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Durchbricht der Ölpreis die Glaswand?

Öl ringt mit sich bei der Richtungssuche

 

Die letzten Wochen waren für den Ölpreis ein Wechselbad der (charttechnischen) Gefühle. Denn einem positiven Impuls folgte nach kurzer Zeit gleich der entgegengesetzte, der zumindest ab Anfang September die kurz zuvor gebildete Unterstützung nach unten durchbrach und mit einem neuen Zwischentief endete (gelbe Rechtecke in Chart 1).

Nun hat der Ölpreis gestern auch per Schlusskurs wieder das Niveau überwunden, an welchem er in den vergangenen 6 Wochen abgeprallt war. Dies entsprach auf Tages-Schlusskursbasis 43,60 Dollar. Als Follow-up läuft der Ölpreis der Sorte Brent nach dem dadurch ausgelösten kurzfristigen Momentum-Kaufsignal auch heute weiter nach oben. Er steht nun kurz vor dem Zwischenhoch von Ende August 2020 bei 46,57 Dollar.

 

 

Wie sieht das ,,big picture‘‘ für Öl aus und wie geht es weiter?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAuf Wochenschlusskurs-Basis in Chart 2 erkennt man, dass die Marke von rund 46 Dollar einem Widerstand vom Juni 2017 entspricht.

Darüber aufgetragene Fibonacci-Retracements zeigen, dass sich der Ölpreis momentan auch seinem 38,2 % - Retracement nähert.

Dieses Retracement ergibt sich aus der Abwärtsbewegung seit Oktober 2018. Die Interpretation des Retracement beschreibt somit das Ausmaß einer möglichen Zwischenerholung!

Natürlich wäre ein Überwinden dieser Marke auf Wochenbasis ein Kaufsignal, welches den Weg in Richtung des 50 %-Retracements ebnet. Dieses liegt bei 53,19 Dollar. Kurz, Öl könnte, etwa, weil die US-Demokraten auch noch den US-Senat kontrollieren könnten und damit der Rohstoffzyklus angetrieben würde, durchaus in relativ kurzer Zeit 20 % höher steigen, ohne, dass sich an dem ,,big picture‘‘ wirklich etwas ändern würde.

 

 

Dieses ,,big picture‘‘ auf Monatsbasis zeigt, dass das 38,2 %-Retracement nicht nur mit dem Widerstand vom Juni 2017, sondern auch mit dem Boden zusammenfällt, den der Ölpreis nach dem Absturz in der Finanzkrise im März 2009 bildete.

Wie Chart 3 verdeutlicht, ist es deshalb auch keine Überraschung, dass der Ölpreis diesen Widerstand nicht beim ersten Anlauf im August 2020 geknackt hat.

Es bleibt aber ebenfalls richtig, dass der Ölpreis seit 2009 immer tiefere Tiefs und tiefere Hochs gebildet hat. Der Drift des Öls ist also tendenziell einer nach unten, was auch den strukturellen Gegenwind aus der mittelfristigen Fibonacci-Perspektive bestätigt.

 

 

Jedoch ist die Zukunft nun einmal offen, und vieles dürfte davon abhängen, wie sich die Währung entwickelt, in der diese Charts denominiert sind. Sollte der US-Dollar zu einer zunehmenden Schwäche neigen, so verschiebt sich der ,,Währungsrahmen‘‘ für Öl nach oben. Und die bisherigen Signalschwellen würden vor dieser Entwicklung interpretiert werden müssen.

 

Fazit

 

Die Erholung des Ölpreises könnte sich mit Überschreiten der Marke von rund 46,50 Dollar in Richtung von rund 53 Dollar beschleunigen. Diese ,,Extension‘‘ würde den Brent-Ölpreis bis an sein 50 %-Fibonacci-Retracement führen. Sollte der Ölpreis jedoch die Marke von 46,50 Dollar nicht nachhaltig durchbrechen können, ist ein nochmaliger deutlicher Preisrückgang wahrscheinlich. Dabei ist auch ein Test des Ausverkaufs-Tiefs vom März 2020 bei 19,39 Dollar nicht unrealistisch.

 

11.11.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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