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Weizenpreis auf dem höchsten Stand seit Februar 2013

Weizen erwartet für die Anbausaison 2021/22 ein Defizit

NTG24 - Weizenpreis auf dem höchsten Stand seit Februar 2013

 

Der Weizenpreis reagierte zuletzt wieder deutlich auf die jüngsten Ernteprognosen in den USA, Kanada und Russland. Dabei steht er kurz vor dem Abschluss seiner seit Mai 2021 laufenden Konsolidierungsphase. Mittelfristig sind damit Kurse im Bereich um 950 US-Cent je Scheffel wahrscheinlicher geworden.

Der Weizenpreis könnte vor neuen Preisturbulenzen stehen. Denn die jüngsten Nachrichten zu den Ernteschätzungen großer Weizenproduzenten zeigen, dass der bereits deutlich gestiegene Weizenfuture-Preis an der COMEX eine starke reale Basis hat.

In unserem Beitrag vom 01.06.2021 ,,Der Weizenpreis ist heiß‘‘ wiesen wir darauf hin, dass die derzeitige Marktdynamik bei Weizen auf eine längerfristige Trendwende hindeutet, welche sich in einer ausgeprägten Bodenbildung widerspiegelt.

Nun sieht das US-Agrarministerium (USDA) in seiner neuesten Prognose für die Marktbilanz in der Erntesaison 2021/2022 für den Weizenmarkt sogar ein Defizit. Dieser Schätzung folgte nun in der vergangenen Woche auf der Internationale Getreiderat (IGC), der nun für Weizen global für die Erntesaison ein Marktdefizit von 1 Mio. Tonnen erwartet, nachdem die Gesamtnachfrage in dieser Erntesaison zwar um 4 Mio. Tonnen auf 783 Mio. Tonnen zurückgehen soll, das Gesamtangebot aber um 6 Mio. Tonnen auf 782 Mio. Tonnen sinken dürfte. Wesentliche Faktoren für das stärker als erwartet sinkende Weizenangebot sind die schlechten Ernten in Kanada und den USA sowie die deutliche Kürzung der russischen Weizenexporte.

Russland als weltgrößter Weizenexporteur hat zuletzt seine Exporte beschränkt, um einen drastischen Preisanstieg im Inland zu verhindern. In der Folge senkte das Marktanalyse-Institut SovEcon die Prognose der russischen Exporte um mehr als 3 Mio. Tonnen auf 33,9 Mio. Tonnen. Zuvor war die Ernteschätzung Russlands für die laufende Saison um knapp 10 Mio. Tonnen auf 76,2 Mio. Tonnen gesenkt worden.

 

 

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Werbebanner DenkworkDer Weizenfuture hat diese Entwicklung bereits bis Juni antizipiert und Ende April bereits ein Zwischenhoch bei 769,4 US-Cent je Scheffel Weizen erreicht. Danach konsolidierte er die schnellen Gewinne und hat nun seit Mitte August einen neuen Anlauf in Richtung der nächsten bedeutenden Widerstandszone bei 947,20 US-Cent genommen. Im Verlaufe des Monats wurde dabei bereits das Zwischenhoch von Ende April 2021 mit 774,60 US-Cent übertroffen.

Zudem lohnt auch ein Blick auf die Entwicklung des Weizenfutures an der COMEX seit der Aufhebung der Goldbindung des US-Dollars vor 50 Jahren im August 2021, wie in Chart 2 abgebildet.

Dabei zeigt sich, dass die gesamte Bodenbildung seit Ende 2012 als Konsolidierung des Ausbruches aus seiner jahrzehntelangen Seitwärtsbewegung Mitte 2007 betrachtet werden kann. Denn scheiterte Weizen bei einem Ausbruchsversuch im April 1996 noch an seinem bis dahin gesehenen Hoch vom Februar 1974 bei 636 US-Cent je Scheffel, so unterschritt der Preis zwar nach dem Ausbruch im Juni 2007 diese Marke zwar wieder. Jedoch bildete Weizen danach über 13 Jahre einen höherliegenden verschachtelten Boden, sodass sich die Entwicklung seit dem Allzeithoch im Februar 2008 bei 1.349,40 UDS-Cent als Korrektur in einem neuen langfristigen Aufwärtstrend interpretieren lässt.

 

 

Die Etablierung des Weizenpreises über dem alten Hoch von 636 US-Cent ist dabei nur ein statischer Hinweis auf eine neue Aufwärtsbewegung. Die vorangegangenen Bodenmuster und die überwundenen Trendlinien bieten weitere Hinweise darauf, dass Weizen einen längerfristigen Boden gebildet und nun eine neue längerfristige Aufwärtsbewegung begonnen hat.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die jüngsten Ernteschätzungen in den größten Weizenanbaugebieten weltweit bestätigen die in dem steigenden Weizenpreis liegende Veränderung des Marktgleichgewichts zugunsten eines Verkäufermarktes. Je länger sich der Weizenpreis nun auf dem aktuellen Preisniveau halten kann, umso wahrscheinlicher ist ein mittelfristiger Anstieg in Richtung des Zwischenhochs vom Juli 2012 bei 947,2 US-Cent je Scheffel.

 

30.08.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 






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