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Nach Ansicht von Daimler Truck bringen die aktuellen CO2-Pläne der EU die Nutzfahrzeugindustrie in Europa in eine schwierige Lage

Daimler Truck spricht sich für mehr Spielraum bei künftigen CO2-Vorgaben aus

NTG24 - Nach Ansicht von Daimler Truck bringen die aktuellen CO2-Pläne der EU die Nutzfahrzeugindustrie in Europa in eine schwierige Lage

 

In diesen Tagen rollt nun schon die zweite Hitzewelle über Europa, welche die Folgen des Klimawandels unmissverständlich zeigen. Dennoch scheint der Leidensdruck noch recht überschaubar zu sein. Die Politik beschäftigt sich eher mit etwas weniger Klimaschutz und die Industrie könnte sich auch etwas mehr Spielraum beim Thema vorstellen.

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Karin Radström als Chefin von Daimler Truck (DE000DTR0CK8) warnte nun sogar gegenüber der Deutschen Presse-Agentur davor, dass die aktuelle CO2-Politik die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Nutzfahrzeugindustrie aufs Spiel setze. Der Politik wird dabei sogar vorgeworfen, die Dringlichkeit der Lage nicht verstanden zu haben. Gemeint ist freilich nicht die Dringlichkeit in Sachen Klimaschutz bei immer höheren Durchschnittstemperaturen, sondern die Dringlichkeit in Bezug auf die Gewinne in der Branche.

 

 

 

Vorgesehen ist aktuell, dass die CO2-Emissionen bei schweren Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2030 um 43 Prozent im Vergleich zu 2019 sinken. Damit soll ein wichtiger Hebel genutzt werden, da in diesem Segment nach Angaben der EU-Kommission 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr entstehen und sechs Prozent der gesamten Emissionen. Daimler Truck sieht sich mit den derzeitigen Plänen aber dezent überfordert.

 

Daimler Truck klagt über mangelnde Infrastruktur

 

Um die Ziele der EU erreichen zu können, müssten nach Ansicht von Daimler-Truck-Chefin Radström bis 2030 etwa 35 Prozent aller neu zugelassenen Lkw in Europa entweder elektrisch oder mit Wasserstoff unterwegs sein. 2025 wurde jedoch gerade mal eine Quote von zwei Prozent erreicht. Es sei eine „große Herausforderung“, das von der Politik eingeforderte Tempo einhalten zu können. Gelingt dies jedoch nicht, drohen empfindliche Strafen.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDaimler Truck müsse für jeden verfehlten Prozentpunkt rund 120 Millionen Euro zahlen. Würden die Ziele um zehn Prozentpunkte verfehlt werden, so verdiene man mit Mercedes-Benz Trucks „praktisch kein Geld mehr“. Darüber hinaus sorgt der Konzern sich auch um viele mittelständische Unternehmen im Logistiksegment, die oftmals mit niedrigen Margen kämpfen würden und sich daher keine teuren Experimente leisten könnten. Schon allein aus Kostengründen sei der Diesel daher oft noch immer ein gangbarer Weg.

Um den Hochlauf alternativer, klimafreundlicher Technologien voranzubringen, sieht Daimler Truck vor allem die Politik in der Pflicht. Denn es ist nicht so, als würde der Konzern aus irgendwelchen ideologischen Überlegungen heraus agieren. Dagegen spricht schon allein die Tatsache, dass man bei Elektro- und Wasserstoff-Lkw mit zur Speerspitze gehört. Um solche Technologien voranzubringen, fehlt es nach Ansicht von Randström aber schlicht an der passenden Infrastruktur in Europa. Selbst Unternehmen, die aktiv auf E-Mobilität umstellen wollen, könnten sich aktuell nicht sicher sein, ob Fahrzeuge dann entlang der Strecken auch vernünftig aufgeladen werden können.

 

Erleichterung in Sicht?

 

Ein weiteres Problem sind die Kosten, die bei alternativen Antriebsarten nicht selten höher ausfallen. Das ist ganz besonders bei grünem Wasserstoff noch der Fall und eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Worte von Radström haben ein nicht zu unterschätzendes Gewicht. Denn die Daimler-Truck-Chefin ist derzeit auch Vorsitzende des Nutzfahrzeug-Ausschusses des Verbands europäische Automobilhersteller. Es ist daher durchaus denkbar, dass die Politik die Warnungen nicht einfach ignorieren wird.

Politisch scheint das Pendel momentan auch eher in Richtung der Wünsche von Daimler Truck zu schwingen. In Deutschland etwa wird momentan darüber nachgedacht, die Klimaneutralität vielleicht doch von 2045 auf 2050 zu verschieben und sich damit den EU-Vorgaben anzupassen. In Brüssel wird derweil ebenfalls darüber diskutiert, wie viel Klimaschutz möglich ist, ohne dabei die Industrie über Gebühr zu belasten. Etwas mehr Spielraum würde vor allem das Risiko für Daimler Truck verringern, was Anleger freilich stets gerne sehen. Die Aktie konnte sich im laufenden Jahr bereits etwas erholen, hängt zwischen 40 und 45 Euro im Seitwärtstrend fest. Zum Wochenende standen 41,87 Euro auf dem Ticker.

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13.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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