Langsam, aber recht verlässlich erhöht UniCredit ihren Anteil an der Commerzbank und bringt damit die Übernahmepläne voran
Die Commerzbank wird immer mehr in die Enge getrieben
Bei den derzeitigen Übernahmeavancen der UniCredit in Sachen Commerzbank darf wohl von einem feindlichen Übernahmeversuch gesprochen werden. Denn das Management des Frankfurter Geldhauses sprach sich wiederholt gegen das Vorhaben aus und verspricht, auf eigenen Beinen bessere Wachstumsaussichten zu haben. In Italien lässt man sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen.
Noch rund eine Woche läuft das freiwillige Übernahmeangebot von UniCredit, welches auf überraschend viel Resonanz zu treffen scheint. Obschon das Angebot mit 0,485 eigenen Aktien je Commerzbank-Aktie rechnerisch deutlich unter den letzten Schlusskursen liegt, haben nach Angaben von UniCredit Aktionäre bereits 10,91 Prozent der Aktien der Commerzbank (DE000CBK1001) angedient. Vor einer Woche war noch von 7,58 Prozent die Rede.
UniCredit könnte den eigenen Anteil damit mittlerweile auf 37,68 Prozent steigern und ein paar Tage verbleiben noch. Zudem hält man sich die Möglichkeit offen, die Offerte bis Anfang Juli zu verlängern. Hinzu kommt die Möglichkeit eines höheren Angebots in der Zukunft, ein Szenario, auf das viele Anteilseigner momentan bewusst spekulieren dürften.
Das Management der Commerzbank wird in die Ecke getrieben. Mittlerweile scheint eine Übernahme kaum noch aufzuhalten zu sein, denn schon jetzt hat UniCredit eine enorme Wucht entwickelt und kann mit seinem Anteil großen Einfluss ausüben. Allerdings bleibt noch etwas Gegenwind. Die Commerzbank hat die Bafin eingeschaltet, da vermutet wird, dass bisher angediente Aktien vor allem von mit UniCredit verbundenen Banken stammen könnten. Dagegen hingegen wehrt sich UniCredit und wirft dem Übernahmeziel vor, die Integrität des Bieterverfahrens zu untergraben.
Schlammschlacht um die Commerzbank
Dass die beiden Parteien noch zueinanderfinden werden, davon ist aktuell eher nicht auszugehen. UniCredit hat mittlerweile allerdings schon so viel investiert, dass die Bank von ihren Plänen freiwillig sehr wahrscheinlich nicht ablassen wird. Die Anleger profitierten bisher schwer und es könnte noch weitere Kurssteigerungen geben, sollte UniCredit in Zukunft ein höheres Angebot unterbreiten. Dafür gibt es aber natürlich keine Garantie.
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10.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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