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Das Ringen um die Commerzbank geht weiter und das Institut spart nicht an Kritik an UniCredit

Eine endgültige Perspektive für die Commerzbank ist weiter nicht in Sicht

NTG24 - Das Ringen um die Commerzbank geht weiter und das Institut spart nicht an Kritik an UniCredit

 

Seit nun schon anderthalb Jahren verfolgt die italienische UniCredit den Plan, die Commerzbank zu übernehmen. Gelungen ist der Einstieg durch einen regelrechten Coup. Im Jahr 2024 sicherte sich UniCredit Anteile, die der Bund verkaufte. Später wurde die eigene Beteiligung schrittweise auf annähernd 30 Prozent erhöht. Zuletzt wurde ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt, womit der nächste Schritt nach vorn gewagt wird.

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Allerdings ist das Angebot bewusst niedrig gehalten und UniCredit ließ frühzeitig mitteilen, damit keine vollständige Kontrolle über die Commerzbank (DE000CBK1001) erreichen zu wollen. Vorgesehen ist, je Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Anteilsscheine zu überschreiben. Rechnerisch lag das Angebot seinerzeit mit 30,80 Euro nur knapp über dem tatsächlichen Schlusskurs. Mittlerweile notiert die Commerzbank-Aktie schon wieder ein gutes Stück höher. Am Dienstag ging es mit 31,48 Euro aus dem Handel. Hauptsächlich vermeidet UniCredit damit, durch ein plötzliches Überschreiten der 30-Prozent-Marke zu einem verpflichtenden und deutlich höheren Übernahmeangebot gezwungen zu werden.

 

 

 

Am Karfreitag veröffentlichte UniCredit schließlich einen umfangreichen Prüfbericht. Darin war einiges an Unmut zu erkennen. So werfen die Italiener der Commerzbank mehrfach vor, zu einem konstruktiven Dialog nicht bereit zu sein. Das freiwillige Angebot wird als Ergebnis eben dieser Verweigerung bezeichnet. Die Antwort aus Frankfurt ließ nicht lange auf sich warten.

 

Die Commerzbank widerspricht

 

Die Commerzbank betonte am Dienstag, dass man zu einem konstruktiven Austausch bereit sei. Bisherige Schritt und Veröffentlichungen seien jedoch ohne vorherige Abstimmung in die Wege geleitet worden. Dadurch helfe UniCredit nicht dabei weiter, das für eine erfolgreiche Transaktion notwendige gegenseitige Vertrauen aufzubauen. Die Commerzbank kritisiert ihrerseits UniCredit dafür, sich einem konstruktiven Austausch zu verwehren. Außerdem wird das freiwillige Übernahmeangebot als zu niedrig angesehen. Eine einvernehmliche Lösung sei momentan nicht erkennbar.

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Werbebanner EMH PM Trade Vor allem inhaltlich sei der bisherige Austausch mit UniCredit laut Commerzbank recht dünn ausgefallen. Dabei habe man schriftlich zugesichert, offen für Gespräche zu sein. Aus Italien fehle es aber an neuen Signalen. Insbesondere vermisst die Commerzbank Anregungen dazu, wie das Geschäftsmodell verbessert werden könnte. In regelmäßigen Gesprächen mit Unicredit habe es dazu keine Erkenntnisse gegeben. So schieben die beiden Banken sich letztlich gegenseitig den schwarzen Peter zu und bezichtigen den jeweils anderen der mangelnden Gesprächsbereitschaft.

Nach einer innigen Beziehung sieht das nicht aus und eine Übernahme im beiderseitigen Einvernehmen zeichnet sich weiterhin nicht ab. UniCredit will von seinem Vorhaben offensichtlich nicht ablassen. Die Commerzbank hingegen bleibt im Abwehrmodus. Uninteressant soll UniCredit eine Übernahme vor allem durch eine gezielte Stärkung des eigenen Aktienkurses gemacht werden. Die Anleger werden mit üppigen Ausschüttungen bei Laune gehalten. Der Preis soll damit möglichst so weit in die Höhe getrieben werden, dass sich die Übernahme für UniCredit schlicht nicht mehr lohnt.

 

Das dürfte noch eine Weile dauern

 

Im Übernahmekampf um die Commerzbank bleibt letztlich alles beim Alten. Wie die Angelegenheit ausgehen mag, scheint weiterhin in den Sternen zu stehen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Übernahme ist aber als nicht eben gering anzusehen. Denn UniCredit lässt von seinem Vorhaben nicht ab und hat bereits unter Beweis gestellt, dass es an Geduld nicht mangelt. Die Politik unterstützt zwar grundsätzlich die Eigenständigkeit der Commerzbank, kann aber im Zweifel wenig gegen einen Zusammenschluss tun.

Bisher bleiben die größten Gewinner des Ganzen die Anteilseigner der Commerzbank. Ohne die Übernahmeschlacht hätte der Aktienkurs sich in den letzten Monaten vermutlich deutlich weniger in die Höhe bewegt und durch das freiwillige Angebot bekommt die Aktie einen recht stabilen Boden verpasst. Ob es von hier aus noch weiter in die Höhe gehen mag, das ist allerdings kaum absehbar. Da der Kurs zu weiten Teilen vom Übernahmepoker abhängt, treten fundamentale Überlegungen in den Hintergrund.

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08.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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