Broadcom mit Gewinnsprung – CrowdStrike profitiert von steigender Nachfrage nach Cybersecurity
Trotz operativen Wachstums bleibt die Kursexplosion aus
Trotz eines Umsatz- und Gewinnsprungs bricht die Aktie von Broadcom aufgrund des enttäuschenden Ausblicks an der Börse ein. Auch CrowdStrike-Aktie bricht trotz solider Zahlen zweistellig ein.
Der weltweite Technologiekonzern Broadcom (US11135F1012) trifft mit seinem Geschäftsmodell exakt den Zahn der Zeit. So spezialisiert sich der Konzern primär auf die Herstellung von Halbleitern und integrierter Unternehmenssoftware. Im Halbleiter-Segment entwickelt, produziert und verkauft das Unternehmen hochkomplexe Chips, die unter anderem in Smartphomes, Netzwerksinfrastruktur und auch Hochleistungsrechenzentren eingesetzt werden. Dabei ist Broadcom besonders auf den Bereich „Connectivity“ fokussiert. Das bedeutet, dass Broadcom Spezialist für Chips für Cloud- und Hyperscaler-Unternehmen und damit auch ein großer Profiteur des neu entfachten KI-Hypes an der Börse ist. Neben diesem Hardware-Geschäft hat Broadcom aber in den letzten Jahren auch das Software-Geschäft durch zahlreiche Übernahmen stark ausgebaut. Im Software-Segment bietet das Unternehmen Lösungen für IT-Infrastruktur, Virtualisierung, Cybersecurity und das Management von Unternehmenssystemen an.
Broadcom war in den letzten Jahren besonders durch seine starke strategische Ausrichtung erfolgreich. So konzentriert man sich auf besonders margenstarke Nischenmärkte mit hohen Zukunftspotenzial, die sich ebenfalls durch hohe Eintrittsbarrieren auszeichnen. Dadurch kann Broadcom oft lange Lieferverträge bei einer hohen Preissetzungsmacht vorweisen. In den letzten Jahren hat Broadcom zudem ein starkes Kostenmanagementprogramm gefahren und nicht wie die Konkurrenz mit immer höheren Investitionen den eigenen freien Cashflow unter Druck gesetzt. Auch die übernommen Unternehmen wie VMware konnten überraschend schnell in den Konzern integriert werden und haben schnell zur Effizienzsteigerung und zum Umsatzwachstum beigetragen.
In der vergangenen Börsenwoche hat Broadcom die Bücher für das abgelaufene zweite Jahresquartal veröffentlicht und dabei einen erneuten Gewinnsprung verzeichnen können. Das Ergebnis pro Aktie stieg von 1,03 US-Dollar im Vorjahresquartal auf über 1,9 US-Dollar an. Dennoch entwickelte sich das Ergebnis schlechter als von den Analysten erwartet. Diese hatten im Konsens sogar mit einem Ergebnis von 2,40 US-Dollar pro Aktie gerechnet. Die Analysten zeigten sich im Vorfeld aufgrund der aktuell explodierenden Nachfrage nach Halbleiterlösungen besonders positiv.
Die hohen Erwartungen der Analysten konnte Broadcom immerhin mit Blick auf den Umsatz erfüllen. Hierbei konnte der Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf rund 22.2 Milliarden US-Dollar zulegen und lag damit sogar leicht über den Erwartungen des Marktes mit 22,1 Milliarden US-Dollar im Konsens. Als Umsatztreiber hat sich dabei wiederholt das Geschäft mit Halbleiter für den Einsatz im Bereich der Künstlichen Intelligenz herausgestellt. Aufgrund der aktuell hohen Marktnachfrage prognostiziert das Management im Zuge der Vorlage des Zahlenwerks sogar eine Beschleunigung des Wachstums in den nächsten Quartalen. Für das dritte Quartal erwartet das Management Umsätze in Höhe von 29,4 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem starken Wachstum von 88 %. Überasschenderweise hatten die Analysten aufgrund des explodierenden KI-Marktes mit einem höheren Wert gerechnet, weshalb die Aktie nach der Vorlage der Zahlen auf Tauchstation ging. Die AKtie von Broadcom sackte um 15,15 % im Handel ab. Grund für den Abverkauf war dabe iallerdings auch die Tatsache, dass Broadcom in diesem Jahr bereits eine Kursperformane von +43 % vorweisen kann und einige Investoren die hohen Kurse für einige Gewinnmitnahmen nutzen.
CrowdStrike zwischenzeitlich im freien Fall
Mit CrowdStrike (US22788C1053) korrigierte nach der Vorlage der Quartalszahlen ein weiteres US-Technologieunternehmen zweistellig. CrowdStrike hat sich auf Cybersicherheit spezialisiert hat und Unternehmen dabei hilft, ihre IT-Systeme, Daten und Netzwerke vor Cyberangriffen zu schützen. Das Geschäftsmodell von CrowdStrike ist dabei rund um die Plattform “Falcon” gebaut. Über diese können Kunden ihre Nedgeräte wie Smartphones, Laptops und Server direkt schützen. Falcon nutzt dabei Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen auf Basis einer Echtzeit-Datenanalyse, um potentielle Bedrohungen direkt zu erkennen und Angriffe automatisch zu stoppen. Anders als die bekannten Anti-Viren-Software wie z.B. Norten arbeitet CrowdStrike nicht mit bekannten Signaturen, sondern analysiert eher das Verhalten von Angreifern und kann dadurch auch neuartige Angriffe erkennen.
Dabei fährt CrowdStrike durchweg den cloudbasierten Ansatz. Durch das skalierbare SaaS-Geschäftsmodell beziehen die Kunden die Sicherheitslösungen als Abonnement und können dieses auch felxibel erweitern, was zu wiederkehrenden und vor allem planbaren Umsätzen führt. Gleichzeitig setzt Crowdstrike auch den Ansatz einer Plattformstrategie effizient um. Die Kunden können also eine Vielzahl an Sicherheitsfunktionen in einer einheitlichen Lösung bündlen und diese dann über alle Geräte uns Server des Unternehmens laufen lassen. Dies führt dazu, dass die Komplexität für die Kunden verringert wird und sich im Gegenzug auch die Kundenbindung an CrowdStrike erhöht. Dabei wird CrowdStrike durch die Menge an globalen Bedrohungsdaten auch immer besser und effiktiver bei der Verteidigung der unternehmenseigenen Daten.
Im abgelaufenen Quartl erhöhte CrowdStrike das Ergebnis je Aktie auf 1,1 US-Dollar und lag damit sogar leicht über den Analystenerwartungen von 1,07 US-Dollar im Konsens. Auch beim Umsatz lag das Techunternehmen mit 1,39 Milliarden US-Dollar leicht über den Anaystenerwartungen. Und dennoch brach die Aktie von CrowdStrike nach der Vorlage des Zahlenwerkes um rund 11,2 % ein. Grund hierfür war der starke Lauf der CrowdStrike-Aktie im Vorfeld an die Quartalszahlen. So legte die Aktie im aktuellen Jahr bereits um 65 % zu und lag damit bei 747 US-Dollar auch rund 180 US-Dolar über dem aktuellen durchshnittlichen Analystenkursziel. Allein in den letzten vier Wochen war der Aktienkurs von CrowdStrike um starke 61 % angestiegen und da reichten die nur leicht übertroffenen Quartalsztahlen nichts aus um einen Großteil der Retail Anleger zufriedenzustellen.
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16.06.2026 - Christian Teitscheid

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