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Carl Zeiss wächst deutlich weniger stark als im vergangenen Jahr und Carl Zeiss Meditec ist daran alles andere als unbeteiligt

Carl Zeiss Meditec muss sich wohl auf Einsparungen einstellen

NTG24 - Carl Zeiss wächst deutlich weniger stark als im vergangenen Jahr und Carl Zeiss Meditec ist daran alles andere als unbeteiligt

 

Um neun Prozent konnte der Umsatz des Stiftungskonzerns Carl Zeiss im vergangenen Geschäftsjahr noch zulegen. Das Wachstum scheint sich jedoch deutlich abgeschwächt zu haben. Denn im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres konnten die Umsätze lediglich noch um ein Prozent steigen, und das trotz der enormen Nachfrage nach Technik von Chip-Ausrüster ASML.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeFür Kopfschmerzen sorgt dabei nicht zuletzt die börsennotierte Tochter Carl Zeiss Meditec (DE0005313704), was sich bereits am Aktienkurs klar ablesen lässt. In den letzten zwölf Monaten brach der Kurs um mehr als die Hälfte ein und von einer Erholung ist seit Monaten nichts zu sehen. Zuletzt konnte das Papier sich auf niedrigem Niveau lediglich ein wenig stabilisieren. 25,62 Euro standen zu Handelsbeginn am Mittwoch auf dem Ticker. Das 52-Wochen-Hoch bei 63,20 Euro ist in schier unerreichbare Ferne gerückt.

 

 

 

Carl Zeiss rechnet für das zweite Halbjahr nicht mit einer Entspannung, wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf Aussagen von Vorstandschef Andreas Pecher berichtet. Medizintechnik und Messtechnik verzeichneten bei den Umsätzen zuletzt Rückgänge um jeweils etwa drei Prozent. Die jüngsten Geschäftszahlen des Stiftungskonzern bezeichnete Pecher lediglich als „solide“. Da es jedoch zum Teil Nachfrageschwächen zu geben scheint, setzt Carl Zeiss zunächst auf Sparmaßnahmen.

 

Carl Zeiss Meditec auf Schrumpfkurs?

 

Carl Zeiss Meditec dürfte bei solchen Überlegungen klar im Vordergrund stehen. Allzu viele Details gibt es allerdings noch nicht. Angekündigt wurde lediglich, dass in den kommenden drei Jahren die jährlichen Kosten um mehrere Hundert Millionen Euro sinken sollen. Es komme nun vor allem auf die Optimierung von Kostenstrukturen an, so Finanzchef Stefan Müller. Nur dann sei es auch weiterhin möglich, Mittel für Zukunftsinvestitionen zu generieren.

Bereits im Mai kündigte Carl Zeiss an, bei Carl Zeiss Meditec 1.000 Stellen abbauen zu wollen. Ob nun noch Streichungen darüber hinaus anstehen, bleibt abzuwarten. Bemerkbar macht sich aber, dass die Medizintechnik-Tochter nicht nur an der Börse kritischer beäugt wird. Das hat auch ein wenig mit knappen Staatskassen zu tun. Vor allem in Deutschland befürchtet die Branche aufgrund der von der Regierung geplanten Reformen, dass die Nachfrage im Segment regelrecht einbrechen könnte. Auswirkungen auf Carl Zeiss Meditec wären da wohl kaum auszuschließen.

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Sein Geld verdient der Konzern unter anderem mit Instrumenten für Augenuntersuchungen sowie medizinische Laser und Linsen. Außerdem gehören auch Systemlösungen zum Portfolio. Deutschland ist beileibe nicht der einzige Markt. Es ist aber einer der wichtigsten und zudem gibt es auch anderswo Bestrebungen, Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Bedingt durch den demografischen Wandel haben viele Länder auch kaum eine andere Wahl. Es stehen einige weitreichende Veränderungen an und die Märkte scheinen nicht davon überzeugt zu sein, dass Carl Zeiss Meditec dabei auf der Siegerstraße stehen wird.

 

Neuer Fokus?

 

Einfach gemacht wird es dem Konzern freilich nicht. Der anhaltende KI-Boom lenkt den Fokus des Mutterkonzerns zunächst in eine andere Richtung. Mit Ausrüstung für ASML scheint sich momentan ein weitaus größeres Wachstum erzielen zu lassen als mit der klassischen Medizintechnik. Dadurch bedingt dürfte man bei letzterer vielleicht auch etwas beherzter sparen. Für die Anteilseigner sind Sparkurse stets ein zweischneidiges Schwert.

Interessant ist zunächst die Aussicht darauf, dass kommende Bilanzen wieder etwas hübscher aussehen könnten. Gedämpft werden allerdings die langfristigen Wachstumsaussichten. Denn das Zurückfahren von Investitionen und auch Arbeitskräften könnte sich noch als Hemmnis erweisen. Doch auch wenn die Wachstumsmöglichkeiten von Carl Zeiss Meditec derzeit ein Stück weit an der Börse neu evaluiert werden: Existenzängste müssen Anleger noch nicht haben. Denn letztlich dürfte die Nachfrage nach Medizintechnik in Zukunft nicht nachlassen.

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10.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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