Volkswagen trotzt Gewinneinbruch, Stellantis kann Anleger nicht überzeugen, BASF tröstet mit Dividenden und die DHL Group überrascht positiv
Die Berichtssaison liefert den Börsianern sowohl positive als auch negative Entwicklungen
Vor dem langen Wochenende standen noch einmal eine Reihe wichtiger Zahlen an der Börse an. Nachdem einige vielbeachtete US-Tech-Giganten bereits vorlegten, richteten sich die Blicke hierzulande am Donnerstag wieder mehr auf heimische Unternehmen. Wie erwartet gab es dabei die eine oder andere bittere Pille zu schlucken, aber auch durchaus erfreuliche Entwicklungen zu bewundern.
Volkswagen (DE0007664039) steckt nach wie vor in einer tiefen Krise, die sowohl von schwachen Absätzen als auch mauen Margen geprägt ist. Letztere fielen nun sogar noch etwas enttäuschender als erwartet aus. Die operative Marge bezifferte der Wolfsburger Autobauer auf 3,3 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte weniger, als Analysten es im Vorfeld erwartet hatten. Dennoch ging es mit dem Aktienkurs leicht um 0,9 Prozent auf 86,22 Euro aufwärts. Dafür sorgten Fortschritte beim Cashflow.
Im Bereich Automobile konnte Volkswagen den Netto-Cashflow im ersten Quartal auf rund zwei Milliarden Euro steigern, nachdem im Vorjahreszeitraum an dieser Stelle noch ein Minus von 0,8 Milliarden Euro gemeldet wurde. Auch wenn noch lange nicht alles perfekt läuft, lieferten die Zahlen doch immerhin Anzeichen von Fortschritten. Die Anleger hoffen nun freilich, dass darauf noch weiter aufgebaut werden kann.
Stellantis: Die Aktionäre bleiben skeptisch
Im Falle von Stellantis (NL00150001Q9) fällt die Zuversicht deutlich geringer aus. Zwar konnte die Opel-Mutter im vergangenen Quartal in die Gewinnzone zurückkehren und ein bereinigtes Ebit in Höhe von 960 Millionen Euro vermelden. Darin enthalten ist allerdings ein nicht eben geringer Sondereffekt durch eine erwartete Rückzahlung für US-Einfuhrzölle. Der Oberste Gerichtshof kassierte eben jene Zölle und Stellantis rechnet mit 400 Millionen Euro an Erstattungen.
Bereinigt um diesen Effekt bleibt der Konzern in einer schwierigen Lage und der Nettogewinn von 377 Millionen Euro reichte den Anteilseignern nicht aus, um schon eine Wende zu vermuten. Die Aktie gab gestern um 6,4 Prozent auf 6,22 Euro nach. Seit dem Zwischenhoch bei 7,44 Euro vor rund zwei Wochen ging es schon wieder um gut 16 Prozent abwärts. Der charttechnische Abwärtstrend scheint sich zu bestätigen.
BASF beschenkt Aktionäre
Der Chemiekonzern BASF (DE000BASF111) blickt auf ein eher holpriges Quartal zurück, in dem der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck ebenso wie unschöne Währungseffekte die Ergebnisse belasteten. Finanzvorstand Dirk Elvermann ließ wissen, dass das Ebitda das Niveau des Vorjahresquartals erreicht hätte, hätte es keine währungsbereinigten Belastungen von mehr als 100 Millionen Euro gegeben. Vom Konjunktiv können die Anteilseigner sich allerdings nichts kaufen. Immerhin steuerte Wintershall Dea ansehnliche Dividenden bei, sodass der auf die Anleger entfallene Gewinn um 15 Prozent auf 927 Millionen Euro anstieg.
Die eigenen Aktionäre sollen nun von BASF ebenfalls belohnt werden. Der Konzern will jährlich Dividenden von mindestens 2,25 Euro je Aktie ausschütten und eben diesen Betrag schlägt der Vorstand schon mal für das vergangene Jahr bei der nächsten Hauptversammlung vor. Zudem sollen zwischen 2025 und 2028 mindestens zwölf Milliarden Euro in Aktienrückkäufe gesteckt werden. Das tröstete die Anteilseigner etwas über die nicht gerade sensationellen Zahlen hinweg und die BASF-Aktie legte letztlich um 1,3 Prozent bis auf 54,74 Euro zu.
DHL Group: Alle Achtung!
Wer hingegen Fortschritte auf operativer Ebene bevorzugt, wurde bei den Zahlen der DHL Group (DE0005552004) fündig. Die Erwartungen waren überschaubar; Analysten rechneten mit einem Ergebnis ungefähr in Höhe des Vorjahresquartals. Geschafft hat die Deutsche Post-Mutter es jedoch, ihr Ebit um 8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu verbessern. Auch der Cashflow stieg deutlich steiler, als die Börsianer es auf ihren Zetteln stehen hatten.
Ungünstige Währungseffekte trieben den Umsatz zwar um zwei Prozent auf 20,4 Milliarden Euro zurück, was die Anteilseigner aber verkraften konnten. DHL-Chef Tobias Meyer sieht die Ergebnisse als Bestätigung für ein robustes Geschäftsmodell an. Trotz blockierter Seewege und gesperrter Lufträume halte man die Lieferketten der Kunden am Laufen. Zu den guten Ergebnissen passt auch, dass die Konsumlaune sich zuletzt besser als erwartet erholte. An der Börse keimt wieder Zuversicht auf und die DHL Group-Aktie landete mit einem Plus von 7,5 Prozent klar auf der Gewinnerseite. In das Feiertagswochenende verabschiedete der Titel sich mit 50,38 Euro.
Es ist nicht alles schlecht
Die DAX-Konzerne haben nach wie vor mit enormen Herausforderungen und unsicheren Zukunftsaussichten zu kämpfen. Daran gibt es nichts zu beschönigen. Gleichwohl ist die Lage aber auch nicht vollkommen hoffnungslos und die Berichtssaison liefert einige Lichtblicke. Und sei es nur in Form davon, dass es bei manchem Unternehmen nicht noch schlimmer kommt. Nach dem ganz großen Turnaround auf breiter Front sieht es zwar noch nicht aus. Wer sich genau umsieht, erkennt aber durchaus interessante Chancen.
Volkswagen AG Vz.-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Volkswagen AG Vz.-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen AG Vz.-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Volkswagen AG Vz. - hier weiterlesen...
01.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






27.04.2026
24.04.2026
23.04.2026
23.04.2026