Bundesbank: Digitales Zentralbankgeld erfordert sorgfältige Analyse
Digitaler Zentralbank-Euro: Drum prüfe, wer sich ewig bindet…
Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute berichtet, muss aus Sicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Einführung eines digitalen Euro sorgfältig bedacht sein.
Viele Themen im Zusammenhang mit einer Digitalwährung der Zentralbank (CBDC) erforderten immer noch eine weitere Analyse, sagte Weidmann am Freitag auf einer virtuellen Konferenz der Bundesbank. ,,Die verschiedenen Risiken legen nahe, dass eine umsichtige Gestaltung und eine vorsichtige Vorgehensweise essenziell sein wird.”
Weidmann zufolge prüfen derzeit Mitarbeiter der Bundesbank die Vorteile und Risiken eines digitalen Euro und was dies für die Ausgestaltung bedeutet. ,,Es wäre allerdings falsch, das als eine Entscheidung zugunsten einer CBDC zu interpretieren,” sagte Weidmann. Ein gründliches Verständnis sei erforderlich bevor die Argumente bewertet werden könnten. Wichtig sei es, weiterhin aufgeschlossen zu bleiben.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte am Donnerstag gesagt, die Europäische Zentralbank und die Notenbanken der Euro-Zone hätten noch nicht entschieden, ob sie einen digitalen Euro einführen wollen. Die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Notenbanken sollen laut Lagarde in den nächsten Wochen präsentiert werden.
Fazit
Es ist wichtig, dass der Präsident der Deutschen Bundesbank sich in der Frage der Einführung des digitalen Zentralbankgeldes im Euroraum auf sorgfältige Analysen stützt. Wie allerdings die politischen Wallungen um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 05.05.2020 zeigten, ist es schwierig, sich gegen eine Kombination aus ,,Not kennt kein Gebot‘‘ und einem spezifischen Verständnis von ,,Europafreundlichkeit‘‘ zu stemmen, welches den Bruch der EU-Verträge einschließt. Die nicht über Expertenrunden hinausgehende Diskussion über eine digitale Zentralbankwährung zeigt, dass von einer breiten Legitimation durch öffentlichen Diskurs und schließlich breite öffentliche Zustimmung bislang keine Rede sein kann. Insbesondere die Frage, warum gerade jetzt eine digitale Zentralbankwährung eingeführt werden soll, bleibt außen vor.
11.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de
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