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Wie geht’s mit dem südafrikanischen Rand weiter?

Erholung im Rand – war es das schon wieder?

 

Der südafrikanische Rand hatte bislang in diesem Jahr nichts zu lachen. Denn mit der Coronakrise brachen erst die Rohstoffpreise ein, die wiederum die Terms of Trade eines Großteils seines Außenhandels verschlechterte. Die Devisenmärkte reflektierten dies und werteten den südafrikanischen Rand deutlich ab.

Mit Aufkeimen der Erholungshoffnungen schlug aber das Virus erst zeitverzögert, dann aber umso härter auch in Südafrika zu. Der Nettoeffekt war eine (Teil-) Erholung des Rands gegen den US-Dollar.

Wie es mit der Wirtschaft nun aber unter verschärften Bedingungen und mit halber Kraft weitergehen soll, wissen wohl die ANC-Größen am Kap auch nicht. Man könnte auch sagen: Reformversagen meets Corona!

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung des Rands gegen den US-Dollar zeigt nun, dass die Abwertungsdynamik nicht linear ist, sondern einen Exponenten größer 1 besitzt. Daraus lässt sich ableiten, dass die Impulsstärke, die aus der Chartstruktur (s. Chart 1) generiert wird, ebenfalls zunimmt. Im Ergebnis ist also mit einer weiteren Beschleunigung der Abwertungsdynamik zu rechnen, wenn keine strukturelle Trendumkehr erfolgt. Und danach sieht es angesichts der derzeitigen Gemengelage nun wirklich nicht aus.

 

Rand Trend

 

Aus einer Perspektive über 50 Jahre ergibt sich also eine tendenzielle Beschleunigung der Abwertung, die bei der Interpretation der Dauer und des Ausmaßes von Erholungen des Rands berücksichtigt werden muss.

 

Rand monthly

 

Ein Blick auf die Entwicklung seit der letzten größeren Abwertungsphase bei Rohstoffen mit dem Zyklustief Ende 2015 zeigt, dass sich beim südafrikanischen Rand gegen den US-Dollar seit dem Zwischenhoch Mitte 2016 eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet hat, die auf Monatsbasis einen neuen Ausbruch nach oben und damit einen neuen Abwertungsschub lange ankündigte, bevor dieser dann im Zuge der Corona-Krise auch auftrat.

Dies bedeutet, dass der Ausbruch zum Jahresanfang 2020 eine Trendbestätigung des Abwertungstrends auf Monatsbasis ist. Eine Zwischenerholung ginge idealtypisch bis auf die Ausbruchsline, die kurz unterhalb von 16 Rand je Dollar liegt.

Man könnte also sagen, dass charttechnisch das weitere Erholungspotenzial des Rands bei rund 5 % liegt, das Abwertungspotenzial aber bedeutend größer ist. Kurz, das Chance-Risiko-Verhältnis ist nicht gerade sexy!

 

Rand daily

 

Ein Blick auf den kurzfristigen Chart auf Tagesbasis zeigt nun zudem, dass der Rand gerade dabei ist, einen Doppelboden zu bilden. Geht man davon aus, dass dies eintritt und der zweite Teilboden höher liegt als der erste, ist das Erholungspotenzial kleiner als 1 %!

 

Fazit

 

Der Rand weist ein ungünstiges Chance-Risiko-Profil aus, da seine Zwischenerholung nach dem Abwertungsschub im 1. Quartal 2020 faktisch ausgereizt ist. Dazu würde passen, dass weltweit eine zweite Corona-Infektionswelle zunehmend eingepreist werden könnte und dies zu einem neuerlichen Abwertungsschub im Rand gegen den Dollar führt.

Dies würde auf Tagesbasis, Monatsbasis und aus 50-Jahres-Sicht bestätigt. Ein neuer Abwertungsschub ist damit wahrscheinlich. Wir empfehlen deshalb, Positionen im südafrikanischen Rand derzeit nicht ungehedged einzugehen.

 

20.07.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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