wachstum im Segment allgemein etwas abkühlen, so müssten natürlich auch die Erwartungen gegenüber der Aktie von Infineon überdacht werden. Die Anteilseigner wollen freilich möglichst am Höhepunkt verkaufen und aktuell mehren sich die Argumente dafür, dass jener vielleicht schon überschritten sein könnte. In Stein gemeißelt ist aber freilich nichts.

 

Beiersdorf ist gefragt

 

Die Neuigkeiten am Freitag führten nicht nur zu Verlusten. Mancher Titel profitierte auch von der sich verändernden Stimmungslage. Gefragt waren insbesondere defensive Titel, zu denen auch die Aktie des Nivea-Herstellers Beiersdorf (DE0005200000) gezählt wurde. Dort ging es nach einem veritablen Crash zu Anfang März immer weiter in die Tiefe, doch gestern landete man mit einem Plus von 3,6 Prozent am oberen Ende des Dax. Einzig Zalando konnte noch etwas besser performen.

Das Muster ist nicht neu. Wann immer eine Fortsetzung des kometenhaften Aufstiegs im KI-Segment ein wenig infrage gestellt wird, erleben defensive Aktien ein kleines Comeback. Ob sich daraus noch mehr ergeben kann, bleibt allerdings vollkommen offen. Möglich ist schließlich auch, dass es schon bald wieder positive Neuigkeiten aus dem Chip-Sektor geben wird, mit denen der Hype erneut entfacht würde. Auch das gab es in der Vergangenheit schon mehrfach zu sehen.

 

Erwarte das Unerwartete

 

Zu spüren bekamen Anlegerinnen und Anleger am Freitag sehr klar, dass die Börsen sich nie mit letzter Sicherheit vorhersagen lassen. Selbst gestandene Analysten liegen mit ihren Prognosen gerne mal daneben, was dann im Zweifel Neubewertungen auslösen kann. Wohl dem, der bei seinen Investments auch mit unerwarteten Wendungen rechnet und das eigene Depot darauf eingestellt hat. Die jüngsten Entwicklungen sind ein hervorragendes Beispiel dafür, weshalb sich ein diversifiziertes Depot immer wieder auszahlt.

Anzeige:

Banner Zürcher Börsenbriefe Sonderaktion 4

 

Broadcom Inc.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Broadcom Inc.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom Inc.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Broadcom Inc. - hier weiterlesen...

 

06.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)