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Bei der DHL Group könnte es in Sachen Geschäftspost durch neue Steuerregeln in Zukunft ungemütlicher werden

Während die Konkurrenz zufrieden ist, hält die DHL Group dagegen

NTG24 - Bei der DHL Group könnte es in Sachen Geschäftspost durch neue Steuerregeln in Zukunft ungemütlicher werden

 

Obschon die Konkurrenz in den vergangenen Jahren größter und stärker geworden ist, kann die DHL Group bisher die Marktführung in Deutschland verteidigen. Das hat zweifellos mit gutem Service und einem flächendeckenden Netz zu tun. In den Augen der Konkurrenz spielt aber auch die steuerliche Behandlung eine nicht unwesentliche Rolle.

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In eben dieser Hinsicht könnte es für die DHL Group (DE0005552004) künftig ungemütlicher werden. Denn wie der „Spiegel“ berichtet, plant Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wohl damit, der Tochter Deutsche Post ein Privileg zu entziehen. In Zukunft sollen Umsatzsteuern auf Geschäftspost entrichtet werden, wovon die DHL Group aktuell noch befreit ist. Damit soll eine Ausnahme entfallen und die Konkurrenz scharrt bereits mit den Hufen.

 

 

 

Für die DHL Group wäre eine solche Anpassung recht problematisch. Kunden, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, interessiert das Ganze zwar nicht weiter. Für alle anderen würden die Preise aber schlagartig steigen. Verhindern ließe sich das nicht, ohne zuvor die Bundesnetzagentur einzuschalten. Denn jene macht der Post sehr klare Vorgaben hinsichtlich des Spielraums beim Porto. Mit anderen Worten sind die Wege, sich aus den Folgen einer solchen Anpassung herauszuwinden, eher überschaubar.

 

Die DHL Group verweist auf Europarecht

 

Noch ist eine Entscheidung zur Thematik nicht in trockenen Tüchern. Die Konkurrenz begrüßt die Idee aber bereits und hofft darauf, dass in Zukunft gleiche Spielregeln für alle gelten werden. Die DHL Group hält dagegen und verweist darauf, als einzige den Status eine Universaldienstleisters innezuhaben. Damit verbunden ist auch die Pflicht dazu, bundesweit eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Viele Mitbewerber sind davon befreit und konzentrieren sich nicht selten auf eine regionale Versorgung.

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Die DHL Group argumentiert darüber hinaus damit, dass eine Steuerbefreiung europarechtlich zwingend vorgeschrieben sei. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass Geschäftspost zur Definition eines Universaldienstleisters gezählt wird. Ableiten lässt sich aus solchen Worten, dass eine Anpassung nicht ohne Widerstand hingenommen werden dürfte, so sie denn tatsächlich umgesetzt werden sollte. Die Bundesregierung rechnet mit Mehreinnahmen von 115 Millionen Euro jährlich; die Konkurrenz geht davon aus, dass die Deutsche Post aktuell noch deutlich höhere Vorteile genießt.

Die Idee des Ganzen ist nicht ganz neu, sie scheint in Zeiten chronisch klammer Staatskassen aber wieder aktiver verfolgt zu werden. Für Anleger ist es letztlich ein weiterer Beleg dafür, dass vom klassischen Briefgeschäft in Zukunft kein Wachstum mehr zu erwarten ist. Die Mengen sind rückläufig und einstige Vorteile stehen auf der Kippe. Für die DHL Group-Aktie ist das aber noch lange kein Todesurteil. Es dürfte die Verantwortlichen umso mehr dazu animieren, sich auf lukrative Wachstumssegmente zu konzentrieren.

 

Nicht ohne Grund unter neuem Namen

 

Der Verlust von Privilegien bei der Geschäftspost wäre für die DHL Group natürlich keine schöne Angelegenheit. Gleichwohl ist es für das Unternehmen auch nicht spielentscheidend. Nicht ohne Grund tritt das Unternehmen mittlerweile nicht mehr als Deutsche Post, sondern als DHL Group auf. Die größten Umsätze und Gewinne steuert das Paketgeschäft bei, und das weit über die deutschen Grenzen hinaus. Für Anleger ist die Diskussion über Umsatzsteuern daher nur bedingt von Interesse.

Viel wichtiger ist die Frage, ob die etwas angeschlagene Konsumstimmung wieder aufleben könnte. Die Voraussetzungen dafür scheinen vorhanden zu sein. Die Ruhe im Nahen Osten und sinkende Ölpreise sind erfreuliche Entwicklungen, was gleichzeitig auch die Kosten der DHL Group merklich reduzieren könnte. Vor dem Hintergrund solcher Entwicklungen treten Streitigkeiten über Steuervorteile schnell in den Hintergrund. Selbst in der Bilanz wäre es am Ende des Tages wahrscheinlich nur eine milde Belastung.

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06.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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