CrowdStrike enttäuscht auf hohem Niveau, SAP schon wieder im roten Bereich, Microsoft kämpft mit Klagewelle und Alphabet mietet sich bei SpaceX ein
Die jüngste Erholung von Software-Aktien scheint schon wieder ins Stocken zu geraten
In der ausgelaufenen Woche versuchten die zuvor sichtlich abgestraften Aktien der Software-Anbieter daran, wieder eine kleine Erholung auf die Beine zu stellen. Doch am Freitag dominierten schon wieder rote Vorzeichen. Verantwortlich dafür waren unter anderem enttäuschte Erwartungen, eine allgemein schwache Stimmung und auch die weiterhin enormen Investitionen in KI-Technologie.
Bereits am Mittwoch legte CrowdStrike (US22788C1053) seine Ergebnisse für das zurückliegende Quartal vor. Eigentlich gab es dabei nicht viel zu meckern. Sowohl bei Umsatz und Gewinn als auch beim Ausblick lag man leicht über den Erwartungen der Analysten. Aber eben nur leicht. Das reicht an der Börse mittlerweile nicht mehr aus, um bei Aktien mit KI-Bezug noch Kauflaune auslösen zu können.
Die Aktie reagierte vor allem mit Gewinnmitnahmen. Zeitweise ging es mit dem Kurs um elf Prozent in die Tiefe. Darauf folgte eine kleine Erholung, die am Freitag mit Verlusten von 6,7 Prozent aber schon wieder kassiert wurde. Zu Handelsschluss standen noch 671,02 US-Dollar auf dem Ticker. Der Wochenverlust beläuft sich auf 8,2 Prozent. Selbst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen scheint keinen Eindruck zu hinterlassen. Als enttäuschend gilt zudem, dass besonders Umsätze mit KI-Anwendungen hinter den Erwartungen zurück blieben.
SAP verliert an Schwung
Zurückgekehrt sind auch ein wenig die Sorgen darüber, dass rasante Fortschritte bei KI-Agenten das Geschäftsmodell klassischer Software-Firmen in Zukunft überflüssig machen könnten. Nvidia-Chef Jensen Huang stellte sich zwar bei der Messe Computex noch gegen diese These und nannte SAP (DE0007164600) explizit als möglichen KI-Gewinner, was der Aktie kurzzeitig Rückenwind verlieh. Der Effekt scheint aber schon wieder nachzulassen. Am Freitag mussten die Anteilseigner Abschläge von 1,8 Prozent hinnehmen, sodass der Kurs auf müde 161,48 Euro zurückfiel. Auf Wochensicht reichte es zwar noch für ein Plus von 2,5 Prozent, sodass es immerhin noch in die richtige Richtung ging. Euphorie sieht aber definitiv anders aus und das 52-Wochen-Hoch bei 273,55 Euro bleibt für den Moment in weiter Ferne.
Gegenwind für Microsoft
Bei Microsoft (US5949181045) sorgen Anleger sich nicht nur um Umsätze und Gewinne, sondern immer mehr auch über Regulierungen und Klagen. In den USA nimmt die FTC etwa unter die Lupe, ob Microsoft bei der Cloud-Plattform Azure die Kundschaft durch hohe Wechselgebühren künstlich bei sich halten möchte. In Sachen KI wird die Bündelung des KI-Assistenten Copilot bei Office untersucht und auch die Partnerschaft mit OpenAI spielt eine Rolle.
In Großbritannien muss sich Microsoft derweil mit einer Sammelklage herumschlagen, bei der Kläger überhöhte Preise für britische Unternehmen monieren. Es soll strategische Benachteiligungen für Unternehmen gegeben haben, die Windows Server nicht auf der konzerneigenen Cloud von Microsoft nutzen wollten. Gefordert wird eine Entschädigung, die sich auf 2,1 Milliarden Pfund belaufen könnte. Zwar ist bei all diesen Dingen offen, wie es ausgehen mag. Gemütlicher scheint es für Microsoft momentan aber nicht zu werden. Auch nicht an der Börse, wo der Aktienkurs am Freitag um 2,7 Prozent auf 416,67 Dollar nachgab.
Alphabet setzt auf SpaceX
Am Wochenende sorgte Alphabet (US02079K1079) für Aufsehen mit einer Meldung über ein massives Investment bei SpaceX, und das nur kurz vor dem erwarteten Börsengang des Musk-Konzerns. Eine Vereinbarung von Oktober bis Juni 2029 sieht vor, dass die Google-Mutter sich Rechenleistung bei SpaceX mietet und dafür monatlich satte 920 Millionen Dollar zahlen wird. Das könnte die laut Medienberichten bereits überzeichnete SpaceX-Aktie wohl noch weiter ankurbeln.
Ob die Alphabet-Aktie positiv reagieren wird, ist dagegen offen. Die einen mögen in dem Deal eine Chance darauf sehen, im KI-Segment noch dominanter zu werden. Andere dürften aber etwas besorgt auf die erneut steigenden Kosten blicken. Denn ob sich diese und andere Investments für Alphabet auch irgendwann auszahlen werden, ist immer noch offen. Ob Bullen oder Bären sich durchsetzen mögen, das werden wir wohl morgen erfahren. In den letzten Tagen schlug die Alphabet-Aktie sich relativ gut, aber lange nicht mehr sensationell.
Keine Euphorie
Von einem erneuten Absturz bei Software-Aktien kann zwar noch nicht die Rede sein. Doch aus dem großen Comeback scheint auch erst einmal nichts zu werden. Zu groß sind die Zukunftssorgen vieler Anleger und vorhersehen lässt sich noch immer nicht, wie es in Sachen KI tatsächlich weitergehen mag. Um die Laune zu steigern, braucht es vor allem Wachstumsimpulse. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob die Erwartungen der Märkte überhaupt noch erfüllt werden können.
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07.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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