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CXMT lehrt Samsung und SK Hynix das Fürchten während die Börsianer ungeduldig auf die nächsten Impulse von Microsoft warten

Der chinesische Chipsektor begehrt auf und wird an der Börse ernst genommen

NTG24 - CXMT lehrt Samsung und SK Hynix das Fürchten während die Börsianer ungeduldig auf die nächsten Impulse von Microsoft warten

 

Die Lage im Nahen Osten scheint sich für den Moment zu beruhigen und mit den Ölpreisen ging es am Dienstag weiter abwärts, was die Märkte ein Stück weit besänftigen konnte. Viel Bewegung gab es jedoch rund um KI und Chiphersteller zu sehen. Dort fürchten Anleger mittlerweile nicht nur um möglicherweise überzogene Bewertungen, sondern auch um frische Konkurrenz aus China.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDas Epizentrum dieser Entwicklung bildete der schwer erfolgreiche Börsengang des chinesischen Chipherstellers CXMT (CN0SH6888250). Die Aktie schloss ihren ersten Handelstag mit einem Plus von 466 Prozent ab. Tags darauf erlaubte der Titel sich auch keine nennenswerte Schwäche. Zwar ging es gestern um 4,1 Prozent auf 47 Yuan in Richtung Süden. Damit wird der ursprüngliche anvisierte Ausgabepreis aber noch immer um ein Vielfaches überboten.

 

 

 

Gewertet wird der historische Börsenstart als ein klares Anzeichen dafür, dass die Investoren die Konkurrenz aus China ernst nehmen. Gerade in der aktuellen Speicherkrise haben die Anbieter aus Fernost das Potenzial dazu, den Markt in seinen Grundfesten zu erschüttern, die Verfügbarkeit vielleicht etwas zu verbessern und damit das dezent aus dem Ruder gelaufene Preisniveau für DRAM wieder etwas zu normalisieren. Das wäre für CXMT kein Beinbruch, sondern eine handfeste Chance.

 

Samsung auf dem Rückzug

 

Ungemütlich könnte es hingegen für all jene werden, die bisher vom Speicherboom und astronomisch hohen Margen profitieren konnten. Das führte so weit, dass es am Dienstag zu einem kleinen Ausverkauf kam. Insbesondere die südkoreanischen Börsen gerieten heftig unter Druck, da dort gleich zwei der größten Anbieter der Welt beheimatet sind. Marktführer Samsung (KR7005930003) erlitt hierzulande Kursverluste von 9,3 Prozent.

Der Kurs entfernte sich damit noch weiter vom Allzeit-Hoch bei 5.300 Euro. Per Handelsschluss standen deutlich überschaubarere 3.320 Euro auf der Anzeigetafel. Allerdings kann der Titel sich auch damit noch sehen lassen. Es bleibt bei einem Kursplus von gut 70 Prozent seit Jahresbeginn. Das verdeutlich noch einmal, wie sehr die Aktie zuvor in die Höhe geschossen ist. Die Anleger nehmen da auch eher vage und abstrakte Hinweise gerne als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen.

 

SK Hynix verliert an Halt

 

Ähnliche Effekte machten sich bei SK Hynix (US78392B1070) bemerkbar, wo der Aktienkurs sich gestern um etwas mehr als acht Prozent auf 914 Euro zurückzog. Tatsächlich schlechte Neuigkeiten gab es nicht zu verkünden und vielleicht ist die Angst vor China auch etwas überzogen. Denn längst schon hat der Konzern sich langfristige Verträge gesichert. Selbst wenn ein Hyperscaler abspringen sollte, wofür es aktuell nicht ansatzweise einen Anhaltspunkt gibt, würden milliardenschwere Kompensationszahlungen fällig werden.

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Doch auch das scheint gegenwärtig nur ein geringer Trost zu sein. Zu groß ist die Sorge, dass die Speicherhersteller ihren Zenit schlicht überschritten haben könnten und nun ein reinigendes Gewitter ansteht, das längst nicht an seinem Ende angekommen sein muss. Kurzfristig dürfte die weitere Entwicklung nicht nur vom Blick auf China geprägt werden. Auch in westlichen Gefilden kündigen sich weitere Signale an.

 

Microsoft im Fokus

 

In den kommenden Tagen stehen Zahlen von einigen echten Schwergewichten aus dem Tech-Sektor an. Viel Beachtung dürfte die Bilanz von Microsoft (US5949181045) finden, einem der größten Supporter des ChatGPT-Entwickler OpenAI und gleichzeitig einer der größten Cloud-Anbieter auf dem Planeten. Das Wachstum aus dem zweiten Quartal dürfte für die Anleger maßgeblich Hinweise dafür liefern, ob der KI-Boom vielleicht tatsächlich auf einem Plateau ankommt oder von einigen Marktakteuren noch immer unterschätzt wird.

Im Vorfeld zeigen die Bullen sich einigermaßen optimistisch. Die Microsoft-Aktie freute sich am Dienstag über Aufschläge von 1,1 Prozent, was den Kurs bis auf 393,35 US-Dollar hieven konnte. Eine gewisse Skepsis ist im Chart jedoch noch immer klar zu sehen. Zunehmend kritisch bewertet werden die hohen Ausgaben für KI-Investitionen und auch diesbezüglich dürfte es bald neue Erkenntnisse geben.

 

Die Sonne geht im Osten auf

 

Die massiven Bewegungen im Chip- und KI-Sektor sind letztlich auch ein Zeugnis dafür, wie nervös die Börsianer sich noch immer verhalten. Nüchtern betrachtet gibt es keinen nachvollziehbaren Grund für derart heftige Kursausschläge. Allein der Gedanke daran, dass manches Unternehmen seine Vormachtstellung in Zukunft mit chinesischen Anbietern ein Stück weit teilen müsste, reicht schon für einen kleinen bis mittelschweren Ausverkauf aus. Daraus könnte noch etwas Hochexplosives werden, sollten die Tech-Giganten mit ihren Zahlen die Erwartungen nicht mindestens treffen können.

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29.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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